Protesttag Remmidemmi beim Bildungsstreik
Bildungsstreik: 10.000 bis 20.000 Studenten und Schüler, so die sehr unterschiedlichen Schätzungen von Polizei und Organisatoren, protestierten in Berlin. Die Demo in Berlin war die größte, doch auch in anderen deutschen Städten gingen insgesamt über 100.000 junge Menschen auf die Straße. mehr...
In Hamburg demonstrierten rund 8000 Schüler und Studenten, darunter Annemarie Kriszun, 24. Sie macht sich Sorgen um ihre Berufsaussichten: "Arbeitgeber wollen immer interessante Profile von tollen Studenten haben, aber das ist nicht mehr möglich."
Im Mainzer Abgeordnetenhaus warfen knapp hundert Demonstranten Klopapierrollen durch die Gänge und hängten Transparente auf. Eine Fotoausstellung zum Volksaufstand in der DDR vor 56 Jahren soll beschädigt worden sein.
In München stellte sich der bayerische Kultusminster Ludwig Spaenle (CSU) den demonstrierenden Schülern - und verschaffte sich mit einem Megafon Gehör auf dem Odeonsplatz.
Auch in Magdeburg zogen einige tausend Schüler und Studenten durch die Straßen.
In Berlin sammelten sich die ersten Protestierer schon am frühen Vormittag rund um den Neptunbrunnen zwischen Marienkirche und Rotem Rathaus.
Bärtiger Einpeitscher, bartloses Publikum: Auch in Heidelberg beteiligten sich vor allem Schüler am Bildungsstreik.
"Streikt nicht, engagiert euch!", hatte der konservativ regierte Asta unter RCDS-Führung von den Bonner Studenten verlangt - nützte wenig: 3000 Demonstranten, wie andernorts mehrheitlich Schüler, gingen trotzdem hin.
Anleihe bei der Sesamstraße: "...wer nicht zahlt, bleibt dumm". Schüler protestierten in Frankfurt am Main gegen das "Turbo-Abi" und gegen die von ihnen befürchtete Wiedereinführung der Studiengebühren in Hessen.
Vermummung mittels Aufklebern: "Heute schon auswendig gelernt?", steht darauf. Damit will das Aktionsbündnis Lernmethoden in Schulen und Universitäten kritisieren.
Auch Hunderte Schüler in Franfurt am Main demonstrierten gegen das "Turbo-Abi", also eine auf zwölf Jahre verkürzte Schulzeit. Manche...
...lautstark, beklebt und mit einiger Wut im Bauch.
Demo-Nachwuchs: Vor der Lorenzkriche in Nürnberg stellen sich diese Schüler vor allem der Schulzeitverkürzung auf ein achtjähriges Gymnasium entgegen - und betonten den Zusammenhalt mit den Studenten. Versöhnliches Motto: "Gemeinsam sind wir stark."
Einer von 5000 jugendlichen Demonstranten beim "Bildungsstreik 2009" in München
Ich schlaf im Zelt, für mehr Geld: Protestcamps haben Studenten in ganz Deutschland errichtet - so wie hier auf dem Rasen vor der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Protestwoche unter dem Motto "Bildungsstreik 2009". Demonstriert wird für und gegen so ziemlich alles. Die Teilnehmerzahlen blieben zu Wochenanfang noch recht bescheiden.
Dann sing ich ein Protestlied für dich: Von einer Gruppe Studenten vor der Münchner LMU vorgetragen
Die Schüler-Demo mit rund 700 Teilnehmern war noch eine der größten Veranstaltungen am Dienstag, dem zweiten Tag der Protestwoche. Im Anschluss blockierten...
...rund 200 Demonstranten für 20 Minuten eine Kreuzung. Alles war friedlich, meldete die Gießener Polizei.
Das Präsidium der FU Berlin sieht öfter wütende Studenten demonstrieren. Der Hausherr Dieter Lenzen hatte mit Appeasement ("Ich habe Verständnis") versucht, die Studenten am Montag milde zu stimmen - nützte aber nichts. "Lenzen ist Teil des Problems", sagte eine Studentin der FU.
Ebenfalls in München sperrten Schüler das Willi-Graf-Gymnasium ab und stellten es symbolisch unter Quarantäne - das Bildungssystem sei schließlich krank, da muss man...
...schon mit der Desinfektionssprühflasche kommen. Die Aktion sollte an die geplante Großdemonstration am Mittwoch erinnern.
Kunsthochschule? Nein, Uni Freiburg. Hier übten sich einige Physikstudenten im Stühlestapeln und wollen damit gegen den Bologna-Prozess, Studiengebühren und ganz allgemein demonstrieren.
In Frankfurt (Oder) probierte es eine Handvoll Studenten mit einem Die-in. Auch sie sind gegen alles Ungerechte, wenn schon nicht auf dieser Welt, dann doch wenigstens im Bildungswesen.