Automatisierung und Rationalisierung Robotik verändert Lagerwirtschaft
Im Früjhar 2012 kaufte Amazon den Robotik-Entwickler Kiva, der diese kleinen Kerle herstellt: Über einen zentralen Server gesteuert sollen sie nicht etwa zusammengestellte Waren zum Packer bringen, sondern gleich die ganzen Regale, die sich dann nonstop im Raum bewegen.
Amazon-Lager in Bad Hersfeld: Auf den ersten Blick konventionell sind schon Amazons bisherige Vertriebszentren konsequent auf Effizienz gebürstet. Eingelagert wird da, wo gerade Platz ist: Das resultierende "Chaos" hält die Laufwege kurz.
Die Kommissionierer werden elektronisch zum jeweiligen Lagerort geleitet. Sie stellen die Warensendung zusammen und arbeiten Packern zu, die diese dann versandfertig machen. Statistisch braucht jeder Packer drei Lagerarbeiter, die ihm Waren zuliefern. Doch das dürfte sich bald ändern.
Klingt widersinnig, klappt aber prächtig: Bereits seit 2006 sind solche Systeme in den USA im Einsatz und haben sich bewährt. Die wandernden Regale verdoppeln die Arbeitseffizienz jedes einzelnen Packers. Kommissionierer...
...sucht man in dieser Form der Lagerarbeit fast vergeblich: Der Mensch steht, während sich die Ware zu ihm hinbewegt. Amazon hofft, das Pack-Tempo im Idealfall verdreifachen zu können. Es ist die Lösung für ein wachsendes Problem: Die rapide...
...Expansion sorgt nicht nur für Personalengpässe, sondern vor allem für einen fatalen Kostendruck: Die Personalkosten steigen schneller als die Umsätze und drohen so, Gewinne aufzufressen. Zehn Kiva-Roboter ersetzen drei Kommissionierer - ein klassischer Rationalisierungseffekt, der bei Gewerkschaften für wenig Begeisterung sorgt.