Rosskastanie Ein Traditionsbaum verschwindet
Reife Kastanien (Archivbild): Die Bäume sind majestätisch, ihre braunen Früchte wunderschön. Kein Wunder, dass Kastanienbäume so beliebt sind.
Gleich zwei Feinde setzen den Bäumen zu: die sogenannte Miniermotte und ein tückisches Bakterium namens Pseudomonas.
Von Miniermotten befallene Bäume: Die Larven zerstören durch ihre Fresstätigkeit zwar das Innere der Blätter, was äußerlich an hellbraunen Flecken zu erkennen ist - doch selbst im Extremfall fallen dadurch die Blätter allenfalls vorzeitig ab.
Viel gefährlicher für die Bäume sind Pseudomonas-Bakterien.
Wenn das Bakterium eine Kastanie befällt, stirbt die Rinde ab. Rasch siedeln sich auch Pilze an, berichtet Vanessa Assmann aus dem Baureferat der Stadt München. Letztlich sterbe der Baum ab - manchmal nur innerhalb von wenigen Wochen.
Vertrocknete Kastanienblätter: Gegen das tückische Bakterium gibt es bislang kein Gegenmittel. Städte pflanzen mittlerweile weniger Rosskastanien an.
Kastanie: Gegen die Pseudomonas-Bakterien könne man leider nichts machen, sagt Herbert Lohner, Referatsleiter Naturschutz beim BUND.
Von Miniermotte befallene Kastanie in Berlin (Archivbild): Die anfällige Rosskastanie könnte es in Zukunft immer schwerer haben, sich als Straßenbaum zu behaupten. Damit die Bäume nicht ganz verschwinden, suchen Forscher nach Kastanienarten, die resistent gegen die Pseudomonas-Bakterien sind.