Problemfonds: Vorübergehend geschlossen - DER SPIEGEL
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Problemfonds Vorübergehend geschlossen

Mit KanAm hat der erste Anbieter eines offenen Immobilienfonds die Abwicklung beschlossen, mit Aberdeen zog der zweite nach, Morgan Stanley folgte an dritter Stelle. Und mehrere weitere Fonds stecken tief in der Bredouille.
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Degi International: Der weltweit investierende Fonds von Aberdeen Asset Management wurde im Oktober 2008 geschlossen. Er sperrte jedoch im Januar 2009 wieder auf, bis es im Herbst darauf erneut an Geld fehlte. Daher wurde die Rücknahme von Anteilen wieder eingestellt. Die Sachverständigen werteten das Portfolio ab. Die Zwölf-Monats-Rendite liegt bei minus 11 Prozent. Eine Öffnung des Portfolios ist derzeit nicht angedacht. Die Liquiditätsquote beträgt neun Prozent.

Foto: Frank_May/ picture-alliance / dpa/dpaweb
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Degi Europa: Bei der Degi, ehemals Tochtergesellschaft der Dresdner Bank, begann das Dilemma im April 2008. Mit dem Verkauf der Dresdner an die Commerzbank fiel der Vertriebskanal für die Degi offenbar weg. In den Monaten darauf flossen zwar den Fonds der Commerzbank-Tochter Haus-Invest Geld zu. Aus den Degi-Fonds floss hingegen Liquidität ab.

Der Degi Europa musste im Oktober schließen. Zweimal wurde die Frist verlängert. Die Degi-Mutter Aberdeen tauschte das Fondsmanagement aus, die Sachverständigen werteten die Objekte ab. Die Jahresrendite liegt bei minus 23 Prozent.

Am 22. Oktober gab die Fondsmutter Aberdeen bekannt, dass der Degi Europa liquidiert wird.

Foto: dapd
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Morgan Stanley P2 Value: Das weltweit investierende Portfolio wurde erst im November 2005 aufgelegt und von der Muttergesellschaft aggressiv vertrieben. Seit Oktober 2008 ist der Fonds geschlossen, nun hat die US-Bank das Aus bekanntgegeben. Die Anleger sollen ihr Geld in Halbjahresschritten zurückbekommen.

Foto: Richard Drew/ AP
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KanAm US-Grundinvest: Der Fonds mit dem Schwerpunkt USA notiert in US-Dollar und ist als einziger Fremdwährungsfonds ein Spezialfall. Der Bestand wird in den nächsten zwei Jahren komplett liquidiert, es ist die erste Fondsauflösung eines offenen Immobilienfonds überhaupt. Sieben Objekte sind im Bestand, sechs davon sind voll vermietet. Es wurde kaum fremdfinanziert. Damit werden auch keine Vorfälligkeitsentschädigungen fällig.

Foto: Mark Lennihan / AP
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KanAm Grundinvest: Die Kennzahlen dieses weltweiten Portfolios sind hervorragend. So beträgt der Leerstand weniger als ein Prozent. Die Fonds-Rating-Agentur Feri verlieh dem Portfolio zum fünften Mal in Folge die Note "sehr gut".

Dennoch wurde das 3,7 Milliarden Euro schwere Portfolio im Mai 2010 nach massiven Mittelabflüssen geschlossen. Die Liquiditätsquote wird auf der Homepage mit weniger als fünf Prozent angegeben. Das Management sondiert die Lage. Das Preisniveau sei auf vielen Märkten wenig attraktiv. Was für die Fondsleitung spricht: Während einer Schließung anno 2005 konnten Objekte sogar mit Gewinn verkauft werden.

Foto: ? Luke MacGregor / Reuters/ REUTERS
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Axa Immoselect: Auch dieser europaweit investierende Fonds ist ein Klassiker, der lange hochgelobt und vor allem von freien Vermittlern vertrieben wurde. 2,7 Milliarden Euro sind investiert. Der Fonds ist seit November 2009 geschlossen. Die Mieteinnahmen blieben bisher stabil. Der Leerstand liegt bei moderaten 6,5 Prozent. Und nur 27 Prozent der Assets sind fremdfinanziert.

Doch der Druck wächst. Die Liquiditätsquote liegt bei 9,2 Prozent. "Derzeit stehen Strategieansätze auf dem Prüfstand. Darüber hinaus werden für einige Objekte die Verkaufschancen ausgelotet. Teilweise werden bereits Verhandlungen geführt. Den genauen Zeitpunkt der Wiederaufnahmen der Anteilsscheinrücknahme können wir aber noch nicht festlegen", heißt es seitens des Emittenten.

Foto: AXA
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CS Euroreal: Mit 2,5 Prozent Rendite in den vergangenen zwölf Monaten und 3,9 Prozent Performance im Fünf-Jahres-Vergleich zählt der europaweit investierende Fonds von der Schweizer Großbank Credit Suisse zu den Besten seiner Klasse. Mehr als sechs Milliarden Euro sind investiert. Das Fondsvermögen ist auf 114 Objekte aufgeteilt. Die Vermietungsquote liegt bei 93,8 Prozent.

Selbst in schwierigen Märkten musste das Management keine Mietminderungen hinnehmen. Die Verkehrswerte wurden im vergangenen Geschäftsjahr lediglich um einen Prozentpunkt abgewertet. Dennoch setzte das Management am 19. Mai 2010 die Rücknahme aus.

Der erste Gesetzentwurf der Bunderegierung zur Regulierung der Immobilienfonds hatte zu einer erheblichen Verunsicherung der Anleger geführt. Das bis dahin positive Mittelaufkommen des Fonds fiel unerwartet massiv ins Negative. Die Liquidität liegt inzwischen wieder bei 13,3 Prozent.

Foto: Gaetan Bally/ AP
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SEB ImmoInvest: Mit mehr als sechs Milliarden Euro Fondsvolumen ist dies das größte Portfolio, das derzeit geschlossen ist. Seit Jahresbeginn flossen 225 Millionen Euro ins Fondsvermögen. Doch seit Mai 2010 nimmt der Anbieter keine Anteile mehr zurück. Damals wurde der Gesetzentwurf des Finanzministers bekannt.

Der Fonds steht mit einer Performance von 2,5 Prozent im Zwölf-Monats-Vergleich und 4,3 Prozent innerhalb von fünf Jahren gut da. Die Mieteinnahmen fließen kontinuierlich. Das Immobiliendepot wurde im vergangenen Geschäftsjahr unterm Strich nur um ein Prozent abgewertet. Die Liquidität liegt bei 17,4 Prozent.

Wermutstropfen: Die SEB hat unlängst ihr Privatkundengeschäft an Santander verkauft. Das könnte sich auf den Vertriebserfolg auswirken. "Wir werden den bereits begonnen Verkaufsprozess von Immobilien fortsetzen", heißt es aus dem Management. Ziel sei es, den Fonds so schnell wie möglich wieder zu öffnen und die Aussetzungsfrist bis Mai 2011 nicht auszuschöpfen.

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TMW Weltfonds: Dieser Fonds hat sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert und wird vor allem von Privatbanken vertrieben. Er ist stark im semi-institutitionellen Bereich und kommt durch den Gesetzentwurf unter Druck.

Geschlossen ist das Portfolio seit dem 9. Februar 2010. Gut 760 Millionen Euro sind investiert. Der Fonds ist weltweit aufgestellt und erzielt solide Mietrenditen. Die Fremdkapitalquote beträgt 45 Prozent. Die freie Liquidität liegt bei 1,3 Prozent. Die Zwölf-Monats-Rendite fällt derzeit negativ aus.

Foto: Alex Hofford/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?