Reaktionen auf Weinstein: "Unser aller Problem" - DER SPIEGEL
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Reaktionen auf Weinstein "Unser aller Problem"

Immer mehr Prominente beziehen Stellung zu den Vorwürfen gegen Harvey Weinstein - von Barack Obama bis Lena Dunham. Der Überblick in Bildern.
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Courtney Love warnte junge Frauen schon früh vor Harvey Weinstein. Eine Reporterin von Comedy Central fragte sie 2005, was sie "jungen Mädchen" für ihren Umzug nach Hollywood rate. Love sagte: "Wenn Harvey Weinstein dich zu einer Privatparty in das Four Seasons einlädt, geh nicht hin."

Foto: Frazer Harrison / LACMA / Getty Images
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Oscar-Gewinnerin Reese Witherspoon sagte auf einem Event in Hollywood, dass sie im Alter von 16 Jahren von einem Regisseur belästigt worden sei. Die Produzenten hätten ihr das Gefühl gegeben, dass Schweigen eine Voraussetzung ihres Jobs sei. Von wem sie belästigt wurde, sagte sie nicht.

Foto: Lucy Nicholson / REUTERS
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Jennifer Lawrence berichtete auf dem gleichen Event von einem Vorfall, der sich am Anfang ihrer Karriere ereignete. Sie sei von einer weiblichen Produzentin gezwungen worden, neben dünneren Frauen nackt zu posieren. So habe man sie zum Abnehmen bringen wollen. Sie habe sich darüber bei einem anderen Produzenten beschwert. Der habe gesagt, dass er nicht wisse, warum jeder denke, dass sie fett sei. Sie sei doch "fickbar".

Foto: Jordan Strauss / AP
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Woody Allen meldete sich in der BBC zu Wort - und redete sich um Kopf und Kragen. "Diese ganze Sache mit Harvey Weinstein ist traurig für alle Beteiligten", sagte Allen. "Tragisch für die betroffenen Frauen, schlimm für Harvey, dessen Leben so durcheinandergerät." Später bemühte er sich bei "Variety" um eine Klarstellung. "Als ich sagte, dass es mir für Harvey Weinstein leid tut, dachte ich, es wäre klar, dass ich so fühle, weil er ein trauriger, kranker Mann ist. Ich war überrascht, dass es anders aufgenommen wurde."

Foto: Kevin Winter / Getty Images
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Oliver Stone ("Natural Born Killers", "World Trade Center") schrieb auf Facebook, er sei beeindruckt vom Mut der Frauen, die von sexuellem Missbrauch oder Vergewaltigung berichtet haben. Derzeit arbeitet er an der von der Weinstein Company produzierten TV-Serie "Guantanamo", von der er sich nun allerdings zurückzöge, solange die Produktionsfirma involviert sei.

Foto: Michael Campanella/ Getty Images
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Quentin Tarantino ("Django Unchained"), der diverse Filme mit Weinstein gemacht hat, ist offenbar noch sprachlos. Über eine Freundin ließ er via Twitter verlauten: "Die ganze vergangene Woche war ich wie betäubt und todunglückllich über die Offenbarungen, die über Harvey Weinstein, einen Mann, mit dem ich seit 25 Jahren befreundet bin, zu Tage gekommen sind. Ich brauche noch einige Tage, um meinen Schmerz, meine Gefühle, meine Wut und die Erinnerungen zu verarbeiten. Dann werde ich öffentlich darüber sprechen."

Foto: Nicholas Hunt / Sundance Film Festival / Getty Images
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Matt Damon, dessen Hollywoodkarriere mit dem von Weinstein produzierten Film "Good Will Hunting" durchstartete, sagte: "Sogar bevor ich berühmt war, konnte ich so ein Verhalten nicht ausstehen. Aber jetzt, als Vater von vier Töchtern, ist es diese Art sexueller Raubtierhaftigkeit, die mich nachts wachhält."

Foto: AP/ The Canadian Press
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Judd Apatow, Produzent ("Girls") und Regisseur ("Immer Ärger mit 40"), sagt: "Es ist leicht, kein Widerling zu sein. Tatsächlich ist es anstrengender, ein Widerling zu sein, es kostet überhaupt keine Mühe, kein Widerling zu sein. Ich war nie einer und ich bin stolz darauf." Dazu, was mit der Weinstein Company geschehen soll, hat er eine klare Meinung: "Wen interessiert das? Macht sie dicht!" Auch an Matt Damon, der seine vier Töchter anführte, um das Verhalten Weinsteins zu verurteilen, hat Apatow eine Botschaft: Man müsse nicht Vater von Töchtern sein, um zu wissen, dass das widerlich sei. "Ich als Vogelbesitzer finde es widerlich."

Foto: Matt Winkelmeyer / Getty Images
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Benedict Cumberbatch erhielt seine erste Oscarnominierung für "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben", ein von Weinstein produzierter Film. Weinsteins Verhalten kritisiert er als „durch und durch abstoßend“, die dem Produzenten vorgeworfenen Taten als "unverzeihlich". Cumberbatch lobt die Frauen, die den Mut hatten, an die Öffentlichkeit zu gehen. Und fordert "null Toleranz" gegenüber Weinsteins Verhalten. "Als Industrie und als Gesellschaft im Ganzen."

Foto: Chris Pizzello / Invision / AP
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Regisseur J.J. Abrams ("Star Wars - Das Erwachen der Macht") äußerte sich deutlicher: "Er ist ein Monster", sagte der 51-Jährige dem US-Magazin "Hollywood Reporter". "Ich glaube nicht, dass man genug darüber sprechen kann, wie abstoßend böse sein Machtmissbrauch war."

Foto: Christopher Polk / EIF / Getty Images
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Darren Aronofsky, dessen aktuellen Film "Mother" Weinstein vor Kurzem als "Meisterwerk" lobte, nennt Weinsteins verhalten "Inakzeptabel, unrechtmäßig und widerlich". Darauf angesprochen, dass er als Regisseur gelte, der seine Schauspielerinnen über alle Maßen beanspruchen würde, sagte er, dass er da keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen mache.

Foto: Woohae Cho/ Getty Images for Paramount Pictu
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"Ich bin zutiefst verstört von den Neuigkeiten, die Harvey Weinsteins Verhalten betreffen", sagte Jennifer Lawrence, die für den Film "Silver Linings" mit dem Produzenten zusammengearbeitet hatte. Sie selbst habe keine negativen Erfahrungen mit Weinstein gemacht. Aber: "Diese Art von Missbrauch ist unentschuldbar und erschütternd."

Foto: Richard Shotwell / AP
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"Harvey hat sich mir gegenüber immer anständig verhalten, aber jetzt, wo sich die Gerüchte immer mehr bestätigen, bin ich wütend und tieftraurig", schrieb die Schauspielerin Glenn Close in der "New York Times". "Ich bin zutiefst verstört, weil ich mir eingestehen muss, dass ich seit vielen Jahren von vagen Gerüchten zu Harveys unangemessenem Verhalten gegenüber Frauen wusste."

Foto: Andrew Toth / The New Yorker / Getty Images
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Oscarpreisträgerin Meryl Streep dagegen betonte, sie habe "nichts gewusst". Sie und andere, die mit Weinstein gearbeitet hätten, seien "entsetzt" über die Enthüllungen. Streep sprach von "beschämenden Nachrichten". "Die furchtlosen Frauen, die ihre Stimmen erhoben haben, um diesen Missbrauch zu enthüllen, sind unsere Heldinnen."

Foto: Saul Loeb / AFP
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Auch Judi Dench schrieb in einer Mitteilung, sie habe von den Vorwürfen gegen Weinstein, "die natürlich schrecklich sind", nichts gewusst. Dench gewann 1999 einen Oscar als beste Nebendarstellerin für die Weinstein-Produktion "Shakespeare in Love". Sie unterstütze nun diejenigen, die mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen sind, schrieb sie.

Foto: Gareth Cattermole/ Getty Images
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In einem Artikel der "New York Times" hatten Anfang Oktober mehrere Frauen von sexueller Belästigung durch Weinstein berichtet - und die Vorwürfe damit erstmals öffentlich gemacht. In der Folge äußerten sich weitere Betroffene, darunter auch Hollywoodgrößen wie Angelina Jolie.

Foto: Dia Dipasupil / Getty Images
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Kate Winslet nannte die Frauen in einer Erklärung "unglaublich mutig". Es sei "zutiefst schockierend" gewesen, von den Vorwürfen "gegen einen unserer wichtigsten und vielfach ausgezeichneten Filmproduzenten" zu hören. Winslet hatte 2009 für "Der Vorleser" einen Oscar gewonnen, der Film wurde auch von der Weinstein Company produziert.

Foto: Gareth Cattermole/ Getty Images
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Immer mehr Frauen melden sich seit dem ersten Bericht mit bedrückenden Erfahrungen zu Wort: Auch Léa Seydoux sagte, sie habe sich gegen Übergriffe des Filmproduzenten wehren müssen: Im "Guardian" übte sie heftige Kritik an der Filmbranche: Jeder habe von Weinsteins Verhalten gewusst, aber nichts dagegen unternommen. "Das ist das Ekelhafteste an dem Ganzen."

Foto: Vianney Le Caer/ AP
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Ganz ähnlich äußerte sich Lena Dunham, die noch nicht mit Weinstein zusammengearbeitet hat. In einem Gastbeitrag für die "New York Times" beklagte sie, dass so viele Männer nach Bekanntwerden der Vorwürfe geschwiegen hatten. "Leider ist es unser aller Problem", so Dunham. Agenten, Produzenten, Schauspieler, Journalisten - kurzum alle, die von "komplett erschreckenden" Vorwürfen gegen Weinstein wüssten - müssten ihre Stimme gegen die jeweiligen Täter erheben. Weinsteins "mächtigste Kollaborateure" schwiegen bis heute, kritisierte Dunham.

Foto: Dimitrios Kambouris / AFP
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James van der Beek berichtete, dass er auch als Mann schon sexuelle Übergriffe in der Branche erlebt habe. Ältere, mächtige Männer hätten ihm zu Beginn seiner Karriere an den Hintern gefasst oder ihn mit unangemessenen Gesprächen über Sex bedrängt, schrieb der US-Schauspieler auf Twitter - und äußerte Verständnis für Frauen, die zu ihren Erlebnissen mit Harvey Weinstein jahrelang geschwiegen hätten. "Ich verstehe die eigentlich unbegründete Scham, die Hilflosigkeit und die Unfähigkeit, das Ganze öffentlich zu machen."

Foto: AP
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Weinstein selbst wies Vergewaltigungsvorwürfe zurück: Der Sex sei immer einvernehmlich gewesen. In Bezug auf die Belästigungsvorwürfe hatte er mitgeteilt: "Ich erkenne an, dass die Art, wie ich mich in der Vergangenheit gegenüber Kolleginnen verhalten habe, viel Schmerz verursacht hat, und ich entschuldige mich aufrichtig dafür." Er habe noch einen langen Weg vor sich. Inzwischen hat er sich Medienberichten zufolge in Therapie begeben. Sein Anwalt sagte allerdings auch, der "New York Times"-Artikel enthalte Unwahrheiten. Man werde klagen.

Foto: PETER FOLEY/ EFE/ EPA/ REX/ SHUTTERSTOCK
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Die Designerin Donna Karan hatte Weinstein zunächst verteidigt - allerdings lag sie dabei daneben, wie sie schnell klarstellte. Einige Frauen suchten Ärger, sagte sie der "Daily Mail". Frauen müssten sich selbst fragen, "wie präsentieren wir uns, wie fragen wir, bitten wir darum, in dem wir unsere Sinnlichkeit und Sexualität zeigen?", sagte die 69-Jährige - ein Fall von Victim Blaming. Stunden später entschuldigte sie sich: Es tue ihr leid, wenn sie jemanden vor den Kopf gestoßen haben sollte.

Foto: Jamie McCarthy / The New School / Getty Images
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Eine Entschuldigung, die Schauspielerin Rose McGowan nicht gelten lassen wollte: Sie nannte Karan "Abschaum in einem schicken Kostüm". Deren Hilfe für Weinstein sei "ein moralisches Verbrechen", schrieb McGowan, die nach eigenen Angaben selbst von Weinstein belästigt wurde, auf Twitter.

Foto: Craig Barritt / Turner / Getty Images
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Schauspieler George Clooney sagte zu den Vorwürfen gegen Weinstein in einem Interview mit "The Daily Beast": "Es ist unentschuldbar." Er kenne Weinstein seit 20 Jahren, ihm habe er seinen Durchbruch als Filmschauspieler und als Regisseur zu verdanken. "Aber ich kann sagen, dass ich niemals dieses Verhalten gesehen habe, niemals."

Foto: TIZIANA FABI/ AFP
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Schauspieler Mark Ruffalo schrieb auf Twitter: "Um es deutlich zu machen: Was Harvey Weinstein getan hat, war schrecklich und ein widerlicher Missbrauch von Macht. Ich hoffe, dass wir jetzt einen Anfang vom Ende dieser Missbrauchsfälle sehen."

Foto: REUTERS
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Kollege Christian Slater schrieb: "Keine Frau sollte um ihre Sicherheit am Arbeitsplatz fürchten. Kein Mann sollte sich immun gegen Konsequenzen seiner Handlungen fühlen."

Foto: Chris Pizzello / AP / dpa
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Weinstein habe die ersten 14 Jahre seiner Karriere finanziert, sagte der Filmemacher Kevin Smith, "aber jetzt weiß ich: Während ich profitiert habe, haben andere gelitten. Das führt dazu, dass ich mich schäme."

Foto: Bryan Bedder / IMDb.com / Getty Images
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Auch aus der US-Politik gibt es Reaktionen: "Ich war schockiert und entsetzt von den Enthüllungen", sagte Hillary Clinton, ehemalige US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. Weinsteins Verhalten, das einige Frauen nun öffentlich machten, könne nicht hingenommen werden. Sie wolle Spendengeld, das sie von Weinstein bekommen habe, wohltätigen Organisationen zur Verfügung stellen.

Foto: Angela Weiss / AFP
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Auch Barack Obama war von Weinstein unterstützt worden, seine Tochter Malia absolvierte sogar ein Praktikum in der Firma des Produzenten. "Michelle und ich sind angewidert von den Berichten", teilte der frühere US-Präsident mit. "Jeder Mann, der Frauen auf diese Weise erniedrigt und entwürdigt, muss dafür verantwortlich gemacht werden, unabhängig von Vermögen und Position."

Foto: Getty Images
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