"Rolling Stone" zieht Artikel über Vergewaltigung zurück - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

"Rolling Stone"-Artikel Der Fall "Jackie"

Die Zeitschrift "Rolling Stone" steht vor einem Desaster: Ein Text über die Vergewaltigung einer Studentin ist nicht haltbar. Nun wird befürchtet, der Fall könne das Problem sexueller Gewalt an Unis überdecken - und Opfer zögern lassen, gegen Täter vorzugehen.
1 / 5

Die Universität von Virginia in Charlottesville ist eine der angesehensten öffentlichen Hochschulen in den USA. Ein Artikel der Zeitschrift "Rolling Stone" berichtete über eine Vergewaltigung in einem Verbindungshaus - und legte nahe, die Hochschule tue zu wenig gegen sexuelle Gewalt und helfe Opfern unzureichend.

Foto: Zach Gibson / AFP
2 / 5

Der Artikel stützte sich im Wesentlichen auf die Angaben der jungen Frau, die sagte, sie sei vergewaltigt worden. Der Übergriff trug sich ihr zufolge im Haus der Verbindung Phi Kappa Psi zu.

Foto: Steve Helber / AP / dpa
3 / 5

Bald kamen Zweifel an der Geschichte auf. Eine unabhängige externe Prüfung zeigt nun, dass "Rolling Stone" journalistisch komplett versagte. Die Zeitschrift zog den Artikel zurück und entschuldigte sich bei Lesern, der Uni und der Verbindung. Den Report der Prüfer veröffentlichte das Blatt auf seiner Website anstatt des Textes.

Foto: rollingstone.com
4 / 5

Auf einer Pressekonferenz am 23. März teilte Timothy Longo, Charlottesvilles Polizeichef, mit, Ermittlungen über vier Monate hätten keine Hinweise darauf ergeben, dass es eine Vergewaltigung gegeben habe. Longo sagte aber auch, das bedeute nicht, dass der jungen Frau nicht Furchtbares widerfahren sei.

Foto: Melody Robbins / AP / dpa
5 / 5

Die Verbindung Phi Kappa Psi prüft juristische Schritte gegen "Rolling Stone". Die Zeitschrift muss sich zudem vorwerfen lassen, durch den fehlerhaften Artikel möglicherweise die Vorstellung verbreitet zu haben, dass Frauen Vergewaltigungsvorwürfe erfinden. Kommentatoren befürchten genauso wie die Universität, dass Opfer sexueller Übergriffe nun noch zögerlicher sein werden, gegen ihre Peiniger vorzugehen.

Foto: Steve Helber / AP / dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?