Reformversprechen in Nordkorea Das unberechenbare Regime
Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un hat seinem Volk Wirtschaftsreformen versprochen. 2013 werde ein Jahr "großer Schöpfungen und Veränderungen sein, die einen radikalen Umschwung bewirken", kündigte er an.
Kim will Nordkorea zu einem "wirtschaftlichen Riesen" machen. Der Plan ist mehr als ehrgeizig. In der Hauptstadt Pjöngjang (Foto) gilt die Versorgungslage der Bevölkerung noch als einigermaßen stabil. Doch auf dem Land fehle es oft am Nötigsten, berichten Beobachter aus dem abgeschotteten Land.
Ein Mann steht in Pjöngjang vor Wohnblocks. Das Land mit rund 24 Millionen Einwohnern könnte Firmen auch mit billigen Arbeitskräften anlocken. In Nordkorea lag das Pro-Kopf-Einkommen 2011 laut der südkoreanischen Zentralbank bei etwa 927 Euro.
Eine Apfelplantage nahe Pjöngjang. Die nordkoreanische Landwirtschaft gilt als völlig veraltet, ebenso die Industrie. Nordkorea besitzt riesige Rohstoffvorkommen - darunter auch Seltene Erden - die wohl größtenteils noch nicht erschlossen sind.
Mit Besuchen in Fabriken will Kim die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft demonstrieren. Doch tatsächlich produziert Nordkorea bisher kaum wettbewerbsfähige Güter. Sanktionen lähmen den Handel. Außer China sind Russland und Südkorea seine wichtigsten Handelspartner. Deutschland importiert laut dem Auswärtigen Amt vor allem Textilien aus Nordkorea.
Ein großer Unsicherheitsfaktor für Kims Reformpläne dürfte die Armee sein. Noch immer hat das Militär über alle Bereiche hinweg das Sagen. Die Armee sorgt dafür, dass sie selbst eine wesentlich bessere Versorgung hat als der Rest der Bevölkerung. Erlöse aus dem Handel mit dem wichtigsten Partner China fließen weitgehend in den Militärhaushalt.