Erdogan kritisiert Deutschland "Mesut Özil wurde verstoßen"
Am letzten Tag seines Deutschlands-Besuchs weihte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Ditib-Moschee in Köln ein.
Erdogan beim Gebet. Die Moschee wurde mit einer Rede des türkischen Präsidenten eröffnet.
Zur Eröffnung erschienen Hunderte Gäste.
In seiner Rede kritisierte Erdogan den Umgang Deutschlands mit dem ehemaligen Fußballnationalspieler Mesut Özil und seinem Nationalmannschaftskollegen Ilkay Gündogan, die nach einem Foto mit Erdogan starker Kritik ausgesetzt waren.
Erdogan machte keinen Hehl daraus, dass es sich als Präsident der beiden deutschen Staatsbürger Özil und Gündogan sieht: "Ich konnte es als ihr Präsident schwer ertragen, dass diese jungen Leute, die es bis in die Nationalmannschaft geschafft hatten, ausgestoßen wurden."
Kölner Bewohner protestieren gegen Erdogans Besuch. Der Schriftzug: "Diktatoren sind nicht willkommen".
Vor der Eröffnung der Moschee hatte Erdogan Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) am Kölner Flughafen getroffen. Im Gespräch ging es unter anderem um Justiz und Menschenrechte.
Erdogan reiste nach dem Gespräch weiter zur Eröffnung der Ditib-Moschee in Köln. Laschet hatte einen gemeinsamen Auftritt in dem Bauwerk abgesagt.
Erdogan winkt bei seiner Ankunft vor der Moschee seinen Anhängern zu.
Die Polizei war beim Köln-Besuch von Erdogan mit Tausenden Beamten im Einsatz. Rund um die Ditib-Moschee legten Stadt und Polizei einen großen Sicherheitsbereich fest.
Es handelt sich um einen der größten Polizeieinsätze in der Kölner Geschichte. Hier überwachen zwei Scharfschützen den Flughafen Köln/Bonn vor der Ankunft Erdogans.
Erdogan-Anhänger schwenken Fahnen und jubeln im Umfeld der Ditib-Zentralmoschee. Die Zeremonie zur Eröffnung der Ditib-Zentralmoschee in Köln wird in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden als ursprünglich vorgesehen: Eine geplante Veranstaltung vor der Moschee, zu der Tausende Anhänger Erdogans erwartet wurden, wurde aus Sicherheitsgründen untersagt.
Die Ditib habe kein ausreichendes Sicherheitskonzept vorgelegt, sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Deshalb könne die Veranstaltung im Außenbereich nicht stattfinden. Hier ist sie gemeinsam mit Nordrhein-Westfalens Regierungschef Laschet zu sehen.
Demonstranten versammeln sich zu einer Kundgebung gegen Erdogan. Statt der erwarteten 10.000 Teilnehmer kamen Schätzungen zufolge etwa 2000 Menschen zusammen.