Propagandabilder der Wehrmacht Waffenspaziergang gen Russland
Panzervormarsch: Der Angriff der deutschen Truppen gewinnt rasch an Tempo. Noch Anfang Juli 1941 ist die Führung der Wehrmacht überzeugt, die Sowjetunion bis zum Beginn des Winters zu erobern.
Über den Bug: Am Morgen des 22. Juni 1941 setzen deutschen Einheiten mit Booten über den Grenzfluss nördlich von Brest. Im Hintergrund steigt nach heftigem Beschuss der nahegelegenen Siedlungen Rauch auf - "Unternehmen Barbarossa", der Überfall auf die Sowjetunion hat begonnen.
Archiv Berliner Verlag
Luftunterstützung: Eine Staffel deutscher Sturzkampfbomber im Raum Belaja Zerkow südlich von Kiew während des Vorstoßes eines Panzerkorps in der Ukraine. 4000 Bomber, Jäger, Aufklärer und Transportmaschinen unterstützten die deutschen Bodentruppen. Weitere 980 Maschinen stellten Finnland, Rumänien und Ungarn.
Brandschatzungen: Wo die Wehrmacht durchzieht, hinterlässt sie verbrannte Erde. Die Propaganda behauptet, die Sowjets selbst hätten die Dörfer in Brand gesteckt, damit das Hab und Gut der Bewohner nicht an die Deutschen fällt.
An vorderster Front: Die Fotografen der Propagandakompanien sind beim Feldzug gen Osten vorn dabei - und mit ihnen auch die Deutschen an der Heimatfront, die diese Aufnahmen schon kurz darauf in der Wochenschau zu sehen bekommen.
Herzlicher Empfang: "Erhebende Begegnung mit der ukrainischen Bevölkerung. Mit großer Herzlichkeit werden unsere sieggewohnten Truppen als die Befreier vom jüdisch-bolschewistischen Joch begrüßt", erklärt die Wehrmachtspropaganda zu dieser Aufnahme vom 30. Juni 1941. In völliger Verkennung der Absichten und Ziele der einfallenden deutschen Truppen werden diese vielerorts von der Bevölkerung als "Befreier" begrüßt.
Bejubelte Soldaten: Ankunft in Tallinn, aufgenommen am 2. September 1941. Viele junge Esten beteiligen sich in der Folgezeit am Vormarsch der Wehrmacht und nehmen auch an Vernichtungsaktionen teil. Die jüdische Bevölkerung Estlands wird dabei nahezu vollständig ermordet.
Freundlicher Empfang: In Riga werden die deutschen Soldaten 1941 als Befreier bejubelt - und die Freude ist wahrscheinlich sogar echt. Nach den Erfahrungen mit dem stalinistischen Terror, Zwangskollektivierung und "Säuberungen" werden die Angreifer von vielen Letten als Verbündete betrachtet. Der deutschen Propaganda gelingt es, diesen Umstand geschickt zu instrumentalisieren.
Einmarsch in der Ukraine: "Durch Lautsprecher einer Propagandakompanie werden der ukrainischen Bevölkerung die Wehrmachtberichte in ihrer Landessprache bekanntgegeben", heißt es auf der Rückseite dieses Fotos vom 21. Juli 1941, einen Monat nach Beginn des "Unternehmens Barbarossa".
Freude über die Besatzer: "Dieser Ukrainer ist froh darüber, dass die Herrschaft der Bolschewisten zu Ende ist. Er dient jetzt freiwillig in der Deutschen Wehrmacht", textet ein Kriegsreporter zu dieser Aufnahme vom 15. Juli 1942. Tatsächlich schließen sich zahlreiche Kollaborateure den deutschen Besatzern an, einige auch der SS.
Deportation von "Ostarbeitern": Kurz vor der Reise ins "Reichsgebiet" spielt eine "Hiwi-Kapelle". Hiwi wurden die hilfswilligen Bewohner des Baltikums genannt, die mit der Wehrmacht kollaborierten.
Schlachtfest: Man kann auch im Osten leben wie Gott in Frankreich, soll das Bild des deutschen Soldaten mit den prallen Würsten im Arm sagen. Aufgenommen am 30. Oktober 1941 in der Ukraine.
Brot und Spiele: Eine absurde Normalität außerhalb des Schützengrabens. Ort und Zeitpunkt der Aufnahme aus dem Archiv der Wehrmachtspropaganda sind unbekannt.
Nette Gastgeber: "Diese Männer einer Flakbatterie im Donbogen brauchen sich um ihren Festtagsbraten keine Sorgen zu machen", notiert die deutsche Propaganda zu diesem und ähnlichen Motiven. Die Wehrmacht bedient sich bei den Bewohnern des Landes und nimmt in Kauf, dass Millionen hungern.
Abenteuerurlaub: Der Krieg im Osten ist ein bisschen wie Ferien auf dem Bauernhof, Badewannen auf der Terasse inklusive. Die Fotos der Propagandakompanien vermitteln bewusst diese Vorstellung.
Soldatenfreizeit: Nur das Schiffchen auf dem Kopf des Masseurs verrät, dass es sich um Angehörige der Wehrmacht handelt. Statt Bilder vom Krieg bekam die Heimatfront solche Motive zu sehen - und konnte dazu lesen: Die Sauna aus karelischen Kiefern haben die Soldaten selbst gebaut.
Zeit zum Pilzesammeln: Ein Offizier bei der Küchenarbeit, während die Wehrmacht unaufhaltsam nach Osten stürmt. Propagandafoto von der Ostfront, aufgenommen im Frühherbst 1941.
Eine Armee hilft sich selbst: Enten, Hühner und Gänse sind für die deutschen Landser schlichtweg "Freiwild". Sie werden aus den Stallungen der Zivilbevölkerung gestohlen.
Selbstversorger: Das Bild lügt. Suppe am Kanonenofen mitten auf dem Felde gab's nur für den Propagandafotografen.
Morgentoilette im Schnee: Der Wehrmachtsoldat ist sauber, gepflegt und ordentlich, egal, wohin er seinen Stiefel setzt - so lautete die Botschaft der Bilder aus dem Soldatenalltag, die die Frontfotografen vom Beginn des Feldzugs gegen die Sowjetunion nach Hause schickten.
Inszenierte Gaudi: "31 Abschüsse in einer Nacht meldet der Mäusevertilgungsspezialist im Unterstand 'Zum Alten Dessauer'. Das belegt, dass die Soldaten weder ihren Humor noch ihre Heimatliebe verloren haben", schreibt die deutsche Propaganda zu dieser Aufnahme vom 2. Dezember 1942.
Südfront Richtung Kaukasus: Nachdem die Krim erobert ist, schließt die Wehrmacht den "Fall Blau" an, den Plan zum Erreichen des Kaukasus. Die Aufnahme zeigt eine italienische Reiterschwadron.
Exotik von der südlichen Ostfront: Wehrmachtssoldaten auf Kamelen während des Kriegs gegen die Sowjetunion.
In warme Gefilde: Eine Aufnahme vom Vormarsch der südlichen Heeresgruppe in Richtung Kaukasus. Der Eindruck von Urlaubsstimmung ist von den Propagandakompanien, die solche Bilder in die Heimat lieferten, durchaus beabsichtigt.
Fahrt mit der Seilbahn: Deutsche Soldaten bei der Überquerung eines Flusstales im nördlichen Kaukasus.
"Berlin 3450 km": Richtungswegweiser mit Kilometerangaben, die veranschaulichen sollen, wie weit die Wehrmacht bereits in den Osten vorgerückt ist - ein beliebtes Fotomotiv der Frontberichterstatter.
Kameradschaft sollte wohl dieses Foto eines Kriegsberichterstatters der Wehrmacht von November 1941 symbolisieren. Auf der Rückseite des Bildes aus dem Archiv der Propagandakompanie ist zu lesen: "Mit vereinten Kräften... Anders ging es auch nicht weiter."
Kriegsgefangene: Würden alle sowjetischen Kriegsgefangenen eine Marschkolonne mit Fünferreihen bilden, würde diese von Breslau bis Köln reichen, also 720 Kilometer lang sein, meldete das Reichspropagandaministerium Ende 1941.
Lenindenkmal in Sewastopol: "Nun hat ihn der Luftdruck einer Stuka-Bombe von seinem Sockel herabgeweht. Tief bohrte sich die schwere Masse in den Betonboden, und nun streckt Lenin die Hand gleich einem Ertrinkenden nach Hilfe aus", erklärt die deutsche Propaganda zu dieser Aufnahme vom 13. Juli 1943.
"Lebensgefahr": Das "Unternehmen Barbarossa" scheiterte bereits im Dezember 1941, als es der Wehrmacht nicht gelang, Moskau zu erobern. Den Krieg gegen die Sowjetunion setzte sie dennoch fort. Den Wendepunkt brachte Anfang 1943 die Schlacht von Stalingrad, bei der auf beiden Seiten mehrere Hunderttausend Menschen starben.