RAF-Auflösung - DER SPIEGEL
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RAF-Auflösung Die Gescheiterten

Drei Terroristengenerationen hatten alles versucht und waren gescheitert - moralisch, politisch und militärisch: 1998 gab die Rote Armee Fraktion ihre Auflösung bekannt, nachdem es ihr nicht gelungen war, eine Revolution herbeizubomben. Der letzte Akt blieb rätselhaft - wie viele Aktionen vorher.
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Ende in Stammheim: Andreas Baaders Leichnam wurde am Morgen des 18. Oktober 1977 in seiner Zelle in Stuttgart-Stammheim gefunden. In der gleichen Nacht hatten sich auch Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe umgebracht.

Foto: Staatsanwaltschaft Stuttgart
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"Nun Geschichte": Im März 1998 veröffentlichte die dritte Generation der RAF ein Schreiben, in dem sie die Auflösung der Terrorgruppe bekannt gab. Hier die letzte der 12 Seiten.

Foto: © HO Old / Reuters
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Bombenattentat: Dem Vorausgegangen waren drei Jahrzehnte, in denen die RAF mit Gewalt versucht hatte, das politische System der Bundesrepublik zu verändern. Hier ein ausgebranntes Auto nach einem Sprengstoffanschlag im August 1985 auf den US-Luftwaffenstützpunkt Rhein-Main bei Frankfurt.

Foto: AP
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Herrhausen-Attentat: Polizeibeamte stehen in Bad Homburg neben dem Wrack der Herrhausen-Limousine. Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank AG, Alfred Herrhausen, war am 30. November 1989 getötet worden, als eine Autobombe neben seinem Wagen explodierte. 1984 hatte die dritte RAF-Generation mit einer neuen Terrorwelle begonnen, der auch Herrenhausen zum Opfer fiel.

Foto: Kai-Uwe Wärner/ dpa
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Tragisches Ende: Die Leiche des ermordeten Treuhandchefs Detlev Karsten Rohwedder wird aus seinem Haus in Düsseldorf getragen. Rohwedder wurde am 1. April 1991 von Terroristen der RAF erschossen. Das Bekennerschreiben, das am Tatort gefunden wurde, war unterschrieben mit "Kommando Ulrich Wesel". Das letzte Attentat der RAF wurde bis heute nicht aufgeklärt.

Foto: ROLAND WEIHRAUCH/ AP
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"Erste Generation": Ab 1970 wurden die Mitglieder der sogenannten Ersten Generation der RAF per Haftbefehl von den deutschen Justizbehörden gesucht. Hier die Fahndungsbilder von (obere Reihe, von links): Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Ronald Augustin, (untere Reihe von links): Jan-Carl Raspe, Klaus Jünschke, Ilse Stachowiak und Irmgard Möller. Kurz nach den Mai-Anschlägen 1972 wurden die RAF-Protagonisten gefasst: am 1. Juni nahm die Polizei Baader, Raspe und Holger Meins fest, am 7. Juni Ensslin und am 15. Juni Meinhof.

Foto: dpa
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Baader verletzt: Polizeifoto des verletzten Andreas Baader im Operationssaal, aufgenommen von der Polizei am 1. Juni 1972. Bei seiner Festnahme war der RAF-Terrorist angeschossen worden.

Foto: Bundeskriminalamt
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Holger Meins wird verhaftet: Mit Baader zusammen wurde auch Holger Meins verhaftet. Er starb am 9. November 1974 im Gefängnis an den Folgen eines Hungerstreiks. Sein Tod wurde für die Linke zum Fanal und befeuerte die zweite Generation der RAF. Die Terroristen, die am 24. April 1975 die Deutsche Botschaft in Stockholm besetzten und den Militärattaché Andreas Baron von Mirbach und den Botschaftsrat für Wirtschaft Heinz Hillegaart erschossen, nannte sich "Kommando Holger Meins".

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Das Ende einer Flucht: Am 18. Juni 1972 wurde dann auch Ulrike Meinhof in einer konspirativen Wohnung verhaftet.

Foto: A0009/ dpa
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Startpunkt eines blutigen Jahres: Am 7. April 1977 wurde in Karlsruhe Generalbundesanwalt Siegfried Buback in seinem Auto von einem vorbeifahrenden Motorrad aus erschossen. Buback trug die Verantwortung für die Fahndung nach der "ersten Generation" der RAF - Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und anderen. Die Tat wird als Beginn des Terrorjahres 1977 betrachtet, dessen Höhepunkt der Deutsche Herbst war. Vorrangiges Ziel dieser Zeit war die Freipressung der inhaftierten RAF-Mitglieder.

Foto:

KURT STRUMPF/ AP

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Lebenszeichen von Schleyer: Die Pariser Zeitung "Liberation" veröffentlichte am 8. Oktober 1977 dieses Foto des am 5. September in Köln entführten Arbeitsgeber-Präsidenten Hanns-Martin Schleyer. Mit der Entführung des 62-Jährigen begann ein 44 Tage währendes Drama, das die Republik veränderte. Die Namen der vier Täter von der Roten-Armee-Fraktion wurden erst in den Prozessen gegen die RAF-Aussteiger aus der ehemaligen DDR bekannt: Es waren Peter-Jürgen Boock, Willy Peter Stoll, Stefan Wisniewski und Sieglinde Hofmann, die mit Schleyer als Geisel Andreas Baader und zehn weitere inhaftierte Terroristen freipressen wollten.

Foto: AP
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Die "Landshut" in Dubai: Im Oktober 1977 entführten mit der RAF verbündete Palästinenser die Linienmaschine "Landshut" mit 86 Passagieren auf dem Weg in den Urlaub. Nach einer mehrtägigen Odyssee wurde das Flugzeug am 17. Oktober in der somalischen Hauptstadt Mogadischu gestürmt und die Geiseln befreit. Nachdem die führenden Köpfe der RAF von dem Scheitern der Aktion erfahren hatten, begingen sie am 18. Oktober 1977 im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim Selbstmord.

Foto: Harry Koundakjian/AP
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Beerdigung der RAF-Führung: Mit erhobener geballter Faust nimmt am 27.10.1977 einer der zahlreichen Trauergäste am gemeinsamen Grab von Grudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan Carl Raspe Abschied von den Toten. Links steht am Grab Pfarrer Helmut Ensslin, der Vater von Gudrun Ensslin. Die führenden Köpfe der RAF hatten am 18. Oktober 1977 im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim Selbstmord verübt und wurden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen auf dem Stuttgarter Dornhalden-Friedhof beigesetzt.

Foto: DPA
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Wolfgang Grams: Das Fahndungsfoto zeigt den mutmaßlichen RAF-Terroristen, der bei einem Schusswechsel 1993 im Verlauf eines GSG-9-Einsatzes in Bad Kleinen starb. Spekuliert wurde über eine Beteiligung Grams' am Attentat auf den Deutsche-Bank-Vorstand Alfred Herrhausen im Jahr 1989.

Foto: Polizei/ dpa
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Anti-Terror-Einheit GSG 9: Die Anti-Terroreinheit GSG 9 stürmte am 18. Oktober 1977 im somalischen Mogadischu die von palästinensischen Terroristen gekaperte Lufthansa-Maschine "Landshut"; alle Geiseln wurden befreit. Im Hochsicherheitsgefängnis Stuttgart-Stammheim verübten daraufhin die führenden Köpfe der RAF Selbstmord. Das Bild zeigt einen GSG-9-Trupp mit Kommandeur Ulrich Wegener (l.) im Jahr 1979.

Foto: dpa
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