Raketenautos Sprengstoff als Motor
He will RAK you! "120 Kilo Sprengstoff im Rücken, genug für ein ganzes Häuserviertel." Das waren die letzten Gedanken von Raketen-Fritz vor dem Start. Die Flügel waren notwendig, um das Monstrum am Boden zu halten.
Die RAK2 auf der Avus: Der Wagen legte nach 24 Sekunden bereits 1800 Meter zurück und erreichte mit dem Zünden der letzten beiden Raketen eine Geschwindigkeit von 238 Kilometer pro Stunde. Das war viel zu schnell um das Auto sicher auf der Straße zu halten.
Der Erfinder und sein Spielzeug: Raketenantriebe eignen sich auch ausgezeichnet für Motorräder. Fritz von Opel lieferte den Beweis. Er wollte den Geschwindigkeitsrekord für Motorräder - seinerzeit 206 Kilometer pro Stunde - anfechten. Aus Sicherheitsgründen fand dieser Versuch nie statt.
Fritz von Opel vor der Fahrt: Er hatte ein Gespür für stilechte Inszenierungen. Raketen-Fritz hielt noch eine kurze Rede über interstellare Raketenvisionen, dann kletterte er feierlich in sein Monstrum.
Heiße Maschine: Hierbei handelt es sich um einen Nachbau des legendären Raketen-Zweirads Motoclub 500 Super Sport
Geschafft! Der Blick von Fritz von Opel nach bestandener Testfahrt ist bemüht souverän - aber man ahnt, wie die Knie schlottern
Das Raketen-Motorrad: Die Basis war ein herkömmliches Motorrad. Die Raketen wurden während der Fahrt zugeschaltet.
Letzte Vorbereitungen vor der Premiere: Am 30. September 1929 wurde der versammelten Presse die tollkühne Kiste, das Raketenflugzeug von Opel, auf dem Flughafen "Rebstock" in Frankfurt vorgestellt
Fritz von Opel vor dem Start: Etwas aufgeregt war er schon, schließlich wusste er, dass sich im Publikum unter anderem die attraktive Schauspielerin Lilian Harvey tummelte
Historische Bandenwerbung: Die Automobilbranche hatte bereits 1928 ein penetrantes Gespür dafür, Namen möglichst groß auf Gegenstände zu malen
Kleiner Wagen, große Wolke: Die RAK1 rast über die holprige Teststrecke in Rüsselsheim und zieht dabei eine gewaltige Rauchwolke hinter sich her. Man ahnt den Schwefelgeruch.
Die Teststrecke: Auf diesem Oval in der Nähe von Rüsselsheim begann die Geschichte des Raketenautos. Die Strecke wurde zunächst für Tests genutzt, später auch für Auto- und Fahrradrennen. Reste dieser Bahn sind heute noch erhalten, allerdings völlig überwuchert. Das Gelände ist mittlerweile ein Wasserschutzgebiet.
Bereit zum Abschuss: Die RAK1 in der Pole Position. Zwölf Raketen und 40 Kilogramm hochbrisanter Brennstoff warten auf ihren Einsatz.
238 Kilometer pro Stunde: "Seitwärts verschwindet alles. Ich sehe nur noch das große Band der Bahn vor mir. Ich trete schnell noch viermal das Pedal, fahre nun mit acht Röhren. Die Beschleunigung ist ein Rausch. Ich überlege nicht mehr. Die Wirklichkeit verschwindet. Ich handle nur noch im Unterbewusstsein. Hinter mir das Rasen der unbändigen Kräfte." - Aus dem Tagebuch von Fritz von Opel.
Die Feier nach erfolgreicher Fahrt: Nach dem Höllenritt auf der Berliner Avus lässt sich der erschöpfte Pilot Fritz von Opel von der Menge tragen
Joachim Ringelnatz: Der deutsche Schriftsteller, Lyriker und Kabarettist Joachim Ringelnatz hatte eine Einladung für die Testfahrt des Raketenwagens RAK2 von Opel
Farblich abgestimmt: Natürlich musste der Anzug zu den Raketen am Motorrad passen. Fritz von Opel hatte eben ein Händchen für stilechte Inszenierungen.
Die "Motoclub 500 Super Sport" mit Raketen: Auf der Automobilausstellung im November 1928 in Berlin präsentierte Opel zum ersten Mal das Raketen-Motorrad. Allerdings nur als Simulator. Auf diesem durften Besucher das Raketen-Gefühl hautnah erleben.
Heavy Rider: Für Peter Fonda wären die sechs Raketenrohre an der Maschine nichts gewesen
Der bemannte Feuerwerkskörper: Der erste bemannte Flug von Fritz von Opels Raketenflugzeug in der Öffentlichkeit dauerte gerade mal 80 Sekunden. Fritz raste mit 100 Kilometern pro Stunde über den Acker. Der Industrielle musste Notlanden, blieb aber unverletzt.