Roger Federer Er ist noch immer da
Er ist wieder da: Roger Federer tritt nach vierjähriger Pause wieder bei den French Open an.
Federer hat in seiner Karriere mittlerweile 20 Grand-Slam-Einzelsiege gefeiert. Den letzten gab es 2018 bei den Australian Open.
Um diese Bestmarke aufzustellen, musste Federer im Laufe seiner Profikarriere regelmäßig Tennis der Spitzenklasse abliefern. Bei den US Open triumphierte er ab 2004 fünfmal in Serie, 2008 besiegte er im Finale den Briten Andy Murray (l.).
Im Halbfinale des folgenden Jahres glückte ihm bei den US Open 2009 gegen Novak Djokovic ein akrobatisches Kunststück: Per Schlag durch die Beine passierte Federer im Zurücklaufen seinen Gegner am Netz, für viele Experten damals der "Schlag des Jahrhunderts".
Zwischen 2004 und 2008 stand der Juniorenweltmeister von 1998 ohne Unterbrechung 237 Wochen an der Spitze der Weltrangliste - auch das ist bis heute Rekord.
Bei den Australian Open siegte Federer ebenfalls sechsmal. 2006 gewann er das Endspiel gegen Marcos Baghdatis. Bei der anschließenden Siegesrede konnte der Schweizer seine Freudentränen nicht zurückhalten.
Die meisten Titel sammelte Federer jedoch in Wimbledon: Mit acht Siegen gewann bisher kein Tennisspieler häufiger das wichtigste Rasenturnier der Welt.
Auch bei seinem Lieblingsturnier in London gab es Niederlagen. 2008 unterlag der Schweizer Rafael Nadal im längsten Endspiel der Wimbledon-Geschichte. Durch die Niederlage im Fünf-Satz-Krimi nach vier Stunden und 48 Minuten riss seine Serie von 65 Siegen auf Rasen und fünf Wimbledon-Triumphen in Folge. Es folgten noch die Finalpleiten 2014 und 2015 (jeweils gegen Novak Djokovic).
Der Thronfolger stellt sich vor: Bereits in seinem dritten Profijahr hatte Federer 2001 im Achtelfinale im Alter von 19 Jahren Pete Sampras (l., Archivbild von 2007) aus dem Turnier geworfen - und so den Lauf des US-Amerikaners von 31 Siegen in Folge auf dem "heiligen Rasen" von Wimbledon beendet.
Ein Meilenstein in Federers Karriere: Nach zahlreichen glücklosen Versuchen konnte Federer 2009 mit dem Gewinn der French Open seinen Karriere-Grand-Slam endlich komplettieren. In den drei Jahren zuvor war er im Finale noch jeweils am spanischen Sandplatzkönig Rafael Nadal gescheitert. 2009 scheiterte Nadal im Achtelfinale am Schweden Robin Söderling, den Federer im Finale besiegte.
Bei Olympischen Sommerspielen ging Federer bis 2008 leer aus. In Peking war er schließlich an der Seite von Stanislas Wawrinka (r.) erfolgreich.
Die beiden Schweizer holten in der Doppel-Konkurrenz die Goldmedaille. Im Einzel war Federer überraschend bereits im Viertelfinale gegen James Blake ausgeschieden.
Vier Jahre später musste Federer sich im Olympiafinale von London dem britischen Lokalmatador Andy Murray (Foto) geschlagen geben. Über Silber durfte er sich dennoch freuen.
Im Halbfinale hatte sich Federer zuvor mit Juan Martin Del Potro (r.) einen epischen Schlagabtausch geliefert: Sein 4:6, 7:6, 19:17-Erfolg über den Argentinier ging als längstes Match über zwei Gewinnsätze seit Beginn der Open Era in die Geschichtsbücher ein.
Ein weiterer Anlauf auf Einzel-Gold sollte ihm verwehrt bleiben: Wegen akuter Knieprobleme und Rückenschmerzen musste Federer seine Teilnahme an den Titelkämpfen in Rio absagen. Verletzungsbedingt nahm er 2016 nur an sieben ATP-Turnieren teil und blieb dabei erstmals seit 2000 ohne einen Titelgewinn.