Punks und Anarchos in der Sowjetunion - DER SPIEGEL
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Anarchy in the UdSSR Punk-Milchmann im Arbeitsdienst

Überfälle auf Theatergänger, kreidebleiche Politiker - und die Polizei bog sich vor Lachen: Punks wie Misha Buster mischten in den achtziger Jahren Moskau auf. Auf einestages erzählt der Bürgerschreck von einst über seinen irren Alltag im Untergrund und zeigt Bilder aus seinem einzigartigen Archiv.
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Junge Wilde: Die neue Generation des Streetpunks, aufgenommen 1992 in Moskau. Auch Misha Buster war erst 13, als er Mitte der achtziger Jahre in die Szene eintauchte und sich einen neuen Namen gab - nach Buster Keaton, dem US-amerikanischen Komiker.

Foto:

Misha Buster/www.kompost.ru

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Ganz brav: Moskauer Streetpunks posieren 1988 bei züchtigen Aufnahmen in einem Fotostudio.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Punkrock-Clowns: Misha Buster, links, 1987 gestylt als Psychobilly, neben dem Gitarristen der Punk-Band Provocation, die Buster managte.

Foto: Yaroslav Mayev via Misha Buster
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Jugendsünden: Ein Punk und ein Ljuber in einem Fotoatelier in Moskau, aufgenommen 1988. Die sogenannten Ljuberi waren eine Jugendgruppe aus dem Moskauer Satellitenviertel Ljuberzy - muskelbepackt und mit einer nationalen politischen Einstellung.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Gefahrenzone: Mitglieder einer russischen Motorrad-Gang auf dem Roten Platz in Moskau, aufgenommen 1989. Zu sowjetischen Zeiten drohte die Verhaftung, wenn man sich als Sowjetbürger auf öffentlichen Plätzen in Outfits der Subkultur zeigte, erinnert sich Misha Buster.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Rebellen am Kreml: Die russischen Rocker Andrej Melkijy, Dima Sabbath und Sascha Lebed demonstrieren ihren Dresscode 1987 auf dem Roten Platz. Die Fotos aus dieser wilden Zeit hatte Dima Sabbath bis zu seinem Tod aufbewahrt.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Skins auf Rotem Platz: Oi!-Punks mit kahl rasiertem Schädel in den Achtzigern mitten in Moskau. Die Gruppe machte sich einen Spaß aus der Ironie des Motivs: vermeintliche Neonazi-Touristen, fotografiert im kommunistischen Machtzentrum. Dabei setzten sie sich dem hohen Risiko aus, verhaftet zu werden.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Loch-Chic: Julia im Punk-Wave-Look, fotografiert 1989 in Russland.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Buuh! Diese drei russischen Metalheads erschrecken eine alte Dame. Misha Buster über Aktionen dieser Art: "Angst und Lachen - das war unser Markenzeichen."

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Marke Eigenbau: Biker auf selbstgebauten Choppern, aufgenommen 1989 in Moskau.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Mucke machen: Eine russische Punk-Band auf dem Weg von der Plattenbausiedlung zu ihrem Auftritt, aufgenommen in den achtziger Jahren.

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Punk-Werk: Liebevoll wie in einem Familienalbum haben einige der sowjetischen Anarchos, so auch Metalhead Dima Sabbath, die Erinnerungen an die Zeit mit ihren Freunden auf den Straßen der Perestroika dokumentiert.

Foto: Dima Sabbath via Misha Buster
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Fahrzeugentführung: Hippies während einer Straßen-Performance, aufgenommen 1984 in Moskau.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Gesammelte Erinnerungen: Metalhead Dima Sabbath starb 2005. Seine Alben mit Fotos und Zeichnungen hat Misha Buster aufbewahrt und präsentiert sie zusammen mit weiteren Fundstücken in Ausstellungen und Büchern über die sowjetischen Subkulturen.

Foto: Dima Sabbath via Misha Buster
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An die Kette gelegt: Ein Anarcho-Punk machte 1986 in Leningrad seine Späße mit einer Eisenkette. Das Schild besagt: Freilaufende Hunde verboten.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Protest-Beißer: Das Punk-Girl, aufgenommen 1987 im damaligen Leningrad, ist vermutlich mit den Wortmeldungen am anderen Ende der Leitung nicht ganz einverstanden.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Blumenkinder: Zwischen Hedonismus und Kommunismus bewegten sich die russischen Hippies in den Achtzigern, hier eine Aufnahme aus Moskau, 1988.

Foto: Yaroslav Mayev via Misha Buster
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Ausgelassen: Zwei Psychobillys 1986 auf einer Bank in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg.

Foto: Evgeniy Kozlov via Misha Buster
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Agro-Style: Punk-Mode russisch. Fotografiert in den achtziger Jahren in der Sowjetunion. Fotograf und Models sind unbekannt.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Bewegung aus dem Untergrund: Die Moscow Breakdance Crew, aufgenommen 1987 während ihres Auftritts auf dem Tschernjgolowka Breakdance-Festival in der Nähe Moskaus. Mit Glasnost und Perestroika öffnete sich die sowjetische Gesellschaft Mitte der achtziger Jahre für Jugendkulturen, die sich vom Westen hatten inspirieren lassen.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Lässig anno 1989: Zwei Rockabillys aus St. Petersburg, Mitglieder der Band Swindlers.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Zwischen Lada und Audi: Estnische Streetpunks lungern 1988 in Tallinn auf einem Parkplatz rum.

Foto: Lev Goncharov via Misha Buster
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Sowjet-Anarchos: Rebellion und "nichtsowjetische Lebensstile" waren in den achtziger Jahren unter den Kids der Bürgerschicht beliebt. Musikstile formten die unterschiedlichen Gruppierungen, wie beispielsweise auch die New Waver, hier drei Vertreter dieser Subkultur 1984 auf dem Newski-Prospekt in Leningrad.

Foto: Dmitriy Konradt via Misha Buster
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Nachtwölfe: Mitglieder der russischen Motorrad-Gang Night Wolves - mit einer Vorliebe für umfangreiche Körperbehaarung. Aufgenommen 1990 in Moskau.

Foto: Sergey Borisov via Misha Buster
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Modebewusst: Punks im Publikum einer Modenschau in Moskau, rechts die Avantgarde-Modedesignerin Katja Fillipowa.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Stilecht: Metalhead Perestroika, aufgenommen 1987 in Moskau, mit Kette, Nietenbändern und E-Gitarre. Viele der Jugendlichen im Untergrund gaben sich Spitznamen, oft mit ironischer Anspielung.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Metall-Mode: Die beiden russischen Punk-Mädels Gru und Miledy in den erste Heavy-Metal-Merchandising-Klamotten der Band "Korosia Metalla", aufgenommen in den achtziger Jahren.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Haarig: Zwei Streetpunks mit frisch rasiertem Irokesenschnitt 1989 in Moskau.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Russische Rocker-Fashion: Irina Gru posiert 1986 für den Fotografen.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Red Wave: July und Ira im sowjetischen New-Wave-Look der achtziger Jahre.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Punk-Milchmann Misha Buster: Weil er nicht zur Schule ging und auch sonst gegen diverse Regeln des Sowjetsystems verstieß, schickte ihn der Staat zur Arbeit in eine Molkerei. Der Job schmeckte dem 15-Jährigen, der sich als Straßenkünstler verstand, allerdings gar nicht. Die Aufnahme zeigt ihn im Jahre 1988.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Motorrocker Ratnikow: Der Musikproduzent Ed Ratnikow ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Moskauer Rockerszene der Achtziger. Zusammen mit Misha Buster gab er das Buch "X-80" heraus, eine drei Kilo schwere Sammlung von Fotos und Geschichten aus der sowjetischen Untergrundszene.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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Alle in einem Boot: Eine Hippie-Performance - sechs Nackte in einem Kanu - im russischen Zarizino bei Moskau, aufgenommen 1985.

Foto: Misha Buster/www.kompost.ru
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