Rolls Royce: Von Hand verziert - DER SPIEGEL
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Rolls Royce Mit ruhiger Hand

Bei Rolls-Royce bauen 1400 Spezialisten Luxusautos in Handarbeit, einer davon ist Mark Court. Sein Job: einen Zierstreifen ans Auto malen. Bei jedem seiner Griffe stehen mindestens 240.000 Euro auf dem Spiel.
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Mit einer Licht- und Soundinszenierung präsentiert Rolls-Royce in einem Extraraum im Werk in Goodwood das Auto seinen Kunden - es soll ein ganz persönlicher Moment sein.

Foto: Fabian Hoberg
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Mark Court verziert auf Wunsch jeden Rolls-Royce mit seiner Handschrift. Er ist der einzige Mitarbeiter, der die Nadelstreifen an einem Rolls-Royce malen darf. Seine Werkzeugbox hat ihm sein Sohn geschreinert - auch er arbeitet bei Rolls-Royce.

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Mark Court arbeitet seit 16 Jahren als Coachline Painter beim britischen Luxushersteller Rolls-Royce. Sein Arbeitsplatz wird derzeit wegen des neuen SUV Cullinan umgebaut, zur Demonstration weicht er in den Auslieferungsraum aus.

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Neben den Coachlines verziert Mark Court auf Kundenwunsch Armaturenbretter mit Wappen, Zeichen oder Symbolen.

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Die Pinsel sind seine Eigenentwicklung: Eichhörnchenborsten, die keine Haare verlieren, mit einem kurzen Stiel für einen sicheren Griff.

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Zwei Mitarbeiter bereiten die Autos vor, entfetten die Oberfläche, kleben eine dünne Folie zur Hilfe auf.

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Danach ziehen sie mit einem feinen, weichen Bleistift eine dünne Hilfslinie aufs kostbare Blech und entfernen anschließend die Folie.

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Sitzen die Bleistiftlinien nicht richtig, zieht Court sie vor dem Malen noch mal dünn nach.

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Mit einer speziellen, extraweichen Kreide pudert Court die obere Flanke des Blechs ein. Nur mit dem Puder gleitet seine Hand geschmeidig übers Blech und zieht den Pinsel gleichmäßig nach.

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Auf einer kleinen Platte rührt der Maler die Farbe mit einem Härter an, tupft den Pinsel in die Farbe und immer wieder auf ein Blech. So knetet er die Farbe in die Borsten ein.

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Zwischen zwei und vier Stunden sitzt Mark Court an einem Auto, um die zwei oder drei Millimeter dünne Linie zu ziehen.

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Durch seine spezielle Technik muss er bei einem fast sechs Meter langen Auto nur drei bis viermal den Pinsel absetzen.

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Für die meisten Linien benutzt er zwar einen dünnen Pinsel, für andere Arbeiten greift er auf ein ganzes Set an Werkzeugen zurück.

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Rund 200 Farbtöne stehen für die Kunden zur Wahl. Diese wählen sie mit einem Designer bei der Fahrzeugzusammenstellung aus.

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Court ist ein Maler alter Schule. Kein Zeichner, darauf legt er Wert. Seine Handwerkskunst lernte er als Schildermaler.

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Im Innendeckel seiner Werkzeugkiste bewahrt Court Skizzen und Vorlagen für seine Arbeit auf - doch selbst die meisten Logos malt er mittlerweile blind.

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Nach der Arbeit und einer Trockenzeit von vier Stunden entfernen die Mitarbeiter den Puder von den Fahrzeugen und reinigen das Blech. Die Linie lässt sich sogar polieren.

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Jeden Abend oder nach jedem Fahrzeug reinigen die Mitarbeiter das Werkzeug. Fein, sauber, akkurat. Nur so kann er beim nächsten Auto mit frischen Farben auf einer glatten Farbpalette arbeiten.

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Der Speziallack härtet nach drei bis vier Stunden aus, misslungene Striche könnte er sofort wegwischen - aber Mark Court vermalt sich nie. Sagt er zumindest.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?