Ries-Meteorit: Spuren der Apokalypse - DER SPIEGEL
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Ries-Meteorit Spuren der Apokalypse

Vor 15 Millionen Jahren krachte ein tausend Meter dicker Meteorit auf Süddeutschland - wo heute Großstädte liegen, schlugen tonnenschwere Trümmer ein. Jetzt konnten Forscher klären, warum der Einschlag so explosiv war. Noch in Böhmen finden sich Spuren der Naturkatastrophe.
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Einschlag eines Meteoriten (Illustration): Vor rund 15 Millionen Jahren krachte bei Nördlingen an der Grenze von Bayern zu Schwaben ein tausend Meter dicker Steinbrocken mit 70.000 Kilometern pro Stunde in die Landschaft.

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Nördlingen: Viele Gebäude der Stadt bestehen aus Trümmern jener gewaltigen Bombe aus dem All; sie enthalten sogar Diamantsplitter.

Foto: Google Earth
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Nördlingens historische Altstadt: Die Ortschaft liegt in einer weiten Kuhle mit Wäldern, Wiesen und Dörfern. 24 Kilometer breit ist der Krater, den der Meteoriteneinschlag hinterließ.

Foto: Stefan_Puchner/ picture-alliance / dpa/dpaweb
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Steinheimer Kratersee auf der Ostalb kurz nach dem Einschlag (Illustration): Der tausend Meter große Meteorit war nicht allein, ein Mond umkreiste ihn. Die 100 Meter dicke Eisenkugel schoss 40 Kilometer südwestlich vom Ries in den Boden. Sie hinterließ das Steinheimer Becken.

Foto: Martin Schmieder
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Steinheimer Becken (Vordergrund) und Ries-Krater kurz nach ihrer Entstehung vor rund 14,5 Millionen Jahren (Illustration): Nach dem Einschlag des Meteoriten und seines Begleiters füllten sich die entstandenen Krater mit Wasser.

Foto: Martin Schmieder
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Geländemodell des Einschlaggebiets: Erst schmolz der steinerne Boden unter dem Aufprall des einen Kilometer dicken Geschosses. Dann schoss eine 20.000 Grad heiße Glutwolke drei Kilometer in die Höhe, sie versengte im Umkreis von Dutzenden Kilometern alles Leben

Foto: Martin Schmieder
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Illustration der Region: Der Meteorit traf Süddeutschland, als dort paradiesische Zustände herrschten: Elefanten, Urpferde und Affen durchstreiften im Zeitalter des Miozäns eine üppige Subtropenlandschaft wie im heutigen Florida mit Sümpfen und offenen Wäldern. Pelikane, Schildkröten und Krokodile rasteten an Tümpeln; Schlangen krochen durchs Schilfgestrüpp.

Foto: Martin Schmieder
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Meteorit rast auf die Erde zu (Illustration): Nach dem Einschlag schwappte im Nördlinger Ries ein giftiger Salzwassersee. Denn Salzminerale hatten sich aus dem Untergrund gelöst, die das in den Krater strömende Grundwasser zu einer lebensfeindlichen Brühe machten.

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Meteoriteneinschlag (Illustration): Die Umgebung des Sees wurde nach dem Einschlag aber bald wieder von den Tieren zurückerobert; sogar im Schilfgürtel des Sees herrschte reges Treiben: Dort, am Rande des Nördlinger Ries, finden Geologen immer wieder versteinerte Reste zahlreicher Vögel, Schildkröten, Igel, Schlangen und von marderähnlichen Raubtieren.

Foto: DPA/ NASA
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Kosmisches Bombardement: Die ersten Meteoritenspuren im Nördlinger Ries entdeckten US-amerikanische Forscher - Edward Chao und sein Kollege Eugene Shoemaker - im Jahr 1961. Doch noch immer sind nicht alle Rätsel um Deutschlands Urkatastrophe gelöst; selbst ihr Zeitpunkt ist umstritten.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?