Fußballsimulation Die Stärken und Schwächen von "PES 2020"
Was sind die Stärken, Schwächen und Neuerungen von "eFootball PES 2020"? Diese Fotostrecke gibt einen Überblick über die neue Version, die für PC, Playstation 4 und Xbox One erschienen ist. (Hinweis: Alle folgenden Screenshots stammen von einer normalen Playstation 4.)
Spielerisch ein Volltreffer: Auf dem Platz spielt sich "PES 2020" noch etwas runder als der ohnehin schon gut ausbalancierte Vorgänger. Das Spielgeschehen ist einen Tick langsamer und dadurch taktischer geworden, zudem spielt auch die Physis der Spieler eine größere Rolle. Bekannte Spieler sind problemlos zu erkennen, teils schon an ihren Bewegungen. In der Nahaufnahme wirken viele Spielergesichter aber unnatürlich, was vor allem an der Darstellung der Augen und Münder liegt.
Die Taktik-Einstellungen sind gewohnt umfangreich, mit denen von "PES 2019" aber nahezu identisch. Neu hinzugekommen ist die Option "Positionstreue", die wir hier als FC Barcelona gegen Juventus Turin anwenden.
Das Geschehen auf dem Platz sieht gut aus, besonders bei den Spieleranimationen hat Konami viel richtig gemacht. Der Spielablauf wirkt fast durchgehend wie aus einem Guss und trotzdem nicht wie von langer Hand vorausberechnet. In den ersten Test-Tagen machte es uns auch mehr Spaß als im Vorgänger, gegen computergesteuerte Teams anzutreten.
"PES 2020" kommt mit einer neuen Kameraperspektive namens "Stadion". Durch sie betrachtet erinnert das Geschehen stark an eine echte Fußballübertragung. Dem Spieler bietet die "Stadion"-Ansicht vor allem viel Übersicht.
Der FC Liverpool, der hier gegen Manchester United antritt, heißt in "PES 2020" standardmäßig Liverpool R: Auf dem PC und der Playstation 4 lässt sich ein Team wie Liverpool aber mit wenig Aufwand editieren, so dass es seinen richtigen Namen sowie sein echtes Logo und seine echten Trikots bekommt.
Lizenzen hat Konami dieses Jahr unter anderem für die französische, die italienische und die portugiesische Liga. Die englische und die spanische Liga dagegen sind nicht mit ihren Original-Wettbewerbsnamen vertreten. Frauenteams gibt es anders als bei "Fifa" überhaupt keine.
An deutschen Vereinen bietet "PES 2020" Bayern München, Bayer Leverkusen und den FC Schalke 04. Fans des Spiels arbeiten aber längst an umfangreichen Bundesliga-Patches, die sich auf der Playstation 4 per USB-Stick einspielen lassen. Auf der Xbox One fehlt die dafür nötige Import-Funktion. Auf dem PC ist die Integration von Fan-Patches aus dem Netz am einfachsten.
Wer will, kann auch jederzeit selbst Hand anlegen: Der Editier-Modus taucht prominent im optisch erneuerten Hauptmenü des Spiels auf. Er bietet zahlreiche Optionen, vom Umbenennen von Spielern, Vereinen und Stadien bis zum Umbau ganzer Wettbewerbe. Ein Übersicht aller "PES 2020"-Lizenzen findet sich hier .
Der "Meisterliga"-Modus, einst das Glanzstück von "PES", wurde für die neue Version ein wenig aufpoliert. Neben neuen Optionen wie verschiedenen Startbudgets gibt es vor allem neue Videosequenzen, die wichtige Spiele wie etwa Saisonauftakt-Partien oder Derbys einläuten. Die "Meisterliga" ist ein reiner Offlinemodus.
In der "Meisterliga" wird eine mehrjährige Trainer-Laufbahn simuliert. Man kümmert sich um die Taktik, handelt Transfers aus, versucht, seine Spieler bei Laune zu halten, spielt aber auch die Partien selbst. Der Spieler schlüpft dabei in den Körper eines Altstars. Wir haben uns hier für Johan Cruyff und gegen unter anderem Diego Maradona und Lothar Matthäus entschieden.
In gelegentlich eingestreuten Pressekonferenzen kann der Spieler seine Sicht auf den Saisonverlauf zu Protokoll geben. Allzu aufregend sind die Fragen und die passenden Antwort-Optionen jedoch nicht. Die Spieltiefe eines reinen Managerspiels wie "Football Manager" hat der "Meisterliga"-Modus bei Weitem nicht.
Hier haben wir mit Liverpool den Super Cup gewonnen, der in "PES 2020" Superpokal heißt. Auch das Wort Champions League begegnet einem nur, wenn man das entsprechende, im Spiel vorhandene Turnier per Editor umbenennt. Die Champions-League-Lizenz hat Konkurrent "Fifa".
Die "Meisterliga"-Saisons machen durchaus Laune, insofern einem Spiele gegen Computergegner grundsätzlich Spaß machen. In unserer Testsaison sind wir mit Liverpool englischer Meister geworden, während wir in der Champions League im Halbfinale scheiterten. Hier spielen wir kurz nach Saisonende gegen eine Weltauswahl.
Während die "Meisterliga" ein wenig aufgepeppt wurde, hat Konami bei anderen Modi kaum etwas verändert. Das Spielen von "Werde zur Legende" etwa, einem Offlinemodus, in dem man die Geschicke eines einzelnen Spielers kontrolliert, ist wie in den Vorjahren nicht allzu erfüllend.
Gerade am Anfang einer "Werde-zur-Legende"-Karriere sind die Partien eher Geduldsspiele. Als Mittelstürmer etwa hat man in jedem Spiel nur eine Handvoll Chancen, ins Geschehen einzugreifen. Die restliche Zeit muss man sich damit begnügen, das Spielgeschehen hinter sich aus der Ferne zu beobachten.
Mit "MyClub" hat Konami auch sein Pendant zum beliebtesten "Fifa"-Modus "Ultimate Team" wieder an Bord. Auch bei "MyClub" geht es darum, an möglichst gute Spieler verschiedener Vereine zu kommen und sich daraus ein eigenes Superteam zusammenzustellen. Bislang hat Konami für die kommende "MyClub"-Saison aber kaum Unterschiede zum Vorjahr in Aussicht gestellt.
Wie bei "Ultimate Team" kann man auch bei "MyClub" echtes Geld in virtuelle Währung investieren. Gefühlt ist der Druck, zusätzlich zum Kaufpreis des Spiels noch etwas auszugeben, aber geringer als bei "Ultimate Team". Bei "MyClub" kommt man traditionell schneller an Superstars für seine Mannschaft als in "Ultimate Team".
Der vielleicht spaßigste Spielmodus von "PES 2020" ist der "Koop-Modus", in dem zwei oder drei Spieler zusammen gegen zwei oder drei andere antreten, wahlweise offline oder online. In der Halbzeit und nach Schlusspfiff bekommt dabei jeder Teilnehmer noch eine Bewertung zur Leistung.
Allgemein lässt sich "PES 2020" gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Man kann das Spiel zum Beispiel so einstellen, dass es einen bei den Pässen oder bei den Schüssen ein wenig oder sehr stark unterstützt, aber alternativ auch alles auf manuell stellen. Einsteigern macht es Konami jedoch nicht leicht, sich in den Einstellungen zurechtzufinden. "Fifa" ist definitiv einsteigerfreundlicher.