"Rosetta"-Rendevouz Auf Tuchfühlung mit dem Mars
Vorbeiflug: In der Nacht von Samstag auf Sonntag flog die Esa-Sonde "Rosetta" ganz dicht am Mars vorbei. Huckepack hat "Rosetta" die Landesonde "Philae". Sie soll im Jahr 2014 auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko landen. Bei der Annährung an den Roten Planeten konnte die "Philaes" Bordkamera dieses Foto schießen: Teile von "Rosetta", eines ihrer Sonnensegel und der Marsregion Syrtis sind darauf zu sehen
Bewölkter Nachbar: Bevor sich "Rosetta" dem Mars auf wenige Tausend Kilometer näherte, nahm sie den Roten Planeten durch die Augen des Osiris-Instruments ins Visier. Diese Kamera liefert Aufnahmen in verschiedenen Spektralbereichen. Dieses Bild setzt sich aus drei Bereichen zusammen, dem orangen, dem grünen und dem nah-ultravioletten. Dieser Kanal (blaue Farbe) wurde verstärkt, so dass man deutlich die Wolken sehen kann, die große Bereiche des Nachbarplaneten bedecken
Mars aus der Anflugperspektive: Diese Aufnahme entstand am Abend des 24. Februar gegen halb neun mitteleuropäischer Zeit. "Rosetta" war zu diesem Zeitpunkt noch rund 24.000 Kilometer vom Roten Planeten entfernt. Die Auflösung dieses Fotos beträgt im Original fünf Mal fünf Kilometer pro Pixel
Echtfarb-Aufnahme: So würde ein Menschenauge den Roten Planeten aus dessen Umlaufbahn sehen. Die Osiris-Aufnahme zeigt deutlich die Eiskappe am Südpol des Planeten - typisch für den Marsfrühling. Im Verlauf des Marsjahres verdunstet dort einiges Material und setzt sich am Nordpol ab. Die Wolken, die man über dem gesamten Planeten beobachten kann, geben eine Ahnung vom komplexen Austausch in der dünnen Mars-Atmosphäre
Blauer Blick: Nein, der Nachbar der Erde ist kein blauer Planet, nicht einmal im Ansatz. Dieses Bild entstand erst durch die Überlagerung von Aufnahmen mit dem roten und grünen Farbfilter. Am oberen rechten Rand des Planeten lassen sich dünne Wolken erkennen
Dünne Strukturen: Die Wolken oder Staubschleier in den hohen Atmosphärenschichten sind auf den beiden Schwarzweiß-Aufnahmen noch deutlicher zu erkennen, die aus einer Kombination roter und grüner Aufnahmen entstanden sind
sie wurden nachbearbeitet, um die atmosphärischen Strukturen besser heraustreten zu lassen. In letzter Zeit erfuhren Forscher viele verblüffende Tatsachen über die Witterung auf dem Roten Planeten. So verfügt er nicht bloß über eine jährliche Periodizität. Selbst zwischen Marstag und Marsnacht lassen sich Unterschiede feststellen. So scheinen bestimmte Eiswolken die Auskühlung auf der Nachtseite einzudämmen