Professoren im Unruhestand Strg + Alt + entf ?
Ernst Ulrich von Weizsäcker, 66: Der promovierte Naturwissenschaftler war in den neunziger Jahren Präsident des Instituts für Klima, Umwelt, Energie in Wuppertal und saß von 1998 bis 2005 für die SPD im Bundestag. In Deutschland sah er keine Perspektive mehr: "Ich war nach deutschem Recht einfach zu alt." Seit Januar 2006 ist Weizsäcker Dekan des Umweltinstitut an der University of California in Santa Barbara.
Ernst-Ludwig Winnacker, 65: Bis Ende 2006 war der Biochemiker Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, am 1. Januar übernahm er das das Amt des "Secretary General" des Europäischen Forschungsrats. Winnacker fordert "eine Flexibilisierung der starren Altersregelung" und hat die Pensionierung mit 65 zu einem "historischen Unfug des deutschen Beamtenrechts" erklärt.
Theodor Hänsch, 65 (mit Gratulanten bei Nobelpreis-Feier in München): Der Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik im nahe gelegenen Garching erhielt im Jahr 2005 den Nobelpreis für Physik - da war er schon 64 und stand kurz vor der Pensionsgrenze. Als Hänsch von einem Weggang in die USA sprach, lenkte das bayerische Wissenschaftsministerium ein: Hänsch darf nun noch fünf Jahre weiter als Max-Planck-Direktor arbeiten und danach sogar zusätzliche fünf als Emeritus.