Revolutionäre Filmplakate - DER SPIEGEL
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Revolutionäre Filmplakate Kampf dem Schwarzwaldmädel!

Dralle Blondinen, harte Kerle und viele Explosionen: Übler Kitsch beherrschte die Kinowerbung in den fünfziger Jahren - dann revolutionierten ein paar junge Grafiker die Kunst des Filmplakats. Reißerisches war ihnen fremd, dramatisch waren ihre Motive allemal. einestages zeigt die Schönsten.
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Konfetti-Spielerei: Für ihr Filmplakat, das 1954 für die Wiederaufführung des Filmklassikers "Kinder des Olymp" warb, fotografierte die Grafikerin Isolde Monson-Baumgart das Bildnis des Hauptdarstellers Jean-Louis Barrault von der Leinwand ab und streute Konfetti über das die Fotografie.

Foto: FilmKunstGrafik/Isolde Monson-Baumgart
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Zweiteiler: Für das Plakat zur Wiederaufführung der italienischen Komödie "Schade, daß du eine Kanaille bist" zum zehnten Jahrestag seiner Urauffühung 1964 wieder in die deutschen Kinos kam, konnte der Atlas Filmverleih für das Plakat den Grafiker Heinz Edelmann gewinnen, der in den sechziger Jahren durch Illustrationen in der Kultzeitschrift "Twen" ein Star der internationalen Grafikszene war.

Foto: FilmKunstGrafik/Heinz Edelmann
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Reduktion als Prinzip: Das unverkennbare Profil des britischen Meisterregisseurs Alfred Hitchcock wählte der Grafiker Fritz Fischer für das Plakat zur Wiederaufführung des Thrillers "Verdacht" mit Cary Grant von 1941.

Foto: FilmKunstGrafik/Fischer-Nosbisch
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Farbenfroh: Den Film "Orfeu Negro" des französischen Filmemachers Marcel Camus von 1959 illustrierte der Grafiker Karl Oskar Blase für die Wiederaufführung 1964 mit diesem Plakat.

Foto: FilmKunstGrafik/Karl Oskar Blase
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Colt im Anschlag: Mit der erfolgreichen Wiederaufführung von "12 Uhr mittags" stieg Hanns Eckelkamps, der Gründer des Atlas Filmverleihs, 1959 in das Verleihgeschäft ein. Das prägnante Motiv erzeugte der Grafiker Fritz Fischer in seiner Dunkelkammer.

Foto: FilmKunstGrafik/Fischer-Nosbisch
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Diabolisches Plakat: Das sehr reduzierte Motiv des Grafikers Hans Michel warb 1964 für die Aufführungen von Henri-Georges Clouzots Psychothriller "Die Teuflischen", der zehn Jahre zuvor in Frankreich entstanden war.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Michel
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Grafik pur: Das 1966 von Hans Hillmann entworfene Filmplakat für den Filmklassiker "Panzerkreuzer Potemkin" des russischen Regisseurs Sergej M. Eisenstein gehört ist inzwischen selber zu einem Klassiker der internationalen Plakatgeschichte.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Hillmann
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Doppelt belichtet: Für das Filmplakat zur Wiederaufführung des Marilyn-Monroe-Films "Misfits - Nicht gesellschaftsfähig" fotografierte die Grafikerin Isolde Monson-Baumgart zwei aufeinanderfolgende Filmeinstellungen direkt von der Kinoleinwand ab.

Foto: FilmKunstGrafik/Isolde Monson-Baumgart
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Ganz großes Kino(-Plakat): Zur deutschen Erstaufführung von "Die sieben Samurai" des japanischen Regisseurs Akira Kurosawas gestaltete Hans Hillmann 1962 ein 3,35 mal 2,35 Meter großes Filmplakat, das aus acht einzelnen DIN-A0 Plakaten zusammengesetzt werden musste. Es dürfte damit das größte in höherer Auflage gedruckte deutsche Filmplakat sein.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Hillmann
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Küss mich: Mit "es" inszenierte der deutsche Regisseur Ulrich Schamoni mitte der sechziger Jahre einen der erfolgreichsten Kinostreifen des Neuen Deutschen Films. Das Plakat mit dem prägnanten Schriftzug gestaltete der Kasseler Grafiker Karl Oskar Blase.

Foto: FilmKunstGrafik/Karl Oskar Blase
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Facetten eines Gesichts: Als Klebemontage gingen die in Handarbeit gefertigten Entwürfe zur Druckerei. An dem Kopfmotiv zum Film "Pierre und Paul", das sich aus der perspektivischen Zeichnung unzähliger Figuren ergibt, arbeitete der Grafiker Hans Hillmann drei Tage lang.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Hillmann
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Atemlos mit Hut: Hans Hillmanns Plakat zur Wiederaufnahme von Jean-Luc Godards Nouvelle-Vague-Klassiker "Außer Atem" in Deutschland 1968.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Hillmann
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Eroica: Isolde Monson-Baumgart gestaltete dieses Filmplakat zur Wiederaufführung der Beethoven-Biografie "Eroica" durch die Neue Filmkunst im Jahr 1962.

Foto: FilmKunstGrafik/Isolde Monson-Baumgart
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Hitler als Eierkopf: Mit dieser ebenso simplen wie genialien Illustration von Hans Hillmann machte der Filmverleih "Neue Filmkunst" 1964 auf die Wiederaufnahme von Ernst Lubitschs nicht minder geniale Satire "Sein oder Nichtsein" von 1942 aufmerksam.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Hillmann
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Schwarz-Weiß-Reiterei: Wegen geringer finanzieller Mittel konnten für einige Filme nur ein- oder zweifarbige Filmplakate gedruckt werden. Dennoch schuf der Grafiker Hans Hillmann für viele Klassiker beeindruckende Motive - wie hier für für den russischen Avantgardestreifen "Sturm über Asien" von Vsevolod Pudovkin.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Hillmann
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Spielerischer Würgegriff: Für dieses Plakat zur mexikanischen Filmgroteske "Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz", in dem ein Mann seine Frau umbringen möchte, versuchte der Grafiker Hans Hillmann den "Mord auf dem Papier passieren zu lassen". Er zeichnete das Porträt einer Frau auf einen Bogen Papier, schnitt zwei Löcher in den Bogen und steckte seine Hand hindurch, als ob sie die Frau würgen würde. Das mit Selbstauslöser aufgenommene Foto von 1961 wurde, verbunden mit der außergewöhnlichen Typografie, schnell zum Klassiker der Filmplakatkunst.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Hillmann
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Totenkopf in der Sonne: Obwohl es bald 50 Jahre alt ist, wirkt das Filmplakat zu Sergej Eisensteins "Unter Mexikos Sonne" von Hans Hillmann von 1963 alles andere als verstaubt.

Foto: FilmKunstGrafik/Hans Hillmann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?