Rindermast in der DDR - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Rindermast in der DDR Fleischproduktion mit Beigeschmack

Rinderfutter war in der DDR mitunter Mangelware, Schweinegülle nicht. So kam in den siebziger Jahren eine LPG in Thüringen auf die Idee, die tierischen Ausscheidungen an ihre Bullen zu verfüttern. Der Tierarzt Ernst Woll begleitete die Versuche - und erinnert sich an die unangnehmen Nebeneffekte des Güllefutters.
1 / 9

Kälberfütterung: Zwei Bäuerinnen bei der Fütterung von Mastkälbern im VEB-Rindermastbetrieb Ferdinandshof in Neubrandenburg (Foto von 1981). In den siebziger Jahren wurde in der DDR dem Rinderfutter auch getrocknete Schweinegülle beigemengt.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-Z0211-027

Foto: Das Bundesarchiv/Benno Bartocha
2 / 9

Ferkelei: Die intensive Schweinezucht in den volkseigenen Betrieben erzeugte nicht nur Koteletts, sondern auch jede Menge Gülle.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-Z1210-306

Foto: Das Bundesarchiv/Waltraud Grubitzsch (geb. Raphael)
3 / 9

Schweinemast kontra Umwelt: Nur am Modell läßt sich die Größe des Schweinezucht- und Mastbetriebs bei Neustadt-Orla erahnen. Mit einem Bestand von 160.000 Tieren war die Anlage die zweitgrößte in der DDR. Die in großen Mengen anfallende Gülle bedeuteten eine Bedrohung für die Umwelt. Die tierischen Ausscheidungen nutzbringend weiterzuverwenden, galt als wichtige zu lösende Produktionsaufgabe.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1990-0320-001

Foto: Das Bundesarchiv/Jan Peter Kasper
4 / 9

Spaltenboden im Schweinemaststall: Da die Schweine in den großen Mastanlagen einstreulos (also ohne Stroh) auf Spaltenböden gehalten wurden, konnte die Gülle einfach abtransportiert werden. Sie gelangte durch die auf dem Bild zu erkennenden Spalten im Fußboden in darunter liegende Gruben bzw. Kanäle und konnte dort abgepumpt werden.

Foto: Ernst Dr. Woll/Aus eigener Publikation
5 / 9

Fahrzeug und Behälter zum Gülletransport: In Tankbehältern wurde die Gülle per Lkw - hier auf einem Modell IFA W50 - von den Schweinemastanlagen abtransportiert.

Foto: Ernst Dr. Woll/Aus eigener Publikation
6 / 9

Rindermastbetrieb: Zwei junge Männer misten am 29. Mai 1959 einen Rinderstall auf dem Volksgut Hobrechtsfelde (bei Berlin) aus.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-64597-0002

Foto: Das Bundesarchiv/M. Schmidt
7 / 9

Stallbesichtigung: Anni Dässel, Bürgermeisterin des ersten vollgenossenschaftlichen Dorfes im Kreis Hoyerswerda, besucht einen Rinderoffenstall der LPG (Foto von 1960).

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-71227-0007

Foto: Das Bundesarchiv/Martin
8 / 9

Schweinefütterung: Leichtere Arbeitsbedingungen und mehr Zeit für die Tiere haben die Tierpfleger in den rekonstruierten Ställen der Schweinemastanlage Rosenthal des VEG Strasburg. Mittels einer Schnecke wird das Futter vom Wagen in die Tröge verteilt. In der gesamten DDR wurden 1982 für fast 500.000 Rinder und Schweine verbesserte Stallplätze geschaffen. Das Bild vom 24. Januar 1983 zeigt einen Stall in Neubrandenburg.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1983-0124-013

Foto: Das Bundesarchiv/Benno Bartocha
9 / 9

Kalb im Stall: Zwei LPG-Lehrlinge versorgen am 13. Juni 1983 ein neugeborenes Kalb in einem Stall in Cottbus.

Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-1983-0613-001

Foto: Das Bundesarchiv/Rainer Weisflog
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?