Proteste in Hongkong: "Teilt euch nicht" - DER SPIEGEL
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Proteste in Hongkong "Teilt euch nicht"

Keine brennenden Autos, dafür Erste-Hilfe-Stationen und Demonstranten, die aufräumen: In Hongkong wird anders protestiert als im Westen.
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Vereint im Protest: Ein geplantes Gesetz, mit dem Verdächtige an Behörden des chinesischen Festlands ausgeliefert werden könnten, hat schon vor Wochen Hunderttausende Menschen in Hongkong auf die Straßen getrieben.

Foto: Anthony Kwan/ Getty Images
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Statt weniger wurden es mehr: Zwischenzeitlich protestierten knapp zwei Millionen Hongkonger gegen das Auslieferungsgesetz - das ist mehr als jeder vierte Einwohner.

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Die Polizei versucht sich mit Tränengas durchzusetzen: Es gibt zahlreiche Berichte über Polizeigewalt bei den Protesten, die sehr friedlich begonnen hatten.

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Athit Perawongmetha/ REUTERS

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Seit der Rückgabe Hongkongs von Großbritannien an China kommt es in der Sonderverwaltungszone immer wieder zu Protesten.

Foto: Geovien So/ DPA
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Ein Grund dafür ist laut Experte Antony Dapiran das politische System, das den Hongkongern zwar vergleichsweise viele Freiheiten einräumt, gleichzeitig aber kaum demokratische Teilhabe.

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Der Protest ist damit eine der wenigen Möglichkeiten für die Hongkonger, Kritik an der Regierung zu üben.

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Polizisten hinter Absperrungsgittern: Der Protest gehört inzwischen zur Identität der Hongkonger.

Foto: Geovien So/ DPA
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"Du bist erst ein echter Hongkonger, wenn du Tränengas geschmeckt hast" - das sagte eine Demonstrantin laut Experte Dapiran. Die Bürger der Sonderverwaltungszone wollen ihre Freiheiten verteidigen, die ihnen Peking bis 2047 zusicherte.

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Dabei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen mit der Polizei.

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Die Demonstranten randalierten selten - bis zum 1. Juli: Einige Hundert Protestierende verschafften sich gewaltsam Zugang zum Parlamentsgebäude. Dort beschmierten Sie die Wände und zertrümmerten Scheiben.

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Regierungschefin Carrie Lam hat inzwischen eingelenkt: Das umstrittene Auslieferungsgesetz sei "tot", sagte sie. Den Demonstranten reicht das nicht.

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Ob damit die Proteste aufhören? Längst geht es dabei auch um demokratische Teilhabe und die Unabhängigkeit von China.

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Für manche Beobachter sind die Proteste letzte Kampf der Hongkonger gegen die Übermacht in Peking.

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Mit den Regenschirmen versuchten die Demonstranten, sich gegen das Tränengas der Polizei zu schützen.

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Auch die Bauhelme und Schwimmbrillen dienen den Demonstranten zum Schutz. Sie haben sich so organisiert, dass mit Handzeichen signalisiert wird, wenn andere Ausrüstung benötigt wird.

Foto: Tyrone Siu/ REUTERS
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"Man bekommt fast das Gefühl, hier wird eine Utopie entworfen: Die Demonstranten scheinen gemeinsam zu einer idealen Gesellschaft hinzuarbeiten", sagt Experte Dapiran.

Foto: Philip Fong/ AFP
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