Private Kriegsfotos - DER SPIEGEL
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Die Sicht der Soldaten Strandausflüge und Flüchtlinge

Millionen Männer zogen 1939 mit Panzern und MGs in den Krieg - aber auch mit Leicas und Agfa-Filmen. Die Fotoalben der Wehrmachtssoldaten landeten nach der Niederlage meist in Kellern und auf Dachböden. Ein Buch zeigt die Sicht der Soldaten auf ihren Krieg.
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Artilleriegefecht: Seit 1936 waren Farbdiafilme auf dem Markt, die auch von den knipsenden Wehrmachtssoldaten gerne verwendet wurden - oft wurden sie für besonders ausgewählte Motive reserviert. (Konvolut Herbert Aschenbach)

Foto: Herbert Aschenbach
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Feldgrau vor Purpur: Ein Angehöriger der Wehrmacht genießt die Annehmlichkeiten eines requirierten Quartiers in der Normandie - vielleicht in einem Schloss?

Foto: Rudolf Bölts
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Besatzer in Badehose: Eine Einheit der Wehrmacht beim gemeinsamen Strandbesuch 1940 in der Normandie.

Foto: Rudolf Bölts
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Kriegscollage: Eine Weihnachtsfeier neben gehenkten Zivilisten - Auswahl und Anordnung der Aufnahmen in den Soldatenalben sprechen oft Bände. (Album Fritz Bopp)

Foto: Helmut Bopp
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Hände hoch: Rotarmisten ergeben sich im Juni/Juli 1942 deutschen Soldaten. Die Aufnahme stammt aus der Serie "Vom Donez zum Don" (Nr. 92) und fand sich im Nachlass des ehemaligen Wehrmachtsangehörigen Arnold Wortmann.

Foto: Alfons Eggert
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Strandausflug: Die Zigarette in der Hand, versucht sich ein Wehrmachtssoldat an einem Strand in der Normandie an der Kontaktaufnahme mit französischen Kindern.

Foto: Rudolf Bölts
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Auf der Flucht: Zivilisten mit schnell zusammengerafften Habseligkeiten ziehen eine Straße entlang, LKW der Wehrmacht sind in die entgegengesetzte Richtung zur Front unterwegs. Die Aufnahme entstand wohl um 1940 in Frankreich.

Foto: Rudolf Bölts
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"Die Minenprobe": Das scheinbar friedliche Motiv zeigt eine Russin, die als menschlicher Minenräumer durch eine Furt waten muss. Diese brutale Praxis hieß bei der Wehrmacht zynisch "Minensuchgerät 42". Die Aufnahme wurde als Motiv Nr. 74 der Fotoserie "Vom Donez zum Don" verbreitet. (Album Heer 481, anonym)

Foto: Reiner Moneth
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Entlarvende Bildrückseite: Erst die handschriftliche Bemerkung auf der Rückseite der Aufnahme einer watenden Frau entlarvt die scheinbar friedliche Szene als brutale Nötigung zur lebensgefährlichen Minensuche.

Foto: Reiner Moneth
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Besatzer und Besetzte: Ein deutscher Soldat im Gespräch mit Franzosen irgendwo in der Normandie, 1940

Foto: Rudolf Bölts
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"Flintenweiber": Dass die Rote Armee Frauen in den Kampf schickte, übte auf die deutschen Soldaten eine hohe Faszination aus - was sich auch in zahlreichen Aufnahmen von gefangenen Soldatinnen ausdrückte. Diese Praxis der Sowjets lief dem von der NS-Propaganda befeuerten Bild vom "männlichen" Krieg zuwider, weshalb die Landser abfällig von "Flintenweibern" sprachen. (Album Heer 429, anonym)

Foto: Reiner Moneth
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"Zur Erinnerung an meine Dienstzeit": Die Nationalsozialisten förderten die Fotografiebegeisterung der Wehrmachtssoldaten nach Kräften. So wurden Alben wie dieses angeboten, oft mit führenden NS-Größen und Generälen als Frontispize.

Foto: Hermann Dwinger
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Russische Zivilisten: Ein russischer Bauer posiert für die Kamera eines deutschen Soldaten. Im Hintergrund ziehen Menschen mit Koffern und Bündeln vorbei - womöglich Flüchtlinge? (Konvolut Herbert Aschenbach)

Foto: Christiane Feuerhake
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Bar Normand: Deutsche Besatzer in einer Stadt in der Normandie, 1940.

Foto: Rudolf Bölts
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Weg in die Gefangenschaft: Dunkelhäutige Gefangene waren ein besonders begehrtes Motiv für deutsche "Knipser" an der Westfront, denn sie konfrontierten die Landser augenfällig mit dem Fremden. Die Bildunterschrift zu dieser Aufnahme lautet neutral "Farbige Franzosen in Nouzonville" - oft sind die Kommentare in den Alben zu solchen Aufnahmen aber stark von der rassistischen NS-Propaganda geprägt.

Foto: Hans-Georg Schulz
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Verwundeter deutscher Soldat: Die Original-Bildunterschrift zu diesem Foto lautet "Ein verwundeter Kamerad kommt zurück; die Kameraden werfen ihm einen letzten Gruß zu." Eigene Verwundete wurden nur selten fotografiert, gefallene deutsche Soldaten so gut wie gar nicht. Aufnahmen von Toten zeigen fast immer Gegner. (Konvolut Arnold Wortmann).

Foto: Alfons Eggert
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Entferntes Gräuelfoto: Die Bildunterschrift "Erschossene Partisanen in Pleskau" ruft vor dem inneren Auge des Betrachters Kriegsgräuel auf, obwohl diese nicht mehr zu sehen sind. (Album Theodor Groß, Name anonymisiert)

Foto: Theodor Groß
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Deutsche Besatzer in Paris: Wehrmachtssoldaten am Grab des unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen in Paris 1942.

Foto: Gisbert Witte
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Fotoauswahl: Ein Soldat sortiert und beschriftet 1940 in Frankreich Fotos für Nachbestellungen. An der Wand eine Anti-Churchill-Karikatur: "Die letzte Runde, lieber Churchill, kommt noch!!" (Album Herbert Jaspers)

Foto: Angela Jaspers
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Unteroffizier Wilhelm Otto am Scheinwerfer: Uffz Wilhelm Otto war im Mai 1943 in Hamburg als Batterieführer für Scheinwerfer und Vierlingsflak eingesetzt.

Foto: Friedrich Otto
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Im Felde: Hauptmann Richard Zeissig, Kompaniechef der II. Kompanie, Infantrieregiment 67 der 23. Infanterie-Division, mit seinen Offizieren und Unteroffizieren, Mai bis November 1941. Das Foto stammt aus dem Besitz der Familie Zeissig.

Foto: Hilmar Zeissig/Familienarchiv Zeissig
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Spießbraten: Nahrungszubereitung während des Russlandsfeldzuges 1941. Das Foto stammt aus dem Besitz der Familie Zeissig.

Foto: Hilmar Zeissig
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MG-Ausbildung: Soldaten beim MG-Schießen in Belgien oder Frankreich. Das Bild stammt aus dem Nachlass meines Großvaters, der auch im Krieg war und dort mit einer Kodak Junios seine Bilder machte.

Foto: Thomas Hueser/Familienarchiv
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