Rohstoff Sand Mangelware
Kamele stehen in der Wüste vor Dubai, hinten rechts steht das Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt. Der Bau verschlang 330.000 Kubikmeter Beton. Ein wichtiger Bestandteil für Beton ist Sand - und der wird zur Mangelware.
Denn obwohl Dubai von Wüste umgeben ist: Der Wüstensand eignet sich nicht für die Herstellung von Beton. Der Sand musste eigens aus Australien herangeschafft werden. Das gilt auch für andere Megaprojekte. Hier wird beispielsweise Sand für die berühmte Palmeninsel in Dubai aufgeschüttet.
Die künstliche Palmeninsel hat schätzungsweise Baukosten von einer Milliarde Euro verursacht.
Ein Großteil des Sandes, der für Beton gebraucht wird, stammt vom Meeresboden. Schiffe baggern den Meeresgrund ab - für die Ökosysteme hat das verheerende Folgen.
Auch dieses Anwesen vor der Küste Dubais liegt auf einer Insel, die künstlich aufgeschüttet wurde.
"Die Masse an Sand, die gebraucht wird, hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht", sagt Pascal Peduzzi vom Uno-Umweltprogramm (UNEP). Der globale Bedarf übersteige mittlerweile bei Weitem das, was durch Verwitterung nachkommt. "Wir schätzen den derzeitigen Verbrauch auf 50 Milliarden Tonnen pro Jahr - das sind 18 Kilogramm täglich für jeden Einwohner der Erde", sagt Peduzzi.
Der Burj Khalifa: Doch nicht nur für den Bau von Wolkenkratzern wird Sand gebraucht. Er steckt in ziemlich allem, von Glas über Asphalt bis zu Kosmetika, Zahnpasta, Mikrochips, Smartphone-Bildschirmen, Autos und Flugzeugen. Aus Sand gewonnenes Siliciumdioxid (SiO2) wird auch in der Weinindustrie und vielen Lebensmitteln verwendet.
Der bei Weitem größte Sand-Exporteur sind die USA, der größte Importeur das für seine glitzernden Shoppingmalls und Megabauten berühmte Singapur. Auf der Liste der Einfuhrländer belegt Deutschland immerhin den achten Rang.