Ralf Stegner: Der Rote Rambo - DER SPIEGEL
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Ralf Stegner Der Rote Rambo

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Ralf Stegner, geboren 1959 im pfälzischen Bad Dürkheim, gilt als einer der profiliertesten Köpfe der SPD-Linken. Der Sohn eines Dorf-Gastwirtes tritt 1982 in die Partei ein und macht eine klassische Mitarbeiter-Karriere. Von 1990 bis 1994 arbeitet er als Pressesprecher im Hamburger Arbeitsministerium, zwei Jahre später wird er Staatssekretär. 1998 wechselt er nach Schleswig-Holstein - und wird Staatssekretär im Bildungsministerium. Stegner erwirbt sich einen Ruf als harter Hund und "Roter Rambo". Fünf Jahre später holt Heide Simonis ihn in ihr Kabinett, als Finanzminister.

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Stegner steigt zum Kronprinzen auf - und geht nach Simonis' Sturz im März 2005 eine Große Koalition mit CDU-Chef Peter Harry Carstensen ein. Zuvor war Heide Simonis mit dem Versuch gescheitert, eine rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden - mit Tolerierung durch den SSW. Bei der geheimen Abstimmung fehlte ihr in vier Wahlgängen eine Stimme - Stegner musste sich gegen Verdächtigungen wehren, er sei der Abtrünnige. Dieses Gerücht ist inzwischen aber ausgeräumt.

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Nach zwei Jahren als Innenminister tritt Stegner aus dem Kabinett Carstensen aus. Die Koalition steht 2007 kurz vor dem Bruch, nur mit Stegners Wechsel an die Fraktionsspitze lässt sich die Zusammenarbeit fortsetzen. Doch der Streit köchelt weiter. Im Juli 2009 dann der Eklat: Die CDU verkündet das Ende der Zusammenarbeit und bemüht sich um Neuwahlen. Ihr Sündenbock: Stegner, der stets gegen Entscheidungen der Regierung opponiert habe.

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Der SPD-Chef dagegen wirft Carstensen vor, nur auf eine Gelegenheit gewartet zu haben, die Landtagswahl gleichzeitig mit der Bundestagswahl stattfinden zu lassen. Eine Auflösung des Landtags scheitert an den Stimmen der SPD, der CDU-Regierungschef stellt am 23. Juli die Vertrauensfrage - und verliert sie wie geplant.

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Im Wahlkampf bemüht sich der "Rote Rambo" um ein neues Image - hier beim Besuch der Peters Schiffbau Werft in Wewelsfleth. Stegner verzichtet auf seine obligatorische Fliege, die ihn recht streng aussehen lässt, und vermeidet persönliche Attacken auf Carstensen. Seinen konfrontativen Stil gegenüber dem politischen Gegner will er aber nicht ändern. "Mit mir gibt es die SPD in Schleswig-Holstein nur selbstbewusst", sagt er.

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Beifall vom Bundesvorsitzenden: Mit 89 Prozent wird Stegner beim Lübecker Parteitag Ende Juli zum Spitzenkandidaten gekürt. Seite an Seite mit Franz Müntefering beschwört er die Einigkeit der Genossen. Dabei hat der Parteichef durchaus Negativ-Erfahrungen mit dem selbstbewussten Präsidiumsmitglied gesammelt: Als Müntefering im September 2008 am Schwielowsee an die Spitze der SPD zurückkehrt, ist Stegner der Einzige neben Andrea Ypsilanti, der ihm die Stimme versagt.

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