Proteste gegen Braunkohle "Ende Gelände"
Hunderte Aktivisten demonstrieren am Wochenende in Nordrhein-Westfalen gegen Braunkohle. Unter anderem blockierten sie Bahngleise.
Bei Erkelenz hatten die Demonstranten ein Lager aufgeschlagen. Zu der Aktion unter dem Motto "Rote Linie gegen Kohle" rufen mehrere Umweltverbände auf, darunter die Naturschutzorganisationen Nabu, BUND und Greenpeace.
Demonstranten bei Garzweiler. Die Klimaschützer hatten am Donnerstag im Tagebaugebiet zwischen Aachen und Köln mit sogenannten Aktionstagen für einen sofortigen Ausstieg aus der Braunkohleförderung begonnen.
Die Proteste sollen bis Dienstag andauern. Die Demonstranten lösten einen Großeinsatz der Polizei aus. Aktivisten besetzten etwa vorübergehend einen riesigen Bagger im Tagebau Inden und blockierten zeitweise eine Kohle-Transportbahn im Tagebau Garzweiler.
Polizisten patrouillieren am Tagebau Garzweiler. RWE betreibt im rheinischen Braunkohlerevier außerdem die Tagebaue Hambach und Inden. Die abgebaute Braunkohle wird in vier benachbarten Kraftwerken zur Stromerzeugung verfeuert. Klimaschützer kritisieren den hohen Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid durch diese Kraftwerke.
Wie das Aktionsbündnis "Ende Gelände" mitteilte, blockierte eine Gruppe eine Werksbahn des Energiekonzerns RWE am Tagebau Hambach.
"Unsere Linie ist ein Symbol für die Grenze der gefährlichen Erderwärmung, die nicht überschritten werden darf und zugleich für die Grenze des Abbaus der Kohle", heißt es im Aufruf zu der Protestaktion.
Protestzug am Samstag: RWE hatte die Leistung des Kraftwerks Neurath infolge der Proteste vorübergehend gedrosselt.
Vereinzelt kam es auch zu Gewalt - unter anderem bei Rangeleien mit der Polizei. Unbekannte beschossen zudem einen Mannschaftswagen der Sicherheitsbehörden am Tagebau Hambach mit Schleudern und Feuerwerkskörpern.
Andere wiederum demonstrierten mit Humor - und Kreativität bei der Wahl der Protestkleidung.
Schornsteine im Hintergrund: Demonstranten laufen über ein Feld im rheinischen Braunkohlerevier.