Reichstag Lettern für das Vaterland
Ernst Loevy, 1938: Letzter Firmeninhaber der S. A. Loevy, bis diese im Sommer 1939 "arisiert" wurde. Danach war er Zwangsarbeiter, 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Inschrift am Reichstag: Die Lettern für den Schriftzug "Dem Deutschen Volke" ließ Wilhelm II. 1916 aus erbeuteten Kanonen gießen. Die Type entwarf der Architekt und Designer Peter Behrens, ausgeführt wurde der Auftrag von der Bronzegießerei Loevy aus Berlin.
Siegfried Loevy, Mai 1935: Der Bronzegießer Siegfried Loevy im Büro seines Betriebes, aufgenommen sieben Monate vor seinem Tod. Zu diesem Zeitpunkt waren schon die NS-Rassegesetze verkündet worden - wohl ein bitterer Moment für jenen Mann, der so konsequent die Assimilation seiner Kinder vorangetrieben hatte.
Erich Gloeden, 1938: Der Architekt Erich Gloeden, der "perfekte Assimilant", wie er sich selbst bezeichnet - laut Überlieferung aus der Familie das Sinnbild preußischer Korrekheit.
"Meine verdammte Nazi-Visage", Erich Gloeden, 1937: Von seinem Vater in die Assimilation getrieben, wandelt sich Erich Gloeden in den 1930er Jahren zum Zionisten, spottet darüber, wie weit seine Assimilation gediehen ist und schreibt: "Meine verdammte Nazi-Visage".
Reichstagsgebäude: Seit 1994 ist hat das deutsche Parlament seinen Sitz wieder im Berliner Reichstagsgebäude, die Inschrift der Loevys erstrahlt in neuem Glanz.
Berliner Reichstag: Die Eröffnung der Ausstellung "Bolschwismus ohne Maske" vor der Fassade des Reichstags in Berlin 1937. Über den versammelten NS-Anhängern prangt der Schriftzug "Dem deutschen Volke", angefertigt 1916 von den jüdischen Bronzegießern Loevy.
Reichstagsgebäude Berlin: Das Berliner Reichstagsgebäude von der Siegessäule (Standort Königsplatz bis 1938) aus gesehen.
Archiv-Nr. 1936-GN2-16.6