Protest in der DDR - DER SPIEGEL
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Protest in der DDR "Der Druck war unerträglich"

Ein Grüppchen Mutiger protestierte 1968 mit einem Plakat gegen die Sprengung der Leipziger Unikirche. Die Stasi machte einen der Protestler dingfest. Doch trotz nächtlicher Verhöre, Psychopharmaka und Isolation ließ sich Dietrich Koch nicht zum Geständnis bewegen - und zog sich die Rache der Stasi zu.
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Paulinerkirche in Leipzig: Die Paulinerkirche wurde 1240 als Dominikanerkirche geweiht. Im Jahre 1543 wurde die ehemalige Klosterkirche Aula der 1409 gegründeten Universität Leipzig und war seitdem eng mit ihrer Geschichte verbunden. Der sächsische Architekt Arwed Roßbach schuf 1897 die aufwendige neogotische Fassade, die hier zu sehen ist.

Foto: Sonja Hess/ Dietrich Koch
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Augustusplatz mit Augusteum und Universitätskirche: Augusteum (links) und Paulinerkirche (rechts) vor der Sprengung. Die 1240 geweihte Leipziger Universitätskirche St. Pauli war der Universität und den SED-Machthabern dabei offensichtlich ein Dorn im Auge und wurde am 30. Mai 1968 gesprengt.

Foto: Sonja Hess/ Dietrich Koch
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Vorbereitungen: Die Paulinerkirche kurz vor der Sprengung.

Foto: Sonja Hess/Dietrich Koch
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Sprengungsvorbereitungen am Hauptgebäude: Absperrungen der Polizei in der Woche vor der Sprengung der Universitätskirche.

Foto: Sonja Hess/Dietrich Koch
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Bohrer: Für die Sprengung der Unikirche wurden Löcher in die Wand gebohrt, in die später der Sprengstoff gesteckt wurde.

Foto: Sonja Hess/Dietrich Koch
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Sprengung der Leipziger Universitätskirche St. Pauli: Hier ist die Sprengung der intakten Paulinerkirche in Leipzig am 20. Mai 1968 zu sehen. Im Vordergrund steht eine Ansammlung von Menschen, die der Sprengung hilflos zusehen.

Foto: Sonja Hess/Gudrun Vogel, Leipzig
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Plakatprotest: Eine Gruppe junger Physiker hat mit diesem Plakat gegen die willkürliche Sprengung der intakten Unikirche in Leipzig protestiert. Das Plakat entrollte sich mittels automatischer Auslösung während des Internationalen Bachfestes, das in der Kongresshalle in Leipzig stattfand. Dieses Foto wurde vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) als Beweis angefertigt.

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Transparent in der Kongresshalle Leipzig: Das Plakat "Wir fordern Wiederaufbau" entrollte sich überraschend während des Internationalen Johann-Sebastian Bach-Wettbewerbs in der Kongresshalle in Leipzig und führte zu minutenlangem Applaus.

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Dietrich Koch 1968: Wegen seiner Beteiligung an einer Protestaktion gegen die Sprengung der Leipziger Unikirche wurde Dietrich Koch in der DDR zu 30 Monaten Haft bei anschließender Einweisung in die Psychiatrie verurteilt.

Foto: Sonja Hess/Dietrich Koch
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Dietrich Koch 2007: Dietrich Koch studierte von 1955 bis 1962 an der Universität Leipzig Physik. Der DDR stand er stets sehr kritisch gegenüber. Die Universitätskirche war ihm vor allem durch die Musik vertraut. Seine Frau hatte im Universitätschor gesungen und bei Prof. Robert Köbler Orgelunterricht. Das letzte Mal war er zusammen mit seinem Bruder zum Himmelfahrtsgottesdienst am 23. Mai 1968 in der Uni-Kirche.

Foto: Sonja Hess/Thomas E. Götz, Düsseldorf
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?