Protestlesung Grass dampft gegen Atomkraft
Günter Grass bei der Protestaktion "Lesen gegen Atomstrom": Dass sie auf einem Vattenfall-Gelände stattfindet, direkt gegenüber dem Atomkraftwerk Krümmel, war seine Idee. Die konnte Vattenfall dem Schriftsteller schwer abschlagen - zu groß wäre der Imageschaden gewesen.
Rund 400 Atomkraftgegner und Grass-Fans kamen zu der Lesung. Sie ist auch eine Protestaktion gegen die von Vattenfall gesponserten Lesetage, die Mitte April in Hamburg stattfinden.
Grass nannte es eine "Ungeheuerlichkeit", dass der NDR als Medienpartner der Vattenfall-Lesetage auftrete. In Sichtweite zum AKW Krümmel polterte er gegen die "immer mächtiger werdende Lobby" der Energiekonzerne in Berlin.
Auf der Bühne redete sich Grass in Rage, danach gab er geduldig Autogramme - die Pfeife stets im Mund.
Das Firmenlogo am Eingangstor zum AKW Krümmel wurde verdeckt. Vattenfall veranstaltet eine eigene Lesereihe in Hamburg, da wird das Logo wieder gut sichtbar sein.