Regisseur Armin Petras - DER SPIEGEL
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Regisseur Armin Petras "Ich war in diesem Land von Anfang an fremd"

Sein Vater war Spion, so kam er nach Ost-Berlin. Als leidenschaftlicher Theatermann reiste Armin Petras 20 Jahre später wieder aus - im April 1988 packte der Regisseur seine Koffer, kurz vor einer Premiere.
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Theaterregisseur Armin Petras hat eine sehr außergewöhnliche Biografie zwischen der DDR und der Bundesrepublik. Weil sein Vater als DDR-Spion im Westen vor der Enttarnung stand, kam Petras 1968 als kleiner Junge nach Ost-Berlin. 20 Jahre später wurde sein Ausreiseantrag genehmigt, er verließ die DDR und sagt heute: "Ich bin ein deutsch-deutscher Zwitter."

Foto: Bernd Weissbrod/ DPA
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Jungschauspieler in Aktion: Die Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" war stets eine gute Adresse für Darsteller (hier beim Akrobatiktraining). Hier studierte Armin Petras Regie und inszenierte nebenher bereits kleinere Stücke in der DDR-Provinz, widmete sich aber vor allem der bunten Theatertruppe Medea Ost.

Foto: Peter Heinz Junge/ picture alliance/ ZB/ ullstein bild
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Ost-Berliner Punks bei einer Party (1982): Von der DDR war Petras, Jahrgang 1964, längst enttäuscht, als er sich Mitte der Achtzigerjahre der Nonkonformistenszene in Ost-Berlin anschloss. Den Soundtrack dazu lieferten Bands wie The Clash oder die Sex Pistols - "Punk light", wie Petras es ironisch nennt.

Foto: Volker Döring/ ullstein bild
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Eingeengt: In den späten Sechziger- und in den Siebzigerjahren wuchs Armin Petras in Ost-Berlin auf und lernte die Grenzen des deutschen Sozialismus kennen, die Wände, gegen die man überall rannte - wissend, sie niemals überwinden zu können.

Foto: Mark Redkin/ FotoSoyuz/ Getty Images
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Biotop der Unpassenden und Unangepassten: In den Ost-Berliner Stadtbezirken Prenzlauer Berg und Friedrichshain versammelte sich die oppositionelle Szene, zugleich stets Operationsziel der Stasi - Dichterzirkel und Künstlergruppen waren durchsetzt mit Spitzeln.

Foto: David Turnley/ Corbis/ VCG/ Getty Images
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Als leidenschaftlicher Theatermann kam Armin Petras viel herum. Er inszenierte unter anderem in München, Hamburg, Mannheim, Magdeburg, Leipzig, Frankfurt (Oder), Chemnitz, Rostock, Hannover, am Berliner Ensemble, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und der Schaubühne in Berlin. Von 2006 bis 2013 war er Intendant des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin, danach bis 2018 Schauspielintendant am Staatstheater Stuttgart (Foto von 2013).

Foto: Marijan Murat/ DPA
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In Leipzig inszenierte er 1998 das Stück "Auf dem Weg zur Hochzeit" nach dem gleichnamigen Roman von John Berger. Susanne Buchenberger spielte die Rolle der Ninon, die heiraten will, an Aids erkrankt ist und weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat.

Foto: Waltraud Grubitzsch/ DPA
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Regie führte Petras auch im Jahr 2000 bei "Der Schrei des Elefanten" im Hamburger Thalia Theater...

Foto: Ulrich Perrey/ DPA
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...und 2012 beim Gerhart-Hauptmann-Stück "Bahnwärter Thiel" im Berliner Maxim Gorki Theater, kurz bevor er die Schauspielintendanz in Stuttgart übernahm.

Foto: Christian Marquardt/ Getty Images
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Ebenfalls im Gorki Theater lief 2013 sein Stück über die "Gladow-Bande", die in der Nachkriegszeit Berlin unsicher gemacht hatte, bis die Polizei den jungen Bandengründer Werner Gladow fassen konnte - im November 1950 wurde er mit erst 19 Jahren hingerichtet.

Foto: Marcus Lieberenz/ ullstein bild
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2016 inszenierte Petras in der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969", ein Stück nach dem Roman von Frank Witzel.

Foto: Martin Müller/ imago images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?