Rösler, ein liberaler Darling: Der Aufsteiger - DER SPIEGEL
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Rösler, ein liberaler Darling Der Aufsteiger

Philipp Rösler könnte eines Tages Guido Westerwelle an der Spitze der FDP beerben. Der Bundesgesundheitsminister gilt als eines der größten politischen Talente der Libaralen - zusammen mit dem Generalsekretär Christian Lindner.
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Das Volksfest in Abensberg in Niederbayern nutzte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler Anfang September 2010 für einen satirischen Angriff auf sich selbst und die Koalition: Merkel nahm er besonders auf den Arm, sie gebe es als "Barbiepuppe" zu kaufen. Diese koste nur 20 Euro - "richtig teuer" seien jedoch die 40 Hosenanzüge dazu.

Foto: Frank Leonhardt/ dpa
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Die Parteifreunde Martin Zeil, Bayerns Wirtschaftsminister (rechts), und Max Stadler, Staatssekretär im Bundesjustizministerium, prosteten ihm nach seiner Rede zu. Röslers Rede kam nicht überall gut an. Unter anderem hatte er die eigene Koalition durch den Kakao gezogen. Die Bundesregierung habe zehn Monate lang nichts gemacht, dies sei genau die Zeit gewesen, "die die Wirtschaft gebraucht hat, um sich zu erholen", stichelte er. Die "Süddeutsche" urteilte harsch über den Satire-Ausflug des FDP-Ministers: "Jeder blamiert sich so gut er kann".

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Guido Westerwelle, den Rösler ebenfalls spöttisch bedachte, reagierte gelassen: Als Rheinländer kenne er den Unterschied zwischen einer politischen Rede und Satire sehr gut, so der FDP-Chef. Rösler hatte im Zusammenhang von Merkel und Westerwelle von einem "Zickenkrieg" im Kabinett gersprochen.

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Erste Amtshandlungen als Bundesgesundheitsminister: Rösler tritt zunächst leise und bei eher symbolischen Themen auf - wie hier beim Welt-Aids-Tag in Berlin. Konkrete politische Vorschläge sind von ihm zunächst nicht zu hören. Im Frühjahr 2010 ändert er die Strategie - und legt sich mit der Pharmabranche an. Sie sollen durch Zwangsrabatte billigere Arzneien anbieten.

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Dauerapplaus auf dem Sonderparteitag in Berlin im Oktober 2009: Der Zuspruch der Partei ist dem künftigen Minister fast unangenehm.

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Rösler, 37, die nächste Generation: Die Altvorderen wie Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel nehmen den deutlich jüngeren FDP-Kollegen vor einer Kabinettssitzung in die Mitte.

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Steiler Aufstieg: Noch wenige Monate vor der Bundestagswahl war Rösler niedersächsischer Wirtschaftsminister. Und in dieser Rolle äußerst beliebt. Unter anderem besuchte er die Großbaustelle des künftigen Containerhafens in Wilhelmshaven.

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Erster gemeinsamer Auftritt in Berlin: Rösler und seine Ehefrau Wiebke im November 2009 auf dem Bundespresseball. Nach der Geburt der Zwillinge Grietje und Gesche arbeitet die Ärztin wieder in einem Krankenhaus in Niedersachsen. Die Schwierigkeiten für Ärzte, Familien- und Berufsleben zu vereinbaren, erlebt das Paar alltäglich, in erster Linie Wiebke Rösler. Sie wollte einen Teilzeitjob, bekam aber nur eine volle Stelle. Die Unflexibilität der Krankenhäuser hat Minister Rösler seitdem wiederholt - auch öffentlich - beklagt. Der Ärztemangel wundere ihn nicht, erklärte er jüngst.

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Rösler in seinem Berliner Büro. Der Hauptsitz seiner Behörde ist nach wie vor in Bonn, in der Hauptstadt leistet sich der Bund dagegen ein eher bescheidenes Gebäude.

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Keine Angst vor der Schweinegrippe: Der Arzt Rösler lässt sich im Dezember 2009 in Berlin vom Allgemeinmediziner Jens-Uwe Retter gegen das Virus impfen. Wiederholt hat Rösler in Interviews gegen Panikmache gewarnt - ganz der geschulte Mediziner.

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Hier ist der Vorsitzende: Rösler im Jahr 2007 in Hannover mit Guido Westerwelle. Das Amt des FDP-Chefs könnte Rösler irgendwann beerben. Zumindest manche trauen ihm das zu - wie der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki, der in einem Interview erklärte: "In vier oder fünf Jahren, wenn er medial und im Ministerium durchhält".

Foto: Jochen Lübke/ picture-alliance/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?