Regierungsflieger Rente für die Rumpelflieger
Pannen in Serie: Bundeskanzler, Staatspräsident und Minister können bei der Flugbereitschaft der Luftwaffe Regierungsflieger ordern. Doch in der Vergangenheit gab es oft peinliche Pannen mit der Luftflotte - wegen technischer Mängel mussten Maschinen notlanden oder blieben gleich am Boden. Sogar Regierungstreffen platzten deshalb.
Bescheidener Luxus: Na?zelle im Kanzler-Airbus "Konrad Adenauer" - Na?zelle Dusche. / Regierung / Flugbereitschaft
Neue Staatsflotte: Das Bild zeigt einen Airbus A319, der am 31. März 2010 an die Flugbereitschaft der Luftwaffe ausgeliefert werden soll. Damit beginnt die schrittweise Modernisierung der VIP-Flotte der Luftwaffe, mit der die Kanzlerin und die Minister ihre Dienstreisen unternehmen. Der A319 wird eine der sechs alten Challenger-Maschinen ersetzen, die in der Vergangenheit öfters von Pannen betroffen waren.
Legendäre Brille: Weil die Regierungsflieger "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss" unter der Regierung Helmut Kohl umgebaut wurden, rankten sich bald um den privaten VIP-Bereich etliche Gerüchte. Der "Bild"-Kolumnist Mainhardt Graf von Nayhauß soll angeblich heimlich Kohls Klobrille nachgemessen haben. Der Reporter bestritt dies vehement - die Geschichte sei nur eine Erfindung neidischer Kollegen gewesen, die ihn beim Kanzler diskreditieren wollten.
Regieren über den Wolken: Die Bundeskanzlerin kann dank satellitengestütztem Telefon auch dann regieren, wenn sie im Flugzeug unterwegs ist. Das Bild zeigte einen Besprechungsraum im VIP-Bereich der "Konrad Adenauer".
Kein Luftschloss: Zwei Schlafnischen im Regierungsflieger Konrad Adenauer" - im Vergleich zur US-Präsidentenmaschine Air Force One ist der Luxus an Bord recht bescheiden. Die beiden neuen Langstreckenflieger vom Typ Airbus A340, die 2010 und 2011 ausgeliefert werden sollen, bieten im VIP-Bereich mehr Beinfreiheit und Luxus. Es wird ein modernes Kommunikationszentrum mit Telefonie, Fax und Internetanbindung geben.
Platz für Hintergrundgespräche: Im Konferenzabteil der "Konrad Adenauer" stehen zwei Sofas. Hierhin laden Regierungsmitglieder mitreisende Journalisten oder Wirtschaftsvertreter zu intimen Gesprächen ein.
Staatliche Luftflotte: Der Airbus A310 "Konrad Adenauer" landet im März 2004 in Berlin-Tegel. Die deutschen Regierungsmaschinen werden von der Flugbereitschaft der Luftwaffe unterhalten. Die staatliche Flotte besteht derzeit aus zwei Airbus A310 (für Langstrecken), sechs Canadair Challenger (für Kurzstrecken) und drei Cougar-Hubschraubern. Die Maschinen stehen auf dem Flughafen Köln-Wahn - was für viel Kritik gesorgt hat, weil sie oft leer nach Berlin fliegen müssen.
"Theodor Heuss": Der deutsche Regierungsflieger steht im Februar 2002 in Mexiko-Stadt. Wie ihre Schwestermaschine "Konrad Adenauer" stammt der Airbus A310 noch aus alten DDR-Beständen der ehemaligen Fluggesellschaft Interflug. Einst ging Staatschef Erich Honecker mit ihnen auf Staatsreise.
Abenteuer Dienstreise: Bundeskanzlerin Angela Merkel 2008 bei einer Zwischenlandung in Kasachstan vor dem Airbus A310 "Theodor Heuss". Wegen solcher Pausen buchten manche Wirtschaftsbosse auf dem Rückflug von Staatsreisen lieber privat "nonstop". Der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer erboste sich, es sei "unzumutbar", dass die Bundesregierung mit "alten Honecker-Maschinen" fliege. Jetzt wird die Luftflotte der Bundesregierung modernisiert - die "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss" sollen vermutlich verkauft werden.
Neue Optik: Bundespräsident Johannes Rau 2004 vor der A310 "Konrad Adenauer" in Berlin-Tegel. Weil Rau der große Schriftzug "Luftwaffe" zu martialisch erschien, ließ er die beiden Regierungsflieger "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss" umlackieren. Seitdem steht dort "Bundesrepublik Deutschland" über einer Banderole in den bundesdeutschen Farben.
Das Stiefkind: "Kurt Schumacher" war der dritte Airbus A310, den die Bundesregierung 1991 aus den Beständen der DDR-Gesellschaft Interflug übernahm. Doch das Geld zum Umbau der Airbus-Maschinen zu Luxusfliegern reichte nur für die "Konrad Adenauer" und die "Theodor Heuss". Die einzige Regierungsmaschine, die nach einem Sozialdemokraten benannt wurde, blieb dagegen im alten Honecker-Stil - und transportierte künftig keine deutschen Staatschefs oder Kanzler, sondern Bundeswehrsoldaten.
Auf Staatsreisen: Ein Pilot der Flugbereitschaft der Luftwaffe sitzt im Februar 2002 im Cockpit der "Theodor Heuss". Die Reichweite der staatlichen Regierungsmaschine ist auf 11.000 Kilometer begrenzt. Anders als die Air Force One kann sie nicht in der Luft betankt werden. Kanzler Schröder bezeichnete einen Tankstopp in der Urwaldstadt Manaus daher einmal spöttisch als Gewürge.
Airbus A310-304 der Interflug: Im Sommer 1990 setzte Interflug ihre A310 auch ab Frankfurt auf Charterflüge nach Kuba ein. Hier die DDR-ABB beim Abheben auf der Startbahn 18 in Frankfurt.