Burma Das Leid der Rohingya
Eine Frau vor einem abgebrannten Rohingya-Camp in Sittwe, der Hauptstadt des Rekhine-Staats in Burma. Dem Militär wird vorgeworfen, in den vergangenen Wochen ganze Dörfer der muslimischen Minderheit in Brand gesteckt zu haben.
Der Staat verweigert den teils schon seit Generationen in dem Land lebenden Muslimen die Staatsbürgerschaft. Zehntausende flüchten vor der Diskriminierung. Diesen Rohingya gelang die Reise nach Indonesien.
Für die verbliebenen Rohingya in Burma ist vor allem die gesundheitliche Situation fatal. So ist etwa die Kindersterblichkeit unter Rohingya in Rakhine fünfmal so hoch wie im Rest des Landes.
Jedes vierte Kind der Rohingya in Rakhine leidet unter akuter Mangelernährung.
Auch Durchfallerkrankungen und Infektionen sind unter den Rohingya weiter verbreitet als unter der restlichen - vor allem buddhistischen - Bevölkerung.
Männer fangen Regenwasser ein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht für die gesamte Minderheit eine Gefahr wegen Mangelernährung und fordert Lebensmittelhilfen.
Frauen werden in der Schwangerschaft nicht ausreichend medizinisch versorgt. Jede siebte musste schon eine Abtreibung vornehmen lassen - unter hygienisch fragwürdigen Bedingungen.
Bislang hat die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zu den Vorwürfen gegen das Militär im Zuge der Unruhen in Rakhine geschwiegen.
Muslime in Indien protestieren gegen die Unterdrückung der Rohingya durch die buddhistische Mehrheit. Die Wissenschaftler der Harvard-Studien fordern, dass die Rohingya künftig als Staatsbürger Burmas gelten.