Weltkriegs-Propaganda Glamour in den Fabriken
Propaganda-Bilder: In den vierziger Jahren schickte die Regierung Fotografen in die Fabriken, um die dort arbeitenden Frauen abzulichten. Die Fotos sollten andere Frauen zur Arbeit in den Fabriken animieren.
Diese Dame arbeitet am 1. Oktober 1942 bei der Consolidated Aircraft Corporation in Fort Worth, Texas, mit einem Handbohrer an einem Liberator-Bomber.
Nagellack und Nietmaschine: Um die Frauen zu überzeugen, in den Fabriken zu arbeiten, gab es eine große Propagandakampagne der Regierung. Die Arbeiterinnen wurden glamourös dargestellt - obwohl sie abends eigentlich ebenso dreckverschmiert nach Hause kamen wie männliche Fabrikarbeiter. So wie etwa diese Nieterin in einer Fabrik der Consolidated Aircraft Corporation in Fort Worth, Texas, im Oktober 1942.
Die berühmteste Rosie: Rose Will Monroe arbeitete während des Zweiten Weltkriegs als Nieterin in der Willow Run Aircraft Factory in Ypsilanti, Michigan, wo sie an B-29- und B-24-Bombern mitbaute.
Da sie so gut auf die Beschreibung der Arbeiterin in der "Rosie the Riveter"-Kampagne passte und auch noch Rose hieß, wurde sie gefragt, ob sie nicht in einem Werbefilm mitspielen wolle. Der Spot, mit dem Frauen und Mädchen für die Arbeit an der Heimatfront angeworben werden sollten, machte Monroe berühmt. Sie wird daher oft als "die echte Rosie" bezeichnet.
Bomber-Bau: Eine Mitarbeiterin von Vultee Aircraft verschraubt im Februar 1943 Teile eines Sturzkampfflugzeugs des Typs A-31 Vengeance in Nashville, Tennessee.
Bohren, schrauben, stecken: Drei Arbeiterinnen installieren im Oktober 1942 Teile im Rumpf eines B-17-Bombers in einem Werk der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien.
Mittagspause: Arbeiterinnen der Chicago und Northwest Railway Company essen im April 1943 in ihrem Pausenraum in Clinton, Iowa, zu Mittag.
Ihr Platz: Auch wenn ihr Arbeitseinsatz während des Krieges wichtig war, so änderte das nichts an den gesellschaftlichen Vorstellungen davon, wie eine Frau zu sein hatte und was ihre Aufgaben waren. Wenn sie nach dem Krieg weiterarbeiten wollten, wurden viele von ihnen schnell daran erinnert, dass sie eigentlich Kinder kriegen und sich um den Haushalt kümmern sollten. Karrierefrauen, so die allgemeine Meinung, würden keinen Ehemann finden.
Diese Frau arbeitet am 1. Februar 1943 mit einem Handbohrer an einem Flugzeug in einem Vultee-Werk in Tennessee.
Kabelcheck: Eine Arbeiterin der Vega Aircraft Corporation in Burbank, Kalifornien, überprüft am 1. Juni 1942 Kabel für ein Flugzeug. Frauen aus ärmeren Einkommenschichten hatten schon seit längerer Zeit in Fabriken gearbeitet. Neu war, dass jetzt auch weiße Mittelklassefrauen für die Produktion rekrutiert wurden.
Teamwork: Ein Mann und eine Frau nieten 1942 die Außenhülle eines Cockpits für ein C-47-Flugzeug in der Fabrik der North American Aviation zusammen.
Gewissenhaft: Angestelle bei International Harvester in Chicago untersuchen und sortieren am 10. Februar 1943 Erdproben.
Mit voller Kraft voraus: Eine Arbeiterin steht im Oktober 1942 an der Drehmaschine der Fabrik von Consolidated Aircraft Corporation in Fort Worth, Texas. Nachdem die USA begonnen hatten, sich am Zweiten Weltkrieg zu beteiligen, wurden viele Fabriken für die Fertigung kriegswichtiger Güter umgerüstet.
Voll verkabelt: Hier arbeitet gerade die 29-jährige Lucile Mazurek im Februar 1943 in einer Fabrik der Air Force.
Rücken an Rücken: Es war nicht nur die Gesellschaft, die davon überzeugt werden musste, dass auch Frauen in Fabriken arbeiten konnten, sondern vor allem die Ehemänner. Viele von ihnen befürchteten, dass sie selbst als schlechte Versorger dastehen könnten, die nicht in der Lage seien, ihre Familien allein zu ernähren.
Hier sitzen ein Mann und eine Frau im Oktober 1942 mit Nietpistolen im Rumpf eines Liberator-Bombers in der Fabrik der Consolidated Aircraft Corporation in Fort Worth, Texas.
Patriotismus: Die Taktik der Propaganda war, die Ehemänner davon zu überzeugen, so stolz auf ihre Frauen zu sein wie auf ihre Söhne, die in den Krieg zogen.
Irma Lee McElroy, die Frau eines Pilotentrainers, bemalt im August 1942 ein Flugzeug auf der Naval Air Base in Corpus Christi, Texas - der gleichen Basis, auf der auch ihr Ehemann arbeitete.
Höhenflug: Mit der Zeit qualifizierten sich die Arbeiterinnen inmer weiter und übernahmen immer anspruchsvollere Aufgaben.
Hier arbeiten eine Nieterin und ihre Vorgesetzte an einem Flugzeug auf der Naval Air Base in Corpus Christi, Texas.
Karriere: Die Hauptinspektorin Mary Betchner untersucht am 1. Februar 1943 einige Rohre in einer Waffenfabrik in Milwaukee, bevor diese in Haubitzen eingesetzt werden.
Flugzeuge für den Sieg: Eine Frau arbeitet am 1. Oktober 1942 an der Verkabelung eines Flugzeugs in einem Werk der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien. Während des Zweiten Weltkriegs bauten etwa 160.000 Mitarbeiter um die 30.000 Flugzeuge für Douglas.
Pause zwischen Flugzeugteilen: Eine Arbeiterin genießt im Oktober 1942 ihre Mittagspause bei der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien.
Aufstieg: Die 20-jährige Beulah Faith hatte zuvor als Verkäuferin in einem Kaufhaus gearbeitet und steht nun im Oktober 1942 an einer Maschine in einem Werk der Consolidated Aircraft Corporation in Fort Worth, Texas.
Es war nicht weiter ungewöhnlich, dass Frauen, die vor dem Krieg in schlechtbezahlten Jobs gearbeitet hatten, lieber in die besser bezahlten Stellen in den Fabriken wechselten.
So einfach wie Kuchen backen! "Können Sie einen elektrischen Mixer bedienen?", fragte die Regierung in Zeitungsanzeigen, mit denen sie Frauen dazu animieren wollte, in Fabriken zu arbeiten - und setzte nach: "Dann können sie auch lernen, einen Bohrer zu benutzen." So wie etwa diese Arbeiterinnen im Oktober 1942 bei der Consolidated Aircraft Corporation in Fort Worth.
Neue Möglichkeiten: Nach dem Ende des Krieges machten zwar viele Frauen in den Fabriken wieder Platz für die Männer, aber sie hatten bewiesen, dass auch sie in technischen Berufen arbeiten konnten. So wie diese Dame, die im Oktober 1942 ein Flugzeugteil in der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien, zusammenbaut.
Unvergessen: Als im Oktober 2000 in Kalifornien auf dem früheren Gelände einer Schiffswerft ein historischer Park zum Gedenken an die Rosies eröffnet wurde, erschienen über 200 ehemalige Arbeiterinnen zu der Zeremonie.
Diese Frau arbeitet im August 1942 an einer Maschine auf der Naval Air Base in Corpus Christi, Texas.
Start ins Berufsleben: Als immer mehr Arbeiterinnen in den Fabriken gebraucht wurden, begann man, auch sehr junge Frauen zu rekrutieren. Teilweise hatten sie gerade erst die Schule abgeschlossen. Diese "Rosie" schraubt im Oktober 1942 an einem Motor für einen B-25-Bomber in einer Fabrik in Inglewood, Kalifornien.
Die Sicherheit am Boden: Zwei Arbeiterinnen inspizieren im Oktober 1942 in der Fabrik der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien, die Flügel von C-47-Transportflugzeugen.
Arbeiterinnen international: Nicht nur in den USA gab es Probleme, genügend Arbeiter für die Fabriken anzuwerben. Regierungsprogramme, die Frauenarbeit förderten, gab es daher auch in Australien, Großbritannien und Kanada.
In der Fabrik der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien, arbeitet im Oktober 1942 eine Frau an einem A-20-Bomber.
Frau am Flieger: Bei North American Aviation Incorporated in Kalifornien baut eine Frau einen Flugzeugmotor zusammen.
Kinder oder Karriere: In der Öffentlichkeit blieben bis zuletzt die Vorurteile, gegen die arbeitende Frauen ankämpfen mussten. So wurden sie etwa immer wieder für den Anstieg der Jugendkriminalität verantwortlich gemacht. Dabei waren die allermeisten Arbeiterinnen kinderlos.
Diese Frau arbeitet im Oktober 1942 an der Verkabelung eines Flugzeugs in der Fabrik der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien.
Der letzte Schliff: Eine Frau arbeitet im Oktober 1942 an den letzten Feinheiten eines Bombers B-17F in einer Fabrik der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien.
Ganz vorn: Zwei Frauen arbeiten in einem Flugzeugcockpit in der Fabrik der Douglas Aircraft Company in Long Beach, Kalifornien.
Zusammen: Das Bild der Frau hatte sich im Zweiten Weltkrieg tatsächlich verändert. Frauen und Männer arbeiteten gleichberechtigt Seite an Seite.
Volle Konzentration: Eine Frau baut im Oktober 1942 in der Fabrik von North American Aviation Incorporated in Inglewood, Kalifornien, ein Teil eines P-51-Flugzeugs zusammen.
Eine starke Frau: 1942 entwarf der Künstler J. Howard Miller eine Serie von Propagandaplakaten. Dieses Bild aus der Serie wurde zur Ikone.
Fällt heute der Name Rosie the Riveter, denken viele an eben diese Grafik. Dabei...
...war es dieses Cover der "Saturday Evening Post" vom 29. Mai 1943, auf dem Rosie the Riveter erstmals ein Gesicht bekam.
Gemalt wurde sie von dem berühmten Illustrator Norman Rockwell. Das Vorbild war die 19-jährige Mary Doyle aus Vermont. Rockwell malte sie allerdings deutlich stämmiger - und rief das Mädchen später an, um sich bei ihr zu entschuldigen.