Zivile Nutzung von Nuklearwaffen Fracking mit Atombombe
Gratwanderung: Eine Gruppe Besucher betrachtet in den sechziger Jahren von einer Beobachtungsplattform direkt am Rand des über hundert Meter tiefen Kraters der "Sedan"-Explosion das gewaltige Loch in der Wüste Nevadas.
Explosion: Die "Sedan"-Bombe wurde am 6. Juli 1962 auf der Nevada Test Site gezündet. Der Sprengsatz befand sich in einem Schacht in 211 Metern Tiefe und bewegte bei seiner Detonation etwa zwölf Millionen Tonnen Gestein.
Gefahr aus der Luft: Das Programm "Plowshare" sollte zwsichen 1958 und 1975 die nichtmilitärische Nutzung von Atomexplosionen untersuchen. Doch allein die Detonation der "Sedan"-Bombe 1962 belastete mit ihrem radioaktiven Fallout, der immerhin fast bis Chicago gelangte, durch die erhöhte Strahlung monatelang Millionen Menschen in den USA.
Gewaltige Mulde: Der "Sedan"-Krater ist bis heute der tiefste Krater auf dem Testgelände in Nevada. "Sedan" war der erste "Pflugschar"-Test auf dem Gebiet der Nevada Test Site. Die Detonation verursachte seismische Aktivität vergleichbar mit einem Erdbeben der Stärke 4,75 auf der Richter-Skala.
Riesenloch: Die undatierte Aufnahme zeigt den 400 Meter breiten Krater der Nuklearexplosion der "Sedan"-Bombe. Dessen Ausmaß wird beim Vergleich mit den Straßen und der scheinbar winzigen Beobachtungsplattform am unteren rechten Kraterrrand deutlich.
Krater im Wüstensand: Mit dem Programm "Plowshare" wollten Wissenschaftler im Auftrag der US-Atomenergie-Behörde die Möglichkeiten der zivilen Nutzung nuklearer Explosionen erkunden. Man hoffte beispielsweise auf neue Methoden für den Bau von Kanälen oder die Förderung von Erdgas. Auf diesem Bild von 1998 ist der Krater der 1962 auf dem Atomtestgelände in Nevada gezündeten "Sedan"-Bombe zu sehen.
"Gasbuggy": Mit Hilfe dieses Projekts sollte in New Mexico im Gestein eingeschlossenes Erdgas an die Erdoberfläche gebracht werden. Die am 10. Dezember 1967 in der Tiefe gezündete Atombombe schuf einen riesigen Hohlraum, in dem sich das Gas sammelte.
Gas im Untergrund: Für das Projekt "Gasbuggy" wurde in circa 1300 Metern Tiefe eine atomare Sprengladung von 29 Kilotonnen gezündet - das entsprach etwa der doppelten Stärke der Hiroshima-Bombe.
Zapfanlage: Die "Gasbuggy"-Explosion sollte die Erdgas-Ausbeute in New Mexico deutlich erhöhen. Auf dem Foto ist die Förderanlage im Aufbau zu sehen.
Fehlschlag: Allerdings konnte das im Rahmen des Projekts "Gasbuggy" geförderte Erdgas nicht kommerziell genutzt werden - es war radioaktiv. Die Übersicht verdeutlicht den Aufbau der Anlage.
Unternehmen "Chariot": Dieser Plan von 1958 zeigt, wie durch eine Kettenzündung von fünf thermonuklearen Bomben ein künstlicher Hafen in Cape Thompson, Alaska, geschaffen werden sollte. Das Vorhaben unter dem Projektnamen "Chariot" gehörte ebenfalls zum Programm "Plowshare", wurde jedoch 1962 nach Protesten der Bevölkerung wieder verworfen.
Vorbereitungen: Auf dem Luftbild ist zu erkennen, wie auf dem Gelände der Nevada Test Site ein unterirdischer Atombombentest vorbereitet wird. Zahlreiche Kabel wurden ausgelegt, um während der Explosion Daten aufzuzeichnen, rechts wird ein Schacht in die Erde getrieben.
Sprengung: Unterirdische Atombombenexplosion im US-Bundestaat Nevada. Der Name des Programms "Plowshare", zu deutsch "Pflugschar", geht auf ein Bibelzitat nach dem Propheten Jesaja zurück: "Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen." Es soll die friedliche Nutzung der eigentlichen Kriegstechnologie verdeutlichen.
Salzdom: Der unterirdische Hohlraum entstand durch den Atomtest "Gnome" am 10. Dezember 1961 in einem Steinsalzvorkommen in Carlsbad, New Mexico. Der Pfeil zeigt auf eine Person, etwa in der Mitte des Bildes. "Gnome" war der erste Test des seit 1958 staatlich finanzierten Programms "Plowshare" und wurde in 360 Metern Tiefe gezündet.
Atomtest "Sulky": Je nach Tiefe und Stärke der Sprengladung hinterließen die unterirdischen Explosionen Hohlräume, offene Krater oder Schuttberge. Dieser sechs Meter hohe Gesteinshaufen ist das Ergebnis einer 92-Tonnen-Sprengladung, die am 18. Dezember 1964 im Rahmen des Programms "Plowshare" auf dem Testgelände in Nevada gezündet worden war. Die Detonation erfolgte in Basaltgestein in 27 Metern Tiefe.
Versuchsgelände: Nordwestlich von Las Vegas unterhält die US-Regierung seit Anfang der fünfziger Jahre das Sperrgebiet zum Test von ober- und unterirdischen Atombomben und Kernwaffen. Auf dem Gelände der 3500 Quadratkilometer großen Nevada Test Site wurden zwischen 1962 und 1992 mehr als tausend unterirdische Atomsprengköpfe gezündet.
Mondlandschaft auf der Erde: Die undatierte Aufnahme zeigt den Krater der Nuklearexplosion "Sedan" von 1962. Der riesige Krater ist sogar mit bloßem Auge aus dem Erdorbit zu erkennen.
Sowjetischer Atomtest: Am 29. August 1949 zünden die Sowjets auf dem Testgelände in Semipalatinsk im heutigen Kasachstan ihre erste Atombombe. Auf dem etwa 18.000 Quadratkilometer großen Gelände wurden bis 1989 militärische, aber auch zivile Tests durchgeführt. 1991 wurde das Gelände stillgelegt.
Verseuchte Wüste: Nicht nur die USA hoffen auf wirtschaftlichen Nutzen aus atomarer Sprengkraft. Ab 1965 testete auch die Sowjetunion zivile Anwendungen - meist direkt in der Praxis. Einige Detonationen im Rahmen des Programms "Nukleare Explosionen für die Volkswirtschaft" fanden dazu auch auf dem Atomtestgelände in Semipalatinsk statt.