Rätselhaftes Ende - DER SPIEGEL
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Rätselhaftes Ende Nazi-Arzt im falschen Grab

Ein NS-Mörder in einer Gruft mit Nazi-Opfern? In Nürnberg wurde 2005 der Name des "Reichsgesundheitsführers" Leonardo Conti entdeckt - auf einem Ehrengrab für Zwangsarbeiter. Schnell wurde der Name weggefräst - aber wie kam Hitlers Spitzenmediziner überhaupt dorthin?
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NS-Kinderheilstelle: Das Bild zeigt Dr. Leonardo Conti (rechts) bei der Untersuchung von Schulkindern. Später wird man über ihn wissen, dass er im Nationalsozialismus mitverantwortlich war für Zwangssterilisationen, Schwangerschaftsunterbrechungen und Euthanasie. Unbestritten ist auch seine Beteiligung an Menschenversuchen.

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Conti als Kriegsopfer: Noch im Juni 2002 führte die Grabplatte auf dem Nürnberger Friedhof den Namen des "Reichsgesundheitsführers" Leonardo Conti auf. Die Kopfbeschriftung der Tafel lautete: "In diesem Gräberfeld ruhen 581 Kriegstote aus Osteuropa. Sie wurden aus dem Nürnberger Südfriedhof hier zur letzten Ruhe zusammengebettet."

Foto: Susanne Rieger
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Conti von Grabplatte geflext : Im Sommer 2005 wurde der Name des "Reichsgesundheitsführers" Leonardo Conti von der Grabplatte auf dem Nürnberger Friedhof entfernt. Die Idee der Umbettung wurde verworfen. Die Kopfbeschriftung der Grabplatte lautet weiterhin: "In diesem Gräberfeld ruhen 581 Kriegstote aus Osteuropa. Sie wurden aus dem Nürnberger Südfriedhof hier zur letzten Ruhe zusammengebettet."

Foto: Susanne Rieger
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Dr. Leonardo Conti: Neben seiner Aufgabe als "Reichsgesundheitsführer" im Reichsministerium des Inneren ist Multifunktionär Conti zugleich Leiter des "Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes" (NSDÄB) und auch noch "Hauptdienstleiter" der NSDAP für den Bereich Volksgesundheit - und macht sich in seinem ideologischen Wahn schwer schuldig.

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NS-Kinderpflege: Schwestern in einer Kinderheilstätte des "Dritten Reichs" mit den Jüngsten. Nach dem Tod des "Reichsärzteführers" Gerhard Wagner 1939 wird Leonardo Conti dessen Nachfolger. Er trägt damit die Verantwortung für die medizinischen Versorgung der deutschen Bevölkerung. Für die Nazis geht es darum, die "Volksgesundheit" ganz in den Dienst ihrer Ideologie zu stellen.

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Besichtigungsreise: Zweiter von rechts in der ersten Reihe ist Hitlers Reichsgesundheitsführer Dr. Leonardo Conti, rechts von ihm Dr. Hugo Jury, der Gauleiter von Niederdonau (Niederösterreich).

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Dienst im Luftschutzkeller: Die Medizin des "Dritten Reichs" sollte der "Volksgesundheit" dienen. Die Ideologie der Nationalsozialisten bestimmte, wer wie behandelt wurde. Das Foto zeigt NS-Krankenschwestern im Gaukrankenhaus.

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Ansprache des "Reichsgesundheitsführers": Leonardo Conti wurde am 19. Mai 1945 von den Alliierten verhaftet - und nahm sich im Oktober 1945 das Leben. Zu einer Anklage gegen ihn wegen seiner Verantwortung für Verbrechen im "Dritten Reich" kam es daher nicht mehr.

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Conti-Grab in Nürnberg: Auf dem Gräberfeld des Nürnberger Südfriedhofs sind Hunderte ausländische Kriegstote beigesetzt, unter ihnen - irrtümlicherweise - auch "Reichsgesundheitsführer" Leonardo Conti. Nachdem das Missgeschick 2005 bekannt geworden war, ließ die Stadt seinen Namen von der Gedenktafel entfernen.

Foto: Susanne Rieger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?