Ranking Die Radlerparadiese der Welt
Platz 1: Amsterdam Die holländische Hauptstadt bekam fast in allen Kategorien die Höchstpunktzahl. "Das ist der einzige Ort auf unserem Planeten, wo Polemik gegen das Fahrrad nicht existiert", heißt es in der Begründung. Etwas Kritik gab's trotzdem: Die Infrastruktur müsse einheitlicher werden. "Wir lieben es, durch Amsterdam zu radeln, aber es würde noch mehr Spaß machen, wenn man nicht immer raten müsste, wie der nächste Radstreifen aussieht."
Platz 2: Kopenhagen Pluspunkte sammelte die dänische Hauptstadt mit dem hohen Anteil radelnder Frauen und den vielen innovativen Ideen, mit denen die Stadt das Radfahren fördert. Dazu gehören zum Beispiel geneigte Mülleimer neben Radwegen, in die man Abfall hineinwerfen kann, ohne anzuhalten, und Parkraum, den Räder tagsüber und Autos abends und nachts nutzen. Die Berater von Copenhagenize.eu wünschen sich aber mehr 30er-Zonen in der Stadt und visionäres Denken im Rathaus, um das ehrgeizige Ziel von 50 Prozent Radanteil schaffen zu können.
Platz 3: Barcelona In der Hauptstadt Kataloniens spielte das Fahrrad vor fünf Jahren so gut wie keine Rolle. Doch dank eines erfolgreichen Leihradsystems und vieler neu angelegter Radwege hat sich das in kürzester Zeit geändert. In vielen Vierteln wurden 30er-Zonen eingerichtet. Die Stadt müsse nun kontinuierlich weiter in die Radinfrastruktur investieren und etwas gegen die Scooter unternehmen.
Platz 4: Tokio Japan haben Europäer kaum auf dem Zettel, wenn sie an velofreundliche Städte denken. Dabei ist Radfahren im Land der aufgehenden Sonne äußerst populär. In Kyoto steigen sogar viele Touristen auf ein Leihrad, um von Tempel zu Tempel zu rollen. In Tokio gilt das Fahrrad als weithin akzeptiertes Verkehrsmittel. Auf den Straßen fühlt man sich sicher, konstatieren die Kopenhagener Berater. Doch sie wünschen sich noch mehr Radwege, um nicht ständig gezwungen zu sein, den Fußweg zu benutzen.
Platz 5: Berlin Das Rad ist aus der Stadt nie ganz verschwunden, heißt es in der Begründung, und erlebe derzeit einen "beeindruckenden Boom". In manchen Stadteilen legen die Bürger 25 Prozent ihrer täglichen Wegstrecke auf dem Rad zurück. Colville-Andersen kritisiert in deutschen Städten jedoch generell einen Mangel an intelligent gestalteter Radinfrastruktur - so auch in Berlin. "Man sieht eine fantastische Vielfalt baulicher Lösungen. Das macht es aber nicht einfach, voranzukommen."
Platz 7: Paris Mit dem Leihradsystem Velib und vielen neu angelegten Radwegen hat die Stadt einen großen Sprung nach vorn gemacht, loben die Experten von copenhagenize.eu. Das Leihsystem sei wohl sogar das beste der Welt. Nun müsse Paris den nächsten großen Schritt machen. Konzepte dazu könne sich die Stadt aus Kopenhagen und Amsterdam abschauen.
Platz 10: Budapest In der Stadt gibt es eine hohe Akzeptanz fürs Fahrrad, und die neu gebauten Radwege sind laut copenhagenize.eu sogar durchdachter als in vielen anderen Städten. Budapest könne zum Vorbild werden für andere Städte in Osteuropa.
Platz 13: Hamburg Dank des erfolgreichen Leihsystems Stadtrad hat sich die Fahrradnutzung in der Stadt in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Doch es müssten endlich bessere Radwege gebaut werden, fordern die Berater. "Deine Einwohner wollen Radfahren, du könntest es ihnen erleichtern", lautet der Appell.
Platz 17: San Francisco Die Stadt der Golden Gate Bridge ist bekannt für ihre Fahrradkultur. Der Anteil der Radfahrer steigt, und auch die Infrastruktur hat sich verbessert. Insgesamt erwarten die Kopenhagener Radexperten von San Francisco aber ein höheres Tempo beim Umsetzen der vielen guten Ideen. Und niemand solle mehr über die Berge der Stadt jammern, die seien laut Colville-Andersen kein Hindernis. Es gebe sogar spezielle Fahrradkarten, die um die Hügel herumführten.
Platz 19: Wien Die Stadt an der Donau will acht Prozent Radanteil erreichen. Es gibt ein Leihsystem und auch zarte Triebe einer Fahrradkultur. Die Infrastruktur ist jedoch unzureichend, oft wisse man nicht, wo der Radweg weitergeht.
Platz 20: New York In der Stadt, die niemals schläft, gibt es immer mehr Radwege. Die Kombination aus Graswurzelbewegung und politischer Unterstützung hat die Stadt bereits stark verändert. Es fehlt unter anderem ein Radleihsystem, wie es Paris und andere europäische Städte längst haben. Kritisiert wird auch das verbreitete Image des Radfahrers als rücksichtslos. In New York benehmen sich alle Verkehrsteilnehmer schlecht, meinen die Kopenhagener Radexperten.