Rohrpost - DER SPIEGEL
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Rohrpost Mit Hochdruck durch den Untergrund

Ob Liebesbrief oder Börsenmeldungen: Eilige Nachrichten wurden bis weit ins 20. Jahrhundert per Rohrpost verschickt, unter Europas Metropolen verliefen riesige Rohrpostnetze. Heute ist die Druckluftpost vergessen, dabei schätzten selbst Geheimdienste die Rohrbomben: Sie waren abhörsicher.
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Das Fräulein vom Rohrpostamt: Wie Orgelpfeifen wirken diese Rohrpostleitungen. Doch statt Tönen schossen Nachrichten durch die Röhren.

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Präsentation der ersten "Langbüchse": Bevor Mitte 1966 die ersten Büchsen für 2.000 Kurzbriefe zum Einsatz kamen, erfolgten zuvor ausführliche Tests mit diesen sogenannten "Langbüchsen", hier vom Typ "Dose".

Foto: MSPT
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Bedienung der Rohrpost: Berlin hatte Ende der dreißiger Jahre 90 Rohrpostämter, die jährlich acht Millionen Sendungen über ein 400 Kilometer langes Streckennetz transportierten. Postbeamte verpackten die Sendungen in Kartuschen, die dann mit Luftdruck an ihr Ziel geschossen wurden.

Foto: MSPK
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Leitungsgewirr: Durch ein komplexes Röhrensystem wurden die Rohrpostsendungen mittels Luftdruck an ihr Ziel gepustet.

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Das Berliner Rohrpostnetz: Bei ihrer Einführung der berliner Rohrpost im November 1865 trug die Anlage noch den Namen "pneumatische Depeschenbeförderung". Erst als sie im Dezember 1876 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, erhielt sie die Bezeichnung "Rohrpost".

Foto: BUeV
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Ein schnelles Heißgetränk: Der Frühstücks-Kakao kommt heiss mit der Rohrpost.

Foto: ullstein bild
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Mit Luftdruck und Galilei: Eine italienische Rohrpost-Briefmarke mit einem Bild des Astronomen Galileo Galilei.

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Büchse für 2.000 Kurzbriefe: Nach der Erweiterung der technischen Anlagen verdoppelte sich ab Mitte 1966 die Kapazität der Grossrohrpost durch den Einsatz von sogenannten "Langbüchsen" auf bis zu 2.000 Kurzbriefe pro Büchse.

Foto: MSPT
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Ersttagsbrief der Grossrohrpost: Am 23. Mai 1967 ging die Hamburger Grossrohrpostanlage in ihrer vorläufigen Endausbaustufe in Betrieb. Dazu gab die Post einen Ersttagsbrief heraus.

Foto: MSPT
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Grossbaustelle "Grossrohrpost": Der Adolphsplatz hinter der Hamburger Börse verwandelte sich während der Verlegearbeiten in eine Großbaustelle.

Foto: MSPT
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Oberingenieur Dr.Heck vergleicht die Stadt- mit der Grossrohrpost: Der Oberingenieur der Hamburger Grossrohrpost, Dr.Heck. Hier präsentiert er vor Journalisten eine kleine Büchse der Stadtrohrpost (65mm Durchmesser) - kein Vergleich zur 450mm-Büchse der Grossrohrpost.

Foto: MSPT
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Filmstar Grossrohrpost: Eintreffen einer Testbüchse: Die Hamburger Grossrohrpost war seinerzeit ein Prestigeobjekt der Bundespost. Umfangreiche Dokumentationen wurden angelegt, jeder einzelne Schacht fotografisch erfasst und jede kleinste Besonderheit erwuchs zum Medienereignis. Das Foto zeigt das Eintreffen einer Testbüchse in einem Postamt, welches dafür kurzerhand zum Filmstudio umfunktioniert wurde.

Foto: MSPT
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Kommt gleich die nächste Büchse?: Interessierte Besucher wurden von freundlichen Damen im 60er-Jahre-Look von den Funktionen der Grossrohrpost überzeugt.

Foto: MSPT
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Fahrsimulator: Mit 1000 Briefen durch die Röhre: Bevor die Grossrohrpost gebaut wurde, erfolgten ausführliche Tests, bei denen auch unterschiedlichste Büchsen die Fahrrohre passieren mussten.

Foto: MSPT
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Rohrverleger: Platzmangel zwischen Straßenbahnschiene und U-Bahn-Tunnel: Hinter der Hamburger Börse war für die Fahrrohre nur wenig Platz. Einen halben Meter unter den Straßenbahnschienen verläuft der Tunnel der U-Bahnlinie U3. Die Hamburger Hochbahn AG fertigte für die Straßenbahn extra ein spezielles Schienenprofil an, damit die Rohre darunter verlegt werden konnten.

Foto: MSPT
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Rohrpostzentrale am Stephansplatz: Im Keller der Zentrale der Hamburger Stadtrohrpost liefen alle wichtigen Fahrrohre aus Hamburg zusammen. Hier wurde die Eilpost auf andere Postämter verteilt oder per Morsezeichen in die weite Welt verschickt.

Foto: MSPT
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Foto-Film-Ton-Büchse: Messinstrument der Grossrohrpost: Die Oberpostdirektion Hamburg entwickelte spezielle Meßgeräte, mit denen die Fahrrohre auf Schäden hin untersucht wurden.

Foto: MSPT
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Empfangsanlage: Während in den Postämtern teilweise Jahrzehnte lang die gleichen Sende- und Empfangsapparaturen standen, wurde im Haupttelegraphenamt laufend modernisiert. Das Foto zeigt eine neu aufgebaute Empfangsanlage der Hamburger Stadtrohrpost um 1940.

Foto: MSPT
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Elbwasser im Fahrrohr: Sturm "Vincinette" flutet die Grossrohrpost: Am 16. Februar 1962 traf der Sturm "Vincinette" auf die völlig unvorbereitete Hansestadt Hamburg. Ein Fünftel der Fläche des Stadtstaates wurde überflutet, über 300 Menschen starben in Norddeutschland. U-Bahn- und Straßentunnel und die Grossrohrpost liefen voller Wasser, deren technische Anlagen bei der Katastrophe nahezu vollständig zerstört wurden.

Foto: MSPT
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Rohrpost: Rohrbombe: Büchse ("Rohrbombe") der Rohrpost des Spiegel-Verlages.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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Warteposition: Testbüchsen vor ihrem Einsatz: In den Rohren der Grossrohrpost liefen unterschiedlichste Büchsen, da die Hamburger Anlage als Pilotprojekt diente und man hier Erfahrungen sammeln wollte. Das Foto zeigt die unterschiedlichen Bauarten einiger Büchsen, die auf ihren Einsatz warten.

Foto: MSPT
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Sendeanlage im Telegraphenamt: Im Haupttelegraphenamt am Hamburger Stephansplatz wurden wichtige Telegramme über Funk empfangen und per Rohrpost an die einzelnen Postämter im Stadtgebiet verschickt. Das Foto zeigt die Sendestelle.

Foto: MSPT
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Rohrpostwerkstatt: Die Einzigartigkeit der Hamburger Großrohrpost erforderte eine eigene Spezialwerkstatt. Hier wurden technische Anlagen und die Büchsen gewartet.

Foto: MSPT
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Voller Kellerraum im Postamt: Die umfangreichen technischen Anlagen füllten in den beiden angeschlossenen Postämtern ganze Kellerräume.

Foto: MSPT
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Tiefgang mit Hinternissen: Rohre im Bauch der Großstadt: Der "Bauch der Stadt" war bereits in den 1960er Jahren schon überfüllt und ließ der Großrohrpost kaum Platz. Teilweise hatten die über 450mm breiten Rohrleitungen nur einen Meter Montageraum zwischen einem unüberwindlichen Leitungs- und Rohrgewirr und der Straßenoberfläche.

Foto: MSPT
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Medienspektakel "Grossrohrpost": Laufend berichteten die Medien über den Stand der Bauarbeiten zur Hamburger Grossrohrpost. (Dreharbeiten des NDR im Oktober 1960 an der Steinstraße).

Foto: MSPT
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8. Februar 1962: Richard Stücklen drückt den "Roten Knopf": Die erste Strecke der Hamburger Großrohrpost wurde am 8. Februar 1962 in Betrieb genommen. Dutzende Journalisten begleiteten den damaligen Bundespostminister Richard Stücklen bei dem "Knopfdruck". Er schickte damit die erste offizelle Büchse auf die 1,8km lange Reise.

Foto: MSPT
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Bauvorleistung der Hamburger Grossrohrpost: Bei dem Neubau der Stadthausbrücke wurden unterhalb der Brücke bereits zwei Fahrrohre der Grossrohrpost angebracht. Diese gingen jedoch nie in Betrieb und blieben eine sogenannte Bauvorleistung einer Linie zwischen dem Postscheckamt und dem Haupttelegraphenamt am Stephansplatz. Während die Grossrohrpost im Jahr 1976 ihren Betrieb einstellte, hängen die Rohre unter der Brücke bis heute.

Foto: Ulrich Alexis Christiansen
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Internationaler Besuch im Schauraum der Grossrohrpost: Besuch des japanischen Gerealdirektors der "Postlebensversicherungsanstalt Tokio", Shizuo Tanaka und des japanischen Generaldirektors des Postamtes in Nagoya, Hiroshi Yamamoto, am 23.09.1963. Der leitende Ingenieur der Grossrohrpost, Dr. Heck beim Vortrag an den Ausstellungsstücken.

Foto: MSPT
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Grossbaustelle Grossrohrpost: In der ersten Hälfte der Sechziger Jahre konnte die Hamburger Bevölkerung die rege Bautätigkeit zur Grossrohrpost direkt verfolgen. Das Foto zeigt die Verlegung der Rohre auf dem Adolphsplatz direkt hinter der Hamburger Börse.

Foto: MSPT
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Apparat der Stadtrohrpost in der Hamburger Börse: Die ersten Rohrpostleitungen verliefen zwischen den Börsen der Großstädte und den wichtigen Telegraphenämtern. Spekulanten konnten so schneller auf wirtschaftliche Ereignisse reagieren. Das Foto zeigt eine Sende- und Empfangsstation in Räumen der Hamburger Börse.

Foto: MSPT
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Rohrpostamt: Die Sende- und Empfangsstation der Berliner Rohrpost 1885.

Foto: BUeV
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Mit Druck in den Untergrund: Diese Zeichnung von 1897 Zeigt Vorbereitung und Versand von Rohrpost-Sendungena.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?