Proteste in Frankreich Blockade am Flughafen
Tanklaster verlassen unter dem Schutz eines Sondereinsatzkommandos der Polizei eine Raffinerie in Caen. Der Einang des Geländes wird von Demonstranten blockiert, die gegen die Pläne von Präsident Nicolas Sarkozy protestieren, das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre anzuheben.
Am Donnerstagmorgen blockierten Demonstranten auch den Zugang zum Flughafen von Marseille.
Reisende mussten ihre Autos am Straßenrand abstellen und zu Fuß zum Flughafen gehen. Trotz Warnungen der Regierung dauerten die Proteste im Land an.
In Lesquin im Norden Frankreichs blockierten Lastwagen ein Logistikzentrum, in der Gegend von Le Havre sperrten Demonstranten eine Autobahn.
Müllarbeiter streiken, in Marseille türmt sich der Abfall - hier sind die Aufräumarbeiten am Mittwoch zu sehen.
Präsident Nicolas Sarkozy hatte ein hartes Vorgehen der Polizei angekündigt. Die Blockaden aller Benzindepots sollten gebrochen werden, sagte er. Doch am Donnerstagmorgen waren noch immer mindestens 14 Depots blockiert.
In den vergangenen Tagen waren die Proteste radikaler geworden: Wegen der blockierten Benzindepots wird der Treibstoff im Land knapp. Auch der Eingang zu dieser Raffinerie östlich von Paris soll nach dem Willen der Protestierenden versperrt bleiben.
Vor diesem Depot in Caen hatten die Demonstranten Reifen angezündet. Die Polizei versucht, die "öffentliche Ordnung" wiederherzustellen.
An den Tankstellen bildeten sich seit Anfang der Woche lange Schlangen, Autofahrer tankten auf Vorrat.
Landesweit mussten mindestens 1000 Tankstellen vorübergehend schließen. "Kein Treibstoff mehr" verkündet dieses Schild am Montag in Wattignies in Nordfrankreich.
In einigen Städten eskalierten die Proteste. Wie hier in Lyon brannten bei Krawallen Mülltonnnen und Autos (hier ein Bild von Montag).
In Nanterre bei Paris warfen Randalierer Steine auf Polizisten, diese reagierten mit Tränengas.
Am Mittwoch brannten in Lyon erneut Lastwagen, Geschäfte wurden geplündert. Der Senat will die Reform frühestens am Donnerstagabend und spätestens am Wochenende verabschieden.
Bei den Ausschreitungen in Lyon ging die Polizei auch mit Tränengas gegen rund 300 Jugendliche vor.