Rolls-Royce Phantom: Ein Landaulet voller Prominenz - DER SPIEGEL
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Rolls-Royce Phantom Landaulet Eine Rückbank voller Zeitgeschichte

Ein Diktator, die Queen, eine Oscarpreisträgerin und der zweite Mann auf dem Mond haben eines gemeinsam: Sie saßen auf der Rückbank dieses Wagens - und der steht nun zum Verkauf.
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Dieser Rolls-Royce Phantom V ist einer von nur fünf Stück, die als Landaulet-Staatskarosse gebaut wurden.

Foto: Robin Adams / RM Sotheby's
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Das Besondere an dieser Karosserieform ist der offene Fond hinter der fest überdachten Fahrerkabine. Damit eignet sich ein Landaulet besonders gut für Paraden oder Staatsbesuche.

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Der Wagen entstand 1967 bei Mulliner Park Ward und wurde für Nicolae Ceausescu, den damaligen Diktator Rumäniens, gebaut.

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Ceausescu orderte fast alle verfügbaren Optionen, wie einen Fernseher im Schränkchen an der Trennwand zwischen den Abteilen.

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Hinter der Tür darunter versteckt sich eine klimatisierte Minibar.

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Auch für die Rückbank wurde ein Aufpreis fällig, sie ist höhenverstellbar und kann an die Körpergröße der Insassen angepasst werden.

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Zusätzlich zur Rückbank können noch zwei Sitze aus der Trennwand geklappt werden.

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Auch an der Kabine des Chauffeurs wurde nicht gespart, sie verfügt über eine eigene Klimaanlage.

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Der vordere Teil des Wagens verfügt über ein festes Dach, ein Glasdach sorgt hier für ausreichend Tageslicht.

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Insgesamt kostete der Wagen damals knapp 20.000 britische Pfund - heute wären das rund 390.000 Euro. Dem sowjetischen Politbüro missfiel so viel Kapitalismus jedoch. Der Wagen blieb deshalb ein Jahr in der Garage und wurde dann nach England zurückgeschickt.

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Rolls-Royce fand jedoch einen neuen Käufer, das Ehepaar Heath aus Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania. Damit wurde dieses Exemplar das einzige State Landaulet, das an private Käufer ging.

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Die Heaths nutzten die Staatskarosse oft, teilweise auch im Alltag, und spulten mit ihr rund 188.000 Kilometer ab.

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Im Jahr 1975 erreichte sie eine ungewöhnliche Anfrage: Die Regierung von Bermuda suchte für den Staatsbesuch der Queen ein adäquates Fahrzeug - und lieh sich dafür den Phantom der Heaths.

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An den Besuch erinnert heute eine Plakette im Wagen. 1983 wiederholte sich die ungewöhnliche Leihe: Diesmal besuchte die Queen die Cayman Islands, die sich dafür ebenfalls den Rolls-Royce aus Pittsburgh liehen.

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Die hinten angeschlagenen Türen öffneten sich jedoch noch für weitere Prominente: 1978 wurde die Oscar-Preisträgerin und Fürstin von Monaco, Gracia Patricia, in diesem Rolls-Royce durch Pittsburgh chauffiert.

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Ab 1992 war der Wagen Teil einer privaten Sammlung, wurde aber weiterhin für repräsentative Anlässe verwendet, so nahm Buzz Aldrin, der zweite Mensch auf dem Mond, bei einer Hollywood-Weihnachtsparade auf der Rückbank Platz.

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Rund 260.000 Kilometer ist der Rolls-Royce Phantom dadurch bisher gelaufen, 2014 wurde der Wagen beim Concours d'Elegance in Pebble Beach ausgestellt.

Foto: Robin Adams / RM Sotheby's
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Der Wagen ist in unrestauriertem Originalzustand - das sorgt für einen hohen Preis. Das Auktionshaus Sotheby's erwartet bei der Versteigerung am 18. Januar 2019 einen Erlös von einer bis anderthalb Millionen US-Dollar.

Foto: Robin Adams / RM Sotheby's
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Alle Zubehörteile und auch das Herz der Staatskarosse, der 6,2-Liter-V8, sind voll funktionstüchtig.

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Für den erwarteten hohen Preis gibt es auch das zeitgenössische Bordwerkzeug - und eine DVD von den Filmaufnahmen der Heaths bei den Staatsbesuchen in Bermuda und auf den Cayman Islands.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?