Beisetzung in Leicester Richard III. tritt letzte Reise an
Der Eichensarg mit den Gebeinen Richard III. auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Bosworth: Am Sonntag haben die fünftägigen Beisetzungsfeierlichkeiten für den englischen König begonnen.
Zunächst wurde der Sarg aus der University of Leicester getragen, wo die sterblichen Überreste zuvor untersucht worden waren. Vor 530 Jahren soll Richard III. Historikern zufolge ohne Sarg und respektlos in aller Eile beerdigt worden sein. Die zweite Bestattung dürfte viel prächtiger werden als die erste: Die Kosten von umgerechnet fast 3,5 Millionen Euro werden hauptsächlich über Spenden finanziert.
Porträt von König Richard III. (aus der National Portrait Gallery in London): Der Monarch regierte von 1483 bis 1485 in England. Nach seinem Tod wurde die Leiche zunächst nackt in einem Wirtshaus ausgestellt. Was anschließend mit den sterblichen Überresten des Adligen geschah, blieb 500 Jahre unbekannt.
Noch am Sonntag wurde der Sarg zurück nach Leicester und dort mit einem Pferdewagen in die Kathedrale gebracht. Dort sind die Gebeine von Montag an drei Tage lang aufgebahrt, damit sich die Bevölkerung von dem König verabschieden kann.
Die Bestattung ist für Donnerstag geplant und soll live im Fernsehen übertragen werden. Bei den Feierlichkeiten am Sonntag wurde dem König auch mit Kanonen salutiert.
Nachbildung von Richards Knochen: Die Gebeine des Königs waren 2012 bei Bauarbeiten für einen städtischen Parkplatz in Leicester gefunden wurden. Moderne Erbgut-Analysen konnten anhand von DNA-Spuren die Zuordnung zu dem vor mehr als 500 Jahren tödlich verletzten König klären. Anschließend gab es Streit um den Ort der Beisetzung. Die Archäologen hielten es für naheliegend, Richard III. in Leicester selbst beizusetzen. Entsprechend urteilte der High Court.