Containerer-Prozess Proteste verhindern Verhandlung
Angeklagte Raoul M. (2. von links) und Rowena F. (2. von rechts) mit Laien-Rechtsbeiständen: Die beiden waren beim Lebensmitteldiebstahl aus Müllcontainern erwischt worden. Die Containerer sehen sich in Gegnerschaft zur Überflussgesellschaft. In Aachen...
...hielten sie Richter Matthias Quarch (links) für dessen Repräsentanten: Vergeblich bemühte der sich, eine ordentliche Verhandlung auf den Weg zu bringen. Mit Provokationen, Protesten und Anträgen schafften es die Angeklagten, eine Entscheidung zu verhindern. Ob sie ihrer Sache...
...damit dienten, darf bezweifelt werden. Ihr Protest- und Infostand vor dem Justizzentrum Aachen war in den Stunden vor der Verhandlung...
...eher auf freundliches Interesse, wenn nicht Sympathie gestoßen. Containerer protestieren gegen den Wegwerfwahn einer Gesellschaft, die alles zu Müll erklärt, was nicht mehr präsentabel ist.
Eine nachvollziehbare Kritik, die viele teilen können. Entsprechend groß fiel in Aachen auch das mediale Interesse aus. Neben regionalen Zeitungen und dem WDR...
...war auch Sat.1 vor Ort: Es hat eben TV-Appeal, wenn junge, idealistisch motivierte Menschen sich von Wohlstandsmüll ernähren. Die Kritik ist nachvollziehbar, der Missstand ebenso. Vor Gericht schaffen es die Aktivisten später jedoch nicht, ihr Anliegen zu vertreten.
Zu grundsätzlich ist die Opposition, die Gegenstellung zu den vermeintlichen Vertretern des "Systems". Die draußen fröhlich zelebrierte Gegenöffentlichkeit verliert drinnen an Glaubwürdigkeit, weil sie im eigenen Protest zur Posse wird.