Red Bull als Verlagshaus - DER SPIEGEL
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Mateschitz' Medien Die Flaggschiffe des Red-Bull-Verlag

Dietrich Mateschitz wurde mit Red Bull zum Milliardär. Seit einigen Jahren ist der Österreicher auch Medienunternehmer, mit Zeitschriften, Plattenlabel, TV-Produktionen und seit kurzem einem Buchverlag. Das überraschende daran: Er meint es ernst. Und scheint mit Qualität sogar Erfolg zu haben.
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Dietrich Mateschitz: Als Dosenverkäufer zum Milliardär geworden übt er sich seit 2007 als Verleger und TV-Kanal-Gründer.

Foto: Mark Thompson / Getty Images
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Was dabei herauskommt, ist wahrlich überraschend: Seit 2012 macht er etablierten Wissens-Titeln wie "Geo" Konkurrenz. "Terra Mater" signalisiert schon mit seinem lateinischen Titel den humanistischen Bildungsanspruch.

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Innen entpuppt sich das Magazin im leichten Übermaß (31 mal 23 Zentimeter) dann als klassische "Illustrierte": Bild- und Textanteile halten sich etwa die Waage. Das Niveau ist gehoben, aber immer verständlich. Nur gelegentlich lassen Austrizismen den deutschen Leser kurz stolpern, der Sprachduktus ist manchmal ungewohnt "gemütlich".

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Das Layout wechselt zwischen opulenten Bildstrecken und Texten, die zwischen Reportagen und Essays, Interviews und Fachartikeln variieren.

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Dann wechselt das Layout abrupt ins Nüchterne: Zum Beispiel beginnt das immer im hinteren Drittel zu findende Interview stets mit einer "Titelseite" zum Gespräch. Es folgen (in diesem konkreten Fall fünf) Seiten völlig unbebildeter Text und zum Abschluss noch eine abbindende Seite mit kleineren Fotografien. Das ist in Layout gegossene Ernsthaftigkeit, und ein Kontrapunkt zu den bunten Reportagen im vorderen Teil.

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So wie die historischen Beiträge, die entsprechend bebildert sind - manchmal mit Abbildungen von Originaldokumenten, statt die einfach zu zitieren. Das Heft traut seinen Lesern also durchaus etwas zu, bietet eine Art Infotainment mit Anspruch.

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Die Zeitschrift (im Bild: Ausgabe 2/2012 mit einer Titelgeschichte über 100 Jahre alte russische Farbfotos) erscheint sechsmal im Jahr und kostet 6,90 Euro (mit DVD 9,90 Euro). Die Auflage liegt derzeit bei 60.000 Exemplaren, laut Verlag werden die meisten davon auch verkauft.

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Kommerziell ist "Servus in Stadt & Land" das Flaggschiff des Red-Bull-Verlages. Der für deutsche Gewohnheiten etwas behäbige Titel täuscht: Auch "Servus" ist eine Illustrierte im althergebrachten Sinne und am ehesten mit der deutschen Erfolgszeitschrift "Landlust" vergleichbar.

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Innen zeigt "Servus", das es wirklich etwas hermachen will: Aufwändige Bilderstrecken gehören dazu. Die Themenwahl ist breit angelegt, legt ihren Schwerpunkt aber auf "heimatliche" Themen des Alpenraums.

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Da gibt es Reportagen über die Messer-Manufaktur oder über den Filzhut-Macher und sein Handwerk. Feste Rubriken sind Natur & Garten, Küche, Wohnen, Land & Leute - schon das beschreibt das Themenspektrum. Auch "Servus" (4,50 Euro, ca. 170 Seiten) kommt im leichten Überformat daher.

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Im Dezember 2010 gelauncht, ist "Servus", das die "Süddeutsche Zeitung" als "Entschleunigung auf österreichisch" beschrieb, dort inzwischen das meistverkaufte Monatsmagazin. Seit 2012 gibt es dazu das Spin-Off "Servus Kinder" und seit Mitte April die Sonderheftreihe "Servus Kochen".

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