Purity Balls in den USA: Enthaltsame Teenager und ihre Väter - DER SPIEGEL
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Keuschheitsschwur von Teenagern Lieber Vater, ich gelobe

Keusch bis zur Ehe: In den USA legen Mädchen dieses Versprechen in feierlichen Zeremonien ab - begleitet von ihren Vätern. Der schwedische Fotograf David Magnusson erklärt, warum die Bilder der ungewöhnlichen Paare auf einige Betrachter verstörend wirken.
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Rose, 16, und Randall Smoak aus Dixie, Louisiana: "Ich wollte schon immer rein bleiben", sagt Rose. "Ich habe gelobt, in Körper und Geist rein zu bleiben, und mein Vater hat gelobt, dass er mich beschützen und mich beim Aufwachsen betreuen wird, bis ich heirate."

Rose hat auf einem "Purity-Ball" ihr Keuschheitsgelübde bis zur Ehe abgelegt. Bei den Zeremonien versprechen junge Mädchen sexuelle Abstinenz - vor Gott, vor sich selbst und vor ihrer Familie. Die Väter geloben, ihre Töchter auf diesem Weg zu unterstützen. Der schwedische Fotograf David Magnusson hat einige dieser Bälle in den USA besucht und die Mädchen hinterher mit ihren Vätern fotografiert - in ihren Ballkleidern. 

Foto: David Magnusson
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Pierce und Jasmine Nunley, 15, aus Grand Caine, Louisiana: "Zum Schluss haben wir uns gegenseitig unsere Gelöbnisse vorgesprochen", erzählt Jasmine. Dabei habe sie geweint, so wie einige andere Mädchen auch. "Manche weinten vor Freude, und manche klammerten sich einfach ganz fest an ihre Väter."

Foto: David Magnusson
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Jenna, 11, und Jeff Clark aus Chandler, Arizona: "Wir hatten beim Reinheitsball kleine Karten, auf denen stand 'Ich schwöre, stets ein reines Herz zu haben', und wir haben jeweils eine unterschrieben, mein Vater und ich", sagt Jenna. "Reinheit bedeutet, ein sauberes Herz zu haben, ohne dass dich schlechte, negative Dinge beschäftigen. Denn wenn dich schlechte, negative Dinge beschäftigen, dann führt dich das nicht auf einen guten Weg in den Himmel."

Die Bälle werden von christlichen Gruppen in den USA organisiert.

Foto: David Magnusson
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Tom and Calee Cortes, 12, aus Surprise, Arizona: "Bei der Reinheit geht es darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Du kannst falsche Entscheidungen treffen, die sich auf den Rest deines Lebens auswirken, und du kannst richtige Entscheidungen treffen, die sich auf den Rest deines Lebens auswirken", sagt der Vater Tom Cortes. "Es gibt wohl keine perfekte Erziehung, aber meine Frau und ich wollen unsere Kinder einfach bestmöglich befähigen, richtige Entscheidungen zu treffen."

Fotograf Magnusson erzählt, die Mädchen hätten ganz unterschiedliche Gründe genannt, warum sie keusch bleiben wollen. Eine Gemeinsamkeit sei ihr christlicher Glauben gewesen. Einige Familien gehören der Homeschooling-Bewegung an, die ihre Kinder zu Hause unterrichtet, um sie vor jeglichen äußeren Einflüssen fernzuhalten.

Foto: David Magnusson
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Hope, 13, und Jay Smallwood, Haughton, Louisiana: "Für mich bedeutet Reinheit, dass ich meinen Traum erfüllen kann. Ich kann das tun, was ich will und diesen besonderen Moment mit meinem Mann erleben, sobald wir heiraten. Ich habe erkannt, dass es mein größter Traum ist, nach Frankreich zu gehen, und das kann ich nicht tun, wenn ich vor der Ehe schwanger werde", sagt Hope.

Foto: David Magnusson
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Grace, 14, und Gary Kruse, Black Forest, Colorado: "Es bereitet mir wirklich Freude, die Rose vor dem Kreuz niederzulegen und meine Schönheit Gott zu geben", sagt Grace.

Viele Betrachter empfinden die Bilder als verstörend, sagt Fotograf Magnusson. Er habe die Teenager aber als sehr selbstbewusst erlebt. Seine Regieanweisung an die Väter und Töchter lautete: Drückt in eurer Pose für die Fotos eure Beziehung zueinander aus - ihr könnt euch anschauen, umarmen oder auch gar nicht berühren.

Foto: David Magnusson
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Whitney, 17, und Eric Holloway, Shreveport, Louisiana: "Reinheit ist nicht nur was für Frauen", sagt Vater Eric Holloway. "Ich achte darauf, dass meine Söhne sich genauso verhalten. Auf dieser Welt haben sich die Dinge so entwickelt, dass man als Junge tut, was man will. Man geht los und amüsiert sich und stößt sich die Hörner ab. Aber ich will, dass meine Jungen mit ihren Frauen etwas ganz Neues und Reines teilen können, wenn sie sich begegnen."

Foto: David Magnusson
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Kameryn, 14, Randy und Kaalyn, 9, Wilson aus Colorado Springs, Colorado: Vater Randy Wilson organisierte einen dieser Bälle. Er sagt: "Als meine Frau und ich unsere Kinder aufzogen, begannen wir uns die Frage zu stellen: Was brauchen unsere Kinder in ihren Teenagerjahren von uns? Und bei einem Mädchen, das zur Frau wird, sahen wir ein ungeheures Bedürfnis nach einer Beteiligung des Vaters an ihrem Leben. Also haben wir den Reinheitsball gegründet, um die Vater-Tochter-Beziehung zu feiern."

Die Väter geben während der Zeremonie das Versprechen ab, ihre Töchter auf deren Weg zu unterstützen, zu beschützen und ihnen ein gutes Vorbild zu sein, indem sie ihre Ehefrau nicht betrügen, die eigene Familie ehren und für ihre Werte einstehen.

Foto: David Magnusson
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Miranda, 13, und Jody Heckert aus Yuma, Arizona: "Reinheit bedeutet, abstinent zu bleiben und eine besondere Beziehung zu deinem Ehepartner zu haben, wenn ihr heiratet", sagt Vater Jody zu seiner Tochter.

Miranda sagt: "Ich möchte, dass mein zukünftiger Gatte ein Mann Gottes ist. Ich will, dass er die gleichen Überzeugungen hat wie ich."

Foto: David Magnusson
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Will und Nicole, 17, Roosma aus Tucson, Arizona: "Man hört oft Witze über Väter, die mit dem Gewehr bei der Tür stehen, damit die Jungs nicht aus der Reihe tanzen. Aber ich bin einfach nicht der Typ dazu. Ich weiß, dass Nicole richtig entscheiden wird, wenn sie den Mann auswählt, mit dem sie langfristig zusammenbleiben will. Ich habe ihren jetzigen Freund kennengelernt und er ist ein guter Junge", sagt Vater Will.

Die meisten Reinheitsbälle finden im sogenannten Bibel-Gürtel statt: im Mittleren Westen und Süden der USA. Aber auch in Illinois gibt es welche.

Foto: David Magnusson
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Laila, 7, Antonio und Maya, 5, Sa aus Colorado Springs, Colorado: "Der Reinheitsball war ein großer Segen. Einen Abend lang war ich ihr Prinz und sie waren meine Prinzessinnen", sagt Vater Antonio. Gott habe ihm die Leben seiner zwei Töchter anvertraut – dies sei für ihn die größte Kraftquelle, so der gläubige Vater.

Die meisten Mädchen sind bei ihrem Keuschheitsgelübde zwischen 12 und 17 Jahre alt. Bei dem Ball in Colorado Springs sind sie allerdings jünger. "Deshalb unterzeichnen dort nur die Väter das Gelübde, die Mädchen können freiwillig ein symbolisches Versprechen ablegen", erzählt Fotograf Magnusson.

Foto: David Magnusson
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Jamie, 13, und David Clampitt aus Shreveport, Louisiana: "Reinheit ist mehr als körperliche, sexuelle Abstinenz, auch wenn die meisten Leute nur das damit in Verbindung bringen. Es geht auch um den emotionalen Aspekt, die Reinheit des Herzens. In der heutigen Gesellschaft begegnet einem einfach ein schlechtes Beispiel nach dem anderen, und die sind das Ergebnis davon, dass jemand nicht rein geblieben ist."

Das Bild der Clampitts ist auch das Buchcover des Fotobands "Purity" von David Magnusson.

Foto: David Magnusson
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"Purity"-Ausstellung in Stockholm: "Viele Betrachter haben sich jedoch von den Bildern provoziert gefühlt. Ich finde die unterschiedlichen Reaktionen sehr spannend, denn offenbar hängen sie stark ab von dem persönlichen Wertesystem der Zuschauer", sagt Fotograf David Magnusson.

Foto: David Magnusson
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David Magnusson, Jahrgang 1983: Als er zum ersten Mal von den Reinheitsbällen hörte, stellte er sich "übertrieben ängstliche Väter" vor, erzählt der Fotograf. Dann habe er begonnen, alles zu dem Thema zu lesen und besuchte irgendwann auch einige Bälle. Dort traf er schließlich die Protagonisten für die Bilderreihe und sei überrascht worden.

Foto: David Magnusson
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