Proteste gegen Gaddafi Libyen erhebt sich
In der Stadt Tobruk haben sich Demonstranten versammelt und fordern in Sprechchören den Sturz des Regimes.
Über den Grenzübergang Ras al-Dschadir verlässt diese tunesische Familie Libyen. Sie sind nicht die einzigen - hunderte Landsleute folgen ihrem Beispiel und flüchten aus dem Land.
Arbeiter aus Tunesien haben sich am Dienstag am Grenzübergang Rad Dschir nahe der tunesischen Stadt Ben Guerdane versammelt. Hunderte Gleichgesinnte fliehen derzeit aus dem krisengeschüttelten Libyen.
Auch ägyptische Arbeitskräfte wollen nicht mehr in Libyen bleiben. An der Grenze in Sallum warten diese Ägypter am Dienstag mit ihren Habseligkeiten darauf, zurück in ihre Heimat reisen zu können. Ägyptische Behörden schätzen die Anzahl derer, die bereits auf dem Landweg aus Libyen zurückgekehrt sind, auf 5000, weitere 10.000 harrten noch am Grenzübergang aus.
"Halt durch, Tripolis, der Sieg ist nahe", steht auf einem Schild, das Demonstranten in Tobruk in die Höhe recken.
Nach Angaben des Militärs haben sich die offiziellen Sicherheitskräfte aus Tobruk im Osten des Landes zurückgezogen. Die Stadt ist angeblich in der Hand der Demonstranten. Dieses Bild stammt vom Dienstag.
Demonstranten haben das Dach einer Moschee in Tobruk erklommen und ein Transparent am Minarett befestigt.
Bewaffnete Demonstranten in Tobruk halten am Dienstag eine Granate hoch, die angeblich von einem Angriff der Armee vom vergangenen Samstag stammt. Bei der Attacke sollte ein Munitionslager bombardiert werden, die Einheiten standen demnach unter dem Befehl von einem der Gaddafi-Söhne.
Dem Protest in Tobruk haben sich auch etliche Frauen angeschlossen. Am Dienstag skandieren sie Parolen gegen Machthaber Gaddafi.
Wer in Tobruk einen Platz auf einem Wagen ergattern kann, fährt im Autokorso mit. Auf einige der Pick-ups haben sich mehr als ein Dutzend Menschen gestellt.
Mit dem Kopf nach unten halten diese Demonstranten an der Grenze zu Ägypten ein Porträt Gaddafis in die Kamera. Die Geste ist klar: nieder mit Gaddafi.
An die Wand dieses Gebäudes in Tobruk haben Demonstranten Slogans geschrieben. Einer hat ein Gesicht gemalt, das offenbar Staatschef Gaddafi zeigen soll.
In Tobruk im Osten Libyens rufen Demonstranten Parolen gegen das Regime. Dem Protest hat sich offenbar auch ein Soldat angeschlossen - zumindest ist auf dem Bild ein uniformierter Mann zu sehen, der einen Schlagstock in die Höhe hält.
Auf diesem Transparent in Tobruk ist zu lesen: "Revolution des 17. Februar, wir leben voller Stolz und sterben ehrenhaft, wir werden unser Leben geben, oh unser Land". Von wann die Aufnahme stammt, lässt sich nicht verifizieren.
Auch dieses Bild wurde der Nachrichtenagentur dpa zugespielt, daher ist das Datum der Aufnahme nicht zu verifzieren. Es stammt aber den Angaben zufolge aus Tobruk, auf dem Poster steht "Hau ab, hau ab, hau ab, das Volk will seine Freiheit, Ben Ali und Husni (Mubarak) warten schon auf dich".
Auch die türkischen Staatsangehörigen, die bisher in Libyen gelebt und gearbeitet haben, möchten das Land verlassen. Hunderte Türken warten in der Hafenstadt Bengasi auf ihre Ausreise.
Dieses undatierte Bild stammt laut dpa aus der Stadt Tobruk. In einer Menschenmenge hält ein Demonstrant ein Plakat hoch, darauf steht: "Die Jugend Libyens, Revolution des 17. Februar".
Ein Libyer hat mit einem Kind einen Panzer der Armee erklettert. Er hält die Flagge des Königreichs Libyen in der Hand, die - im Gegensatz zu der offiziellen Landesfahne der sozialistisch-arabischen Volksrepublik Libyen Gaddafis - neben der Farbe Grün auch noch Streifen in Rot und Schwarz enthält.
"Wir werden nicht weichen, wir werden niemals dahin zurückkehren, wo wir vor dem 17. Februar waren, die Jugend von Tobruk", haben diese jungen Männer auf ein Plakat geschrieben.
Dieses Gemälde soll offensichtlich Despot Gaddafi darstellen - als Vampir mit bluttriefenden Fangzähnen. Das Foto stammt aus der Stadt Tobruk.
In Tobruk haben Demonstranten das Gebäude des Stadtrates erklommen. Das Haus ist offensichtlich ausgebrannt, an den Fensteröffnungen sind Rauchspuren zu sehen.
Ein Demonstrant schlägt mit seinem Schuh auf eine Zeichnung von Muammar al-Gaddafi - in der arabischen Welt gilt dieses Geste als Zeichen äußerster Verachtung.
Ein Demonstrant hat in Tobruk Munition aufgesammelt und hält die Patronenhülsen in die Kamera. Er behauptet, die Munition stamme von Militäreinheiten der Regierung, die diese in den vergangenen Tagen auf die Protestierenden abgefeuert haben.
Am Flughafen von Tripolis warten Hunderte Menschen zwischen ihren Gepäckstücken auf die Ausreise. Doch der Flugplan ist nach den Protesten erheblich gestört, eine Maschine zu erwischen, ist schwierig.
Decken, Taschen und Koffer haben die Flüchtlinge dabei, die als Gastarbeiter in Libyen gelebt haben - und nun einfach nur nach Hause wollen, nach Ägypten.
Es wirkt nicht so, als wollten diese Ägypter wieder nach Libyen zurück. Hunderte machen sich in diesen Tagen über die Grenze auf Richtung Heimat. Ägyptische Soldaten überwachen den Exodus.
An der Grenze zu Tunesien in Ras al-Dschadir trägt am Mittwoch eine Frau ihre Habseligkeiten in einem Koffer auf dem Rücken.
Fernsehbilder zeigen eine gewaltige Menschenmenge, die am Mittwoch durch die Straßen von Tobruk zieht. Auf einem der Schilder steht "Free Libya" - "Befreit Libyen".
Ein Mann posiert mit einem Sturmgewehr vor einer libyschen Flugabwehrrakete in der Nähe von Tobruk. Die Armee hat die Stellung offensichtlich verlassen, Bewacher sind nicht in Sicht.