Roland Koch Alphatier aus Hessen
Koch am Steuer: Am 1. Juli übernimmt der Ex-Ministerpräsident den Chefposten bei Bilfinger Berger, dem größten deutschen Baukonzern.
Seit März 2011 wurde Koch eingearbeitet, als einfaches Vorstandsmitglied des Unternehmens.
Koch bei der Hauptversammlung Ende Mai: Aktionärsvertreter beklagten, dass er dort nicht über seine Strategie informierte. Doch Koch wollte seinem Vorgänger Herbert Bodner nicht die Show stehlen.
Koch mit Ehefrau Anke und dem Ehepaar Schröder beim "Ball des Sports" in Wiesbaden: Der Wechsel eines Regierungschefs an die Spitze eines Unternehmens ist in Deutschland extrem selten.
Da freut er sich: Roland Koch wird am 24. Januar 1998 auf dem Landesparteitag in Hanau zum Chef der hessischen CDU gewählt. Auch der damalige Bundesinnenminister Manfred Kanther (rechts) applaudiert.
Parteifreunde: Bundesinnenminister Manfred Kanther und Koch auf dem Parteitag der Hessen-CDU in Friedberg im Juli 1998. Kanther war Kochs Vorgänger als CDU-Landeschef - im Januar 2000 wird eine Schwarzgeld- und Spendenaffäre der Partei bekannt, die auch Koch unter Druck setzt. Gelder unbekannter Herkunft in Milionenhöhe waren auf schwarze Konten im Ausland untergebracht worden - sie flossen im Laufe der Jahre getarnt als "jüdische Vermächtnisse" wieder an die Partei zurück, unter anderem auch für Kochs Landtagswahlkampf. Kanther übernahm die Verantwortung, wurde von einem Gericht wegen Untreue zu einer Geldstrafe verurteilt. Gegen Koch wurde kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Umstrittene Kampagne: Koch übergibt am 5. Februar 1999 in Bonn insgesamt 478.152 Unterschriften der CDU-Aktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft an den damaligen CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble und die damalige Generalsekretärin Angela Merkel. Die Hessen-CDU war mit dem Slogan "Integration ja - doppelte Staatsbürgerschaft nein" in den Landtagswahlkampf gezogen.
Daumen hoch: Koch gibt sich am Abend der hessischen Landtagswahl am 7. Feburar 1999 siegessicher - seine CDU wird bei der Abstimmung stärkste Partei, Koch wird Ministerpräsident. Beobachter werteten vor allem Kochs umstrittene Kampagne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft als einen Grund für den Wahlerfolg. Die Hessen-CDU hatte damit massiv Stimmung gegen die Pläne der damaligen rot-grünen Bundesregierung gemacht.
Machtwechsel: Roland Koch wird am 7. April 1999 als neuer Ministerpräsident Hessens vereidigt - seine CDU löst zusammen mit der FDP die rot-grüne Landesregierung von Hans Eichel (SPD) ab.
Vertrauensabstimmung im Parlament: Am 12. September 2000 spricht Koch im hessischen Landtag im Zusammenhang mit der Parteispendenaffäre der CDU - die Abstimmung übersteht Koch unbeschadet.
Außenpolitisches Engagement: Koch spricht im Mai 2003 in Washington mit dem damaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Nach der Unterredung trifft der Hesse auch für 15 Minuten den damaligen US-Präsidenten George W. Bush.
Koch und weitere hessische Spitzenpolitiker zusammen mit einem ZDF-Moderator am Abend der Landtagswahl vom 2. Februar 2003. Die Hessen-CDU erringt bei der Abstimmung die absolute Mehrheit.
Koch und seine SPD-Widersacherin Andrea Ypsilanti vor einem Rededuell im Januar 2008. Bei der Landtagswahl am 27. Januar 2008 musste die CDU schwere Verluste hinnehmen und lag nur noch knapp vor der SPD. Es reichte weder für eine schwarz-gelbe noch für eine rot-grüne Regierung. Ypsilanti strebte eine Minderheitsregierung unter Duldung der Linken an, obwohl sie dies im Wahlkampf ausgeschlossen hatte. Ihr Plan scheiterte an Abweichlern aus der SPD. Koch blieb geschäftsführend als Ministerpräsident im Amt. Es folgten Neuwahlen im Januar 2009, aus der CDU und FDP als Sieger hervorgingen. Im Februar 2009 wurde Koch zum Ministerpräsidenten gewählt.
Darauf ein Bier: Koch feiert am 18. Januar 2009 zusammen mit Anhängern die ersten Hochrechnungen zur hessischen Landtagswahl.
Der Regierungschef und sein Kabinett: Koch vereidigt am 5. Februar 2009 während der konstituierenden Sitzung des Hessischen Landtags seine Minister.
Koch während einer Plenarsitzung am 18. Mai 2010: Wenige Tage später - am 25. Mai - gibt der hessische Ministerpräsident bekannt, dass er seine Ämter als Regierungschef und CDU-Vize niederlegen will.
Am 31. August ist dann Schluss mit der Politik: Mit Marschmusik inszeniert Koch seinen Abgang von der politischen Bühne. Helmut Kohl und Angela Merkel sind gekommen, aber auch die alten Kontrahenten von SPD und Grünen.