Real in der Einzelkritik - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Real in der Einzelkritik Antreiber Di María, Retter Ramos

Real Madrid hat sich mit einem Kraftakt den Champions-League-Titel gesichert. Angetrieben von Angel Di María und dank einem späten Treffer von Sergio Ramos retteten sich die Königlichen in die Verlängerung, um die Partie dort zu entscheiden. Die Spieler von Real Madrid in der Einzelkritik.
1 / 14

Iker Casillas (Tor): Fast schon eine tragische Figur. "San Iker" verschuldete das 0:1. Lief erst einige Schritte vor, stoppte ab und stand völlig falsch, als der Ball über ihn ins Tor flog. Sein Hechtsprung kam zu spät. Legte diese Unsicherheit nie ganz ab. Er stand schon für die Königlichen zwischen denn Pfosten, als die 2000 gegen Valencia den Henkelpott holten. Da war er 19. Jetzt mit 33 scheint seine Zeit abzulaufen.

Foto: Michael Regan/ Getty Images
2 / 14

Daniel Carvajal (Abwehr): Der Ex-Leverkusener bearbeitete wie gewohnt die rechte Seite. Nach hinten kaum gefordert, nach vorne aber zu wenig Impulse. Leistete sich in der zweiten Halbzeit einen schlimmen Fehler, den er selbst ausbügelte (56.). Immerhin: 90 Prozent Passquote. Aber darunter viele Sicherheitspässe zum Kollegen Ramos.

Foto: GERARD JULIEN/ AFP
3 / 14

Raphael Varane (Abwehr): Der Franzose ist für sein Alter (21) erstaunlich abgeklärt, löste einige Situation dank seiner guten Technik. Nur zwischenzeitlich mal nicht Herr der Lage. Im Aufbau hält er sich zu sehr zurück.

Foto: FRANCK FIFE/ AFP
4 / 14

Sergio Ramos (Abwehr): Hatte am Tag zuvor getönt: "Wir müssen alles geben und ein bisschen mehr." Worte, denen er Taten folgen ließ: Als schon alles verloren schien, wuchtete er die Kugel per Kopf ins lange Eck (90.+3). Erzwang damit die Verlängerung. Anfangs hatte Ramos etwas überdreht: Leistete sich einen Querschläger (26.), holte sich eine Gelbe Karte ab (27.). Große Geste: Mit Schlusspfiff gratulierte er als erster Real-Akteur dem Gegner.

Foto: KAI PFAFFENBACH/ REUTERS
5 / 14

Fábio Coentrão (Abwehr, bis zur 59. Minute): Kennt das Estádio da Luz noch bestens, kam ja einst von Benfica Lissabon. Der portugiesische Linksverteidiger konnte seine Vorstöße kaum zur Geltung bringen, weil der Gegner seine Bahn verrammelte. Blieb deutlich unter seinen Möglichkeiten, musste nach weniger als eine Stunde runter.

Foto: AP/dpa
6 / 14

Sami Khedira (Mittelfeld, bis zur 59. Minute): Die Überraschung in der Startelf: Ersetzte den gesperrten Xabi Alonso. Aber: Der von seinem Kreuzbandriss genesene Deutsche konnte seine fehlende Praxis nie verbergen. Im Rückwärtsgang oft zu langsam, im Vorwärtsspiel noch gehemmt. Verlor einige Zweikämpfe und vor allem zu viele Bälle. Unglücklich, dass er beim Kopfballduell gegen Diego Godin zu spät kam. Dann sah er nach Foul an Adrian Lopez auch noch die Gelbe Karte (45.+1). Seine Auswechslung nach 58 Minuten und nur 40 Ballkontakten war folgerichtig.

Foto: FRANCK FIFE/ AFP
7 / 14

Luka Modric (Mittelfeld): Nicht umsonst Madrids Quarterback genannt. Schleppte viele Bälle, verteilte diese auch gerne mit dem Außenrist. Doch wenn der schnelle, direkte Ball in die Spitze gefragt war, fiel auch dem filigranen Kroaten nicht viel ein. Litt darunter, dass Xabi Alonso fehlte. Aber er schlug schließlich jene späte Ecke, nach der das 1:1 fiel. Hatte insgesamt 109 Ballkontakte.

Foto: Jose Sena Goulao/ dpa
8 / 14

Cristiano Ronaldo (Mittelfeld): Verkündete im Vorfeld, er werde am Samstag bei 100 Prozent sein. Und? Die Stilikone konnte nicht überzeugen - von einem Weltfußballer darf man mehr erwarten. Ihm behagte die harte Gangart des Gegners überhaupt nicht. Er gewann nur jeden zweiten Zweikampf. Der geniale Moment blieb lange bei ihm aus. Doch als es in letzter Minute einen Elfmeter gab, trat Ronaldo an. Und traf zum 17. Mal in dieser Champions-League-Saison. Einsamer Rekord.

Foto: Laurence Griffiths/ Getty Images
9 / 14

Gareth Bale (Mittelfeld): Der Matchwinner. Der Waliser kam, sah und siegte - auch wenn er anfangs auf dieser Bühne nur ein staunender Zuschauer schien. Ihm bot sich schon nach 32 Minuten die große Chance zur Führung, doch nach seinem Solo zielte er mit links knapp vorbei. Das galt auch in der zweiten Halbzeit für seinen 18-Meter-Schuss, der knapp am rechten Pfosten vorbeirauschte (73.). Kurz darauf zu eigensinnig - traf das Außennetz (78.). In der Verlängerung war er dann aber zur Stelle und erzielte das 2:1.

Foto: MIGUEL RIOPA/ AFP
10 / 14

Ángel Di María (Sturm): Der argentinische Irrwisch zündete seinen Turbo spät, aber nicht zu spät: Ohne seinen rasanten Antritt und schnellen Abschluss wäre das 2:1 nicht gefallen. Er versuchte auf der linken Seite einiges, aber viele Flanken flogen in der ersten Halbzeit ins Leere, seine Dribblings versandeten. Bemerkenswert wie er seine Rolle im linken Mittelfeld angenommen hat. Defensiv enorm verbessert. Am Ende mit 126 Ballkontakten ein wichtiger Antreiber bei der Aufholjagd.

Foto: JAVIER SORIANO/ AFP
11 / 14

Karim Benzema (Sturm, bis zur 79. Minute): Wirkte nicht richtig spritzig, aber auch schlecht eingebunden von seinen Mitspielern. Kam den berühmten Schritt zu spät, als Ronaldo den Ball in seine Richtung köpfte (62.). Hatte in seiner Einsatzzeit nur 29 Ballkontakte, blieb ohne Torschuss und Torschussvorlage. Der Franzose kann es viel besser.

Foto: JAVIER SORIANO/ AFP
12 / 14

Marcelo (Abwehr, ab der 59. Minute): Sollte das Spiel über die linke Flanke vorantreiben. Litt erst unter demselben Problem wie sein Vorgänger. Später machte der Wuschelkopf mehr Betrieb über seine Seite. Nach hinten gar nicht gebraucht. Und deshalb schoss er humorlos von der Strafraumgrenze mit links das dritte Tor zu "La Decima", nachdem ihn keiner angegriffen hatte.

Foto: AP/dpa
13 / 14

Isco (Mittelfeld, ab 59. Minute): Ins Spiel gekommen, um den Königlichen mehr Inspiration zu geben. Das schaffte er auch.

Foto: JAVIER SORIANO/ AFP
14 / 14

Álvaro Morata (Sturm, ab der 79. Minute): Kam für den enttäuschenden Benzema.

Foto: Jose Sena Goulao/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?