Raymond Davis Diplomat oder Spion?
Verhaftet: Der angebliche US-Diplomat Raymond Davis wird einen Tag, nachdem er zwei Pakistaner erschossen hat, vor Gericht gebracht. Die Richter entscheiden, dass der Mann in Haft bleiben muss.
Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen wird Davis ins Kot-Lakhpat-Gefängnis in Lahore geschafft. Die US-Regierung ist empört, pocht auf diplomatische Immunität und verlangt die Freilassung Davis'.
In der Bevölkerung sorgt der Fall für Aufsehen: Tausende Menschen verlangen, Davis dürfe nicht freigelassen werden, sondern müsse in Pakistan vor ein Gericht gestellt und bestraft werden.
Die Polizei widerspricht den Angaben des Mannes, er habe in Notwehr gehandelt. Den Ermittlungen zufolge schoss er noch auf die Männer, als sie flohen. Seither kursieren Gerüchte, Davis sei ein Spion der USA.
Shumaila Faheem, Witwe eines der Getöteten, nahm am 6. Februar Rattengift, weil sie befürchtete, der Mörder ihres Mannes könne freikommen und bleibe ungestraft.
Der Bruder des anderen Opfers, Imran Haider (Mitte), verlangt "Blut für Blut": Raymond Davis müsse in Pakistan hingerichtet werden.
US-Präsident Barack Obama schickte Senator John Kerry (l.) nach Islamabad, der mit Premierminister Yousuf Raza Gilani über den Fall Davis sprach. Gilani erklärte, man möge die Gerichtsentscheidung darüber abwarten, ob Davis diplomatische Immunität genieße oder nicht.
Pakistans Außenminister Shah Mahmood Qureshi hatte erklärt, Davis genieße "keine volle Immunität" - und zog damit die Verärgerung des pakistanischen Präsidenten und des Premierministers auf sich, weil er den US-freundlichen Kurs der Regierung in Frage stellte. Bei einer Kabinettsumbildung verlor Qureshi später seinen Posten.