Recht clever Schöner Jura bimsen
Brettspiel "Recht clever": Ein Jurastudent und ein Student der Digitalen Medien machten sich daran, das Wissen zum Allgemeinen Strafrecht kompakt und spielerisch aufzubereiten - in 454 Fragen zum Klausurerfolg. Mehr...
Studenten und Schulfreunde: Valentin Pfisterer (links) und Jonas Fischer entwickelten das Spiel gemeinsam.
Pauken à la carte: "Juristen haben ja den Hang zum rhetorischen Abschweifen, hier werden sie gezwungen, sich kurz zu fassen", sagt Jonas Fischer.
Spielkarten-Frage: In welche zwei Gruppen lassen sich die verschiedenen Garantenstellungen einteilen?
Antwort: Es gibt zum einen die Beschützgaranten mit Obhutspflichten, zum anderen die Überwachungsgaranten mit Sicherungspflichten.
Beispiel: Die Mutter M ist verpflichtet, Leib und Leben ihres Kindes K gegen Angriffe aus allen Richtungen zu beschützen. Der Halter H eines Kfz ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass davon keine Gefahren ausgehen.
Frage: In welchen Erscheinungsformen tritt der (nicht rücktrittsfähige) fehlgeschlagene Versuch auf?
Antwort: Ein (nicht rücktrittsfähiger) fehlgeschlagener Versuch liegt erstens vor, wenn der Täter den objektiven Fehlschlag seines Versuchs erkannt hat; zweitens liegt er vor, wenn der Täter irrig einen objektiv nicht gegebenen Fehlschlag annimmt.
Frage: Wann hat ein Täter keinen Eventualvorsatz, obwohl er das von seinem Handeln ausgehende Risiko des tatbestandsmäßigen Erfolgseintritts erkannt hat?
Antwort: In einem solchen Fall hat der Täter keinen Eventualvorsatz, wenn er darauf vertraut, dass es nicht zur Rechtsgutsverletzung kommen wird; es liegt dann bewusste Fahrlässigkeit vor.
Jura-Quartett "Strafbar": Damit bewies die Berliner Juristin und Designerin schon 2005, dass Juristerei keine sturztrockene Sache sein muss - und inspirierte auch die "Recht clever"-Macher zu ihrem Brettspiel. "Strafbar" ist ein "Quartett für alle, die sich für Diebe, Betrüger und andere Straftäter interessieren". Mehr...