Rarität auf Rädern - DER SPIEGEL
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Rarität auf Rädern Radeln für das Vaterland

Warum gleich Panzer rollen lassen? Die Schweizer setzten ihre Soldaten jahrzehntelang lieber auf Lowtech-Gefährte: das Militärvelo. Nach dem Kalten Krieg hieß es Absitzen zum Abrüsten, das Modell wurde ausgemustert - jetzt reißen sich Sammler und Freaks um die skurrile Radlegende.
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Manöver "Stossen!" Da ohne Gangschaltung ausgestattet, eignet sich das Ordonnanzfahrad 05 nur bedingt zum Erklimmen von Berggipfeln. Wird es zu steil, gibt der Kompanieführer den Befehl "Stossen!" und es wird bergauf geschoben.

Dieses Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von www.ordonnanzrad.ch .

Foto: Philippe Schranz
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Schweizer Radlerregiment: Bis an die Jahrtausenwende unterhielt das Schweizer Bundesheer drei Radfahrerkompanien - seither wird die Velotradition, die 1905 begann, nur noch als Nostalgie gepflegt.

Foto: Christian Brodersen
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Bergradler: Die "Historische Radfahrkompanie" der Schweizer Armee in Aktion.

Dieses Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von www.ordonnanzrad.ch .

Foto: Philippe Schranz
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Militärvelo 05: Das Armeefahrrad oder Ordonnanzrad 05 wurde speziell für die Schweizer Armee entwickelt und produziert. Eine Spezialtruppe aus überdurchschnittlich sportlichen Soldaten kümmerte sich per Velo um die Sicherheit der Eidgenossen. Im Vordergrund stand dabei die Flexibilität und Wendigkeit der Radtruppe.

Foto: Christian Brodersen
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Kolonne halt: Die Historische Radfahrkompanie der Schweizer Armee hält die Tradition der Truppe hoch - und die des legendären Ordonnanzrads 05.

Dieses Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von www.ordonnanzrad.ch .

Foto: Philippe Schranz
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Kolonnenfahrt: Im Gefechtsfall sollten die Schweizer Soldaten über den Lenker von ihren Velos hechten. Das Rad selbst sollte dabei mit einem Fußstoß auf die richtige Seite befördert werden, damit der Soldat an die Taschenöffnung mit der Munition herankonnte.

Dieses Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von www.ordonnanzrad.ch .

Foto: Philippe Schranz
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Dreifach gefederter Sattel: Auf der Sattelstütze des Schweizer Militärvelos 05 thront der lederne, von zahllosen Rekrutenjahrgängen gegerbte, dreifach gefederte Sattel. Dieser lässt sich derartig flexibel verstellen, dass er ohne konstruktive Veränderung mit der Standardrahmenhöhe von 57 Zentimeter den Wandel der Durchschnittsgröße eines Rekruten von 1,65 Meter in den ersten Produktionsjahren auf über 1,80 Meter in den achtziger Jahren verkraften konnte.

Foto: Christian Brodersen
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Schwarze Legende: Das Schweizer Militärvelo ist ganz in stumpfem Schwarz gehalten, kein Chrom ziert das Modell 05. Dafür ist es an Robustheit unübertroffen und deshalb bei Sammlern sehr beliebt.

Dieses Bild wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von www.ordonnanzrad.ch .

Foto: Philippe Schranz
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Ein Fahrrad, drei Bremsen: Das Ordonnanzrad 05 bremst dreifach - mit einer vor hundert Jahren modernen, heute nostalgisch anmutende Stempelbremse, einer Rücktrittbremse und einer Böni-Trommelbremse.

Foto: Christian Brodersen
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Dienstfahrrad: Von dem eigens für die Schweizer Armee konzipierten Ordonnanzrad 05 wurden in den Jahren 1905 bis 1988 insgesamt circa 68.000 Räder gebaut. Dieses Exemplar trägt die Produktionsnummer 47896.

Foto: Christian Brodersen
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Einer muss genügen: Da eine Gangschaltung als unnötige Fehlerquelle gesehen wurde, hatten die schweizer Militärvelos allesamt nur einen Gang. Somit mussten die Soldaten bei Bergauf-Passagen absitzen und das Manöver "Stoßen" begann.

Foto: Christian Brodersen
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Ordonnanzrad 05: Die militärische Karriere des Fahrrads begann schon Ende des 19. Jahrhunderts - ab 1892 wurden innerhalb der eidgenössischen Bundesarmee der Schweiz Radfahrabteilungen eingerichtet. 1904 wurde mit der Einführung des Modells "Ordonnanzrad 05" ein einheitliches Militärrad eingeführt.

Foto: Christian Brodersen
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Frontansicht: Heutzutage ist das Armeerad 05, das für Rubustheit, Tradition und handwerkliche Qualität steht, bei Fahrradfreunden und Nostalgikern sehr beliebt.

Foto: Christian Brodersen
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Für guten Halt: Die etwas überdimensioniert wirkenden Pedalen des Ordonnanzrades 05 geben dem städtischen rahmengenähten Schuh ebenso guten Halt wie dem genagelten Bergstiefel eines Rekruten.

Foto: Christian Brodersen
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Serienfertigung: Rahmen, Gabel, Radnaben, Felgen und Bereifung des schweizer Militärrads Modell 05 wurden nahezu unverändert bis zur Produktionseinstellung Mitte 1988 gefertigt.

Foto: Christian Brodersen
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Gut ausgerüstet: Der verlässliche Rahmen des Schweizer Militärrads ist extrem robust. In der ledernen Dreieckswerkzeugtasche befindet sich alles, was man zur Demontage des Velos an Werkzeug benötigt.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?