Rassismus in den USA Wer hat die Lizenz zum "Niggern"?
BET-Gründer Bob Johnson: Der Gründer des US-Fernsehsenders Black Entertainment Television (BET) und Millardär Bob Johnson bei einem Basketballspiel im August 2008. Gerade in der Popkultur erkennt man, dass die afroamerikanische Welt oft eine ganz andere als die weiße amerikanische ist. Viele Witze, die von schwarzen Stand-up Comedians auf BET gemacht werden, könnten von Weißen nicht gemacht werden, da sie dann als rassistisch wahrgenommen würden.
Ehepaar Simpson: O.J. Simpson mit seiner Ehefrau Nicole Brown Simpson bei der Eröffnung des Harley-Davidson Cafes am 19 Oktober 1993. Nicole Brown Simpson wurde 1994 zusammen mit ihrem neuen Freund Ronald Goldman brutal ermordet. Der unter Verdacht stehende O.J. Simpson wurde in einem spektakulären Prozess schließlich freigesprochen. Der Hauptbelastungszeuge war ein weißer Polizist gewesen, der Simpson "Nigger" genannt hatte. Die Verteidiger konnten dadurch die Beweislast erfolgreich als rassistisches Komplott darstellen.
Rassismusopfer Donovan Jackson: Mit dem Finger zeigt Anwalt Joe Hopkins auf die Narben am Hals von Donovan Jackson während einer Pressekonferenz am 8. Juli 2002 in Pasadena, Kalifornien. Der 16-Jährige war bei einer Verkehrskontrolle von Polizisten misshandelt worden. Sein Fall schockiert Amerika wie ähnliche Fälle zuvor und fachte die Rassen-Debatte erneut an.
Michael Jordan in Berlin: Der ehemalige Basketballstar Michael Jordan aus den USA beantwortete am 21.10.2006 während einer Pressekonferenz in Berlin die Fragen der Journalisten. Der als bester Basketballspieler aller Zeiten geltende Ausnahmesportler war auf einer Europa-Tournee, um seine Sportartikelmarke Jordan vorzustellen. Auch berühmte Sportler wie Jordan haben mit Rassismus zu kämpfen.
Golfspieler Tiger Woods: Tiger Woods am zweiten Loch in der dritten Runde der 2007 U.S. Open im Oakmont Country Club in Oakmont, Pennsylvania, USA am 16. Juni 2007. Auch berühmte Sportler wie er haben mit Rassismus zu kämpfen.
Schriftsteller Mark Twain: Samuel Clemens, besser bekannt als Mark Twain auf einem undatierten Foto. In seinem Roman "Huckleberry Finn" von 1884 kommt das Wort "Nigger" 215-mal vor, weshalb Eltern immer wieder fordern den Roman vom Lehrplan zu nehmen. Was sie nicht bedenken, ist die Absicht dahinter, den Südstaatenrassismus anzuprangern.
Richard Pryor im Studio 54: Schauspieler und Comedian Richard Pryor und seine Ehefrau Deborah tanzen im November 1977 im berühmten New Yorker Studio 54. Pryor war in den sechziger Jahren der erste Comedy-Star, der das Wort "Nigger" exzessiv einsetzte. Er war damit bei Kollegen und Publikum umstritten.
Schauspieler Cosby: Der Schauspieler Bill Cosby spricht an der Universität von Washington D.C. am 16. Mai 2006. Der Comedy-Veteran sagte einmal, er wolle den Begriff "Nigger" überhaupt nicht hören, egal aus welchem Mund. Die schwarze Bürgerrechtsbewegung habe bitter kämpfen müssen, damit Schwarze eben nicht mehr so genannt würden.
Quentin Tarantino in Spanien: Der US-Regisseur Quentin Tarantino am Strand von Sitges in der Nähe von Barcelona im Oktober 1996. Beim 29. Internationalen Horror Film Festival von Sitges präsentierte er seinen Film "Curdled". Mit seinem Film "Jackie Brown" von 1997 sorgte er für eine neue Debatte um das "N-Wort". In dem Film kommt "Nigger" 38-mal vor.
"Jackie Brown" Star Pam Grier: Die Hauptdarsteller des Berlinale-Films "Jackie Brown", Pam Grier und Samuel L. Jackson, laufen am 17. Februar 1998 gut gelaunt zu einer Pressekonferenz anläßlich der Aufführung ihres Streifens in Berlin. Der Film des amerikanischen Regisseurs Quentin Tarantino ist der offizielle Wettbewerbsbeitrag der USA um die Goldenen und Silbernen Bären der Internationalen Festspiele. "Jackie Brown" hatte eine erneute Debatte um das Wort "Nigger" entfacht, es wird in dem Film 38-mal benutzt.
Spike Lee und Denzel Washington: Der Regisseur Spike Lee (l.) und der Schauspieler Denzel Washington bei einem Basketballspiel der Los Angeles Lakers gegen die New York Knicks im November 2005 im Staples Center in Los Angeles. Lee übte heftige Kritik an seinem weißen Kollegen Quentin Tarantino für dessen häufige Benutzung des Wortes "Nigger". Lee benutzt es zwar selbst, habe aber etwas dagegen, es von Weißen zu hören.
Jennifer Lopez und Sean Combs: Sängerin/Schauspielerin Jennifer Lopez (alias J.LO) mit ihrem damaligen Freund Sean "Puffy" Combs (alias Puff Daddy, Puffy, Diddy, P. Diddy) bei den 42. Grammy Awards in Los Angeles am 23. February 2000. In einem von Lopez' Liedern kommt ein "Nigger"-Sample drin vor. In solchen Fällen stellt sich immer wieder die Frage, wer das Wort benutzen darf und wer nicht.
Eminem bei den MTV Movie Awards: Der Rapper Eminem bei dem Auftritt seiner Band D12 während der MTV Movie Awards im Juni 2004. Er gehört zu dem wenigen Rappern, die das Wort "Nigger" nicht benutzen.